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Alter Urner Güsel wird zur Hypothek

Bei der ehemaligen Kehrichtdeponie Schwändi in Attinghausen muss die Zaku kostspielige Untersuchungen durchführen. Noch teurer könnte eine allfällige Sanierung werden.
Florian Arnold
Im April 1977 war die Deponie Schwändi bei Attinghausen voll. (Bild: PD)

Im April 1977 war die Deponie Schwändi bei Attinghausen voll. (Bild: PD)

Loch auf, Güsel rein, anzünden, Loch wieder zu: In etwa nach diesem Prinzip wurde vor nicht allzu langer Zeit Kehricht entsorgt – auch im Kanton Uri. Eigentlich sollte damals die Deponie Schwändi in Attinghausen entlang der Reuss nur eine Überganglösung darstellen. Doch von 1967 bis 1978 wurde der zur Verfügung gestellte Platz restlos aufgefüllt. Heute kann man sich diese Praxis nicht mehr vorstellen. Doch immer noch stecken Abfallreste von damals im Boden. Und diese könnten längerfristig zur Hypothek werden.

Mittlerweile wurde die Zentrale Organisation für Abfallbewirtschaftung im Kanton (Zaku) vom Amt für Umweltschutz dazu verpflichtet, Historische Untersuchungen durchzuführen. Dies auf Grundlage der «Verordnung über die Sanierung von Altlasten». «Dabei hat man die Dokumente von damals studiert und Zeitzeugen befragt», erklärt Zaku-Präsident Beat Walker. «Das Volumen und der Perimeter konnten auf diese Weise grob abgeschätzt werden.»

Jetzt muss näher untersucht werden

Aufgrund der Untersuchungen «auf dem Papier» und den festgestellten Wissenslücken wurde schliesslich ein Pflichtenheft für weitere Untersuchungen erstellt: Bis Ende 2019 muss die Zaku die technischen Untersuchungen durchführen. «Dass Sondier-Bohrungen angeordnet werden, ist nichts Aussergewöhnliches», sagt Walker. «Aufgrund der Untersuchungen hat das Amt für Umweltschutz dann festzustellen, ob auch weiterhin nur Beobachtungen ausreichen, oder ob man sanieren muss.»

Und das könnte teuer werden. Allein die Untersuchungen im kommenden Jahr werden mit 100'000 Franken veranschlagt. Eine allfällige Sanierung würde in die Millionen gehen. Wobei noch nicht klar sei, wie die Kosten zwischen Grundeigentümer, Materiallieferanten und Betreiber aufgeteilt werden, wie Walker erklärt. Die Deponie befindet sich auf dem Boden der Korporation Uri sowie des Kantons. Zulieferer von schadstoffreichem Abfall waren zu jener Zeit die grösseren Urner Industriebetriebe. Der Betreiber der Deponie war der «Zweckverband», die Vorgängerorganisation der Zaku. Zudem kann auf die Beteiligung des Bundes gehofft werden. Verfügt wird der Kostenteiler vom Amt für Umweltschutz.

Gutachten von damals sind vorhanden

Es wäre falsch, den Teufel an die Wand zu malen, meint Walker. «Schon damals wurden Gutachten erstellt – halt zum damaligen Stand der Technik», erklärt der Zaku-Präsident. «Zudem wird das Grundwasser im Gebiet seit Jahren überwacht.» Die jetzigen Untersuchungen führe man durch, um noch genauere Kenntnis zu erhalten. Trotzdem stellt sich die Frage: Warum werden diese Untersuchungen erst 40 Jahre nach der Schliessung der Deponie in die Wege geleitet?

Dies hängt laut Alexander Imhof, Leiter des Amts für Umweltschutz, mit den Fristen des Bunds für den «Kataster über belastete Standorte» zusammen. Dieser wurde für den Kanton Uri aufgrund der Bundesgesetzgebung in den vergangenen 10 Jahren erstellt. Dabei wurden die «belasteten Standorte» wie etwa Schiessanlagen klassifiziert und eine Prioritätenliste erstellt. «Es ist festgelegt worden, wann welcher Standort näher untersucht werden soll», erklärt Imhof. Er betont, dass beim Gebiet Schwändi kein «akutes Problem» bestünde, wie aus Grundwasserüberwachungen hervorgehe. «Sonst hätten wir schon längst eingegriffen», so der Amtsleiter. Das Grundwasser sei zwar teilweise belastet, man könne dies aber nicht mit Sicherheit der ehemaligen Deponie zuschreiben. «Die Untersuchungen im kommenden Jahr sollen die Herkunft dieser Verschmutzung klären.» Bis spätestens im Jahr 2040 müssen «sanierungsbedürftige Standorte» saniert sein.

Zaku-Präsident will keine neuen Altlasten schaffen

Dem Zaku-Präsidenten Beat Walker liegt es am Herzen, dass einst die nachfolgende Generation nicht vor solchen Altlasten stehe. «Die Zaku achtet peinlichst genau darauf, dass alle Auflagen des Kantons eingehalten werden», unterstreicht er. Heute wisse man sehr genau, woraus die Schlacke bestehe, die man einlagere. Ausserdem würde diese nicht mit anderen Materialien gemischt. «Vielleich ist es später sogar einmal möglich, diese Materialien wieder zu verwerten», so der Zaku-Präsident. Er betont: «Wir tun alles Erdenkliche nach dem heutigen Stand der Technik.» Um aber auch einzuräumen: «Todsicher ist nichts auf der Welt».

Die Untersuchungen der Deponie Schwändi sind ein Thema an der Generalversammlung der Zaku vom Montag, 5. November.

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