Andermatt: Alte Wetterstation wird zu Bernhard Russis Pistenbeiz

Die Skiarena Andermatt-Sedrun hat eine neue Attraktion: Bernhard Russi betreibt auf dem Gütsch neuerdings eine Beiz.

Urs Hanhart
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Das Wachthuus wurde von einer Wetterstation der Armee zu einer Pistenbeiz umgebaut.
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Neue Pistenbeiz Wachthuus auf dem Gütsch. Innen gibt es viel Holz
Das Wachthuus von Skilegende Bernhard Russi bietet viel Platz auf der Terrasse.
Neue Pistenbeiz Wachthuus auf dem Gütsch. Innen gibt es viel Holz
Neue Pistenbeiz Wachthuus auf dem Gütsch. Die Terrasse bietet Platz für 60 Gäste
Von links: Bernhard Russi, Francesca Breach, Mari Russi und Al Breach bei der Eröffnung der neuen Pistenbeiz Wachthuus auf dem Gütsch.

Das Wachthuus wurde von einer Wetterstation der Armee zu einer Pistenbeiz umgebaut.

Bilder: Urs Hanhart

Am 12.12.2019 um Punkt 12.12 Uhr griffen Mari Russi und Francesca Breach gemeinsam zu einer Schere und durchschnitten feierlich ein rotes Band. Assistiert wurden sie dabei von ihren Ehemännern Bernhard Russi und Al Breach. Bei zwar sonnigen, aber kaltwindigen Bedingungen wurde dieser Akt abgehalten und damit die Pistenbeiz Wachthuus auf dem Gütsch offiziell eröffnet.

Dieses neue Gastronomieangebot schliesst eine Lücke in der Skiarena Andermatt-Sedrun, denn auf rund 2300 Metern über Meer gab es bisher noch kein Restaurant. Schon bald wird auch noch die Bergbeiz Gütsch eröffnet, die sich rund 500 Meter weiter oben unmittelbar bei der Bergstation des Gütsch-Express befindet. Diese wird von der Andermatt Swiss Alps (ASA) AG betrieben.

Skilegende und Freund sind Hauptaktionäre

Das «Wachthuus» hingegen ist im Besitz der Wachthuus Gütsch AG, bei der Skilegende Bernhard Russi und dessen langjähriger Freund Al Breach als Hauptaktionäre verantwortlich zeichnen. Sie haben das alte Wachthaus der Armee, in welchem früher eine Wetterstation betrieben wurde, von der Korporation Ursern im Baurecht erworben.

Innen präsentiert sich die neue Pistenbeiz mit viel Holz sehr heimelig. Rund 60 Gäste finden hier Platz. Darüber hinaus gibt es noch eine grosse Terrasse mit 60 Plätzen. Der Umbau des ehemaligen Militärgebäudes dauerte rund sieben Monate. «Ursprünglich hatten wir für den Umbau ein Budget von rund 1 Million Franken. Nun wird es aber voraussichtlich etwas teurer», verriet Russi. «Wir mussten die ganze Wasser- und Stromversorgung neu machen. Am Gerippe des Hauses wurde nichts geändert.» Dadurch hat das Gebäude seinen ursprünglichen Charakter behalten. «Am meisten investiert haben wir in die Küche sowie die sanitären und elektrischen Anlagen.» Der Mitarbeiterstab umfasst fix acht Personen. Bei besonders grossem Andrang kann auf 13 Mitarbeiter aufgestockt werden.

«Spatz» als Spezialität

«Unsere Hauptspezialität wird Spatz sein, wie man ihn vom Militär kennt», verriet Russi. «Neben der klassischen Variante gibt es ihn auch in vegetarischer Form. Daneben setzen wir auch auf Urschner Spezialitäten, wie etwa Ryys und Poor.» Bei der eher einfachen Küche werde Wert auf hohe Qualität gelegt, so auch beim Wein. Eine Partybude zu etablieren strebt Russi nicht an. Gemütlichkeit soll im Vordergrund stehen.

An den Wänden der neuen Beiz hängen Bilder von Russis Aktivzeit. Auch seine WM-Goldmedaille, die er 1970 in Val Gardena errungen hat, kann bewundert werden. Der Olympiasieger von 1972 in Sapporo sieht das «Wachthuus», das nur während der Skisaison geöffnet ist, nicht als Konkurrenz zu den ASA-Gastrobetrieben, sondern als Ergänzung. «Wichtig ist, dass die Gäste eine Auswahl haben. Das bringt einen Mehrwert für alle.»