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25 Eggbergler erzählen in einem neuen Buch aus ihrem Leben

Vreni Aschwanden und Marie-Ann Arnold haben vielen älteren Eggberglern zugehört. Dass aus den Gesprächen nun ein Buch entstanden ist, war nicht von Anfang an geplant.
Markus Zwyssig
Vreni Aschwanden (links) und Marie-Ann Arnold haben gut zugehört und viele Menschen mit ihren Geschichten auf den Eggbergen porträtiert. (Bild: PD)

Vreni Aschwanden (links) und Marie-Ann Arnold haben gut zugehört und viele Menschen mit ihren Geschichten auf den Eggbergen porträtiert. (Bild: PD)

Zu Beginn stand die Frage: «Gab es vor rund 200 Jahren auf den Eggbergen eine Schule, die von einem Waldbruder geführt wurde?» Vreni Aschwanden und Marie-Ann Arnold-Berther wollten es wissen und haben ältere Eggberglerinnen und Eggbergler besucht. Ihre Erzählungen haben sie mit einem Tonbandgerät aufgezeichnet. «Zur Schule vernahmen wir kaum etwas, aber immer interessanter wurden die Lebensgeschichten», blickt Vreni Aschwanden zurück. Sie lebt seit 2009 auf den Eggbergen. Nachdem sie das Fotogeschäft 2010 geschlossen hatte, fühlt sie sich hier wohl und mit den Leuten sehr verbunden.

Marie-Ann Arnold-Berther hat schon als Kind viele Ferien auf den Eggbergen verbracht, sie ist auch da verwurzelt. Ihre Eltern hatten eines der ersten Ferienhäuser auf den Eggbergen gebaut, so kennt sie viele Leute.

Trotz harter Zeiten eine positive Einstellung

Beide sind beeindruckt vom strengen Leben auf den Eggbergen und den eingeschränkten Möglichkeiten der Bergbewohner. Aber immer kam eine positive Haltung zum Ausdruck. So erzählte ein älterer Landwirt, dass er gerne studiert hätte. «Mein Lehrer empfahl meinen Eltern zwar, mich ins Kollegi zu schicken, ich hätte das Zeug dazu. Lehrer zu werden, hätte ich mir durchaus vorstellen können, oder auch etwas Technisches. Mein Vater aber hatte andere Pläne. Er brauchte Bauern. Das war mir auch recht.»

Die Zeiten waren hart, es gab einfache Kost. Fleisch habe man kaum gehabt, aber Brot, Magronen, «Härdepfel» und Käse gab es immer, erinnert sich ein anderer Eggbergler. «Kartoffeln wurden hier oben angepflanzt, damit man sie nicht hinauftragen musste.»

Auch die Natur zeigte sich ab und zu erbarmungslos. Eine Eggberglerin erinnert sich, dass ihnen einmal mitten in der Nacht das ganze Dach weggerissen wurde. «Ich schlief im gleichen Zimmer wie Mammä. Margrit schlief bei ihr im Bett und Theres war bei mir.» Die Mutter habe die ganze Nacht gejammert und gebetet: «Wenn nur der Föhn das Haus nicht wegzerrt!» Von der Härte fürs Leben berichtet eine andere Eggberglerin. «Natürlich mussten wir viel arbeiten, aber das hat uns nicht geschadet. Was hätte ich gemacht als verwöhnter Pleger!», so die Frau. «Innert zehn Jahren habe ich acht Kinder geboren!»

Bergli Sepp (Josef Gisler) schlägt Zaunpfähle ein. (Bild: Vreni Aschwanden)

Bergli Sepp (Josef Gisler) schlägt Zaunpfähle ein. (Bild: Vreni Aschwanden)

Manchmal bis in den Morgen hinein gejasst

Das Schöne damals war, dass man noch füreinander Zeit hatte. Ein Eggbergler erinnert sich, dass man oft zusammengesessen ist und einen Jass geklopft hat. Einmal hier, einmal dort. «Das waren schöne Abende, das sage ich euch. Manches Mal haben wir bis in den Morgen gejasst.» Diese schönen Zeiten vergesse man nicht. «Mitten in der Nacht gab es Znyyni und man fing nochmals mit dem Jassen an.»

Nach den Besuchen bei den Eggberglerinnen und Eggberglern wurde alles aufgeschrieben. Das Fazit der beiden Autorinnen lautet: Lange bevor es eine Seilbahn, einen Skilift, Schilter-Traktoren und Aebi-Fahrzeuge gab, wohnten hier Leute. Sie führten ein strenges Leben, «strängwärchig aber scheen».

Erstes Buch über die Eggberge

Jetzt liegt das neue Buch «strängwärchig» vor. Am kommenden Sonntag, 9. Dezember, findet die Vernissage statt. Gerade rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft. «Wir sind überzeugt, dass dieses Buch für alle auf den Eggbergen interessant ist, nicht nur für die beteiligten Personen», gibt sich Vreni Aschwanden überzeugt.

Bisher gab es noch kein Buch über die Eggberge. «Wir sind uns auch bewusst, dass unsere Gespräche nur Bruchstücke der Erlebnisse und der Lebensgestaltung von früher sind.» Es sei auch nicht ihre Absicht gewesen, etwas Vollständiges zu verfassen, sondern ein paar Einblicke zu erhalten und weiterzugeben.

Erhellendes zur Schule und zum Waldbruder

Und nebst all den Geschichten wurden Vreni Aschwanden und Marie-Ann Arnold-Berther doch noch über die Schule und den Waldbruder fündig, im «Gedenkbuch zur Jubiläumsfeier in Bürglen 857 bis 1957». Auch Dr. Helmi Gasser erwähnt den Einsiedler im Buch «Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band I: Altdorf».

Viel Interessantes erfuhren sie auch in der Jubiläumsschrift von 1998: «40 Jahre Kapellenvereinigung Eggberge, 30 Jahre Marienkapelle Eggberge.» Die Beiträge erzählen nicht nur von der Kapelle, sondern auch und vor allem vom Leben auf mehr als 1400 Metern, von den Bauern und den ersten Ferienhausbesitzern.

Vorlagen wurden bis nach Los Angeles geschickt

Gestaltet wurde das Buch von Corina Gamma. «Es war eine Zusammenarbeit über den Atlantik bis zur Westküste Amerikas, sie verlief problemlos», sagt Vreni Aschwanden. «Die neun Stunden Zeitunterschied haben wir immer gut überbrückt.» Corina Gamma ist in Altdorf geboren und hat ihre ersten Sporen in der Buchdruckerei Gamma abverdient.

Ihr Kunststudium hat sie in Zürich und in Kalifornien absolviert. Sie hat einen Master in Fine Art in Multimedien in der Nähe von Los Angeles abgeschlossen. Ihr Dokumentarfilm «Sila and the gatekeepers of the arctic» war auf 3sat und kürzlich auch im Helmhaus Zürich zu sehen.

Das Buch «strängwärchig» wird am 9. Dezember, um 10.45 Uhr im Bergrestaurant Eggberge vorgestellt. Die Retourfahrt mit der Seilbahn kostet an diesem Tag 12 Franken. An der Vernissage wird das Buch zum Sonderpreis von 20 Franken verkauft. Ab dem 10. Dezember ist es im Buchhandel und bei Gisler Medien, Gisler 1843 AG an der Gitschenstrasse 9, Altdorf, für 28 Franken erhältlich.

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