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ALTERSPFLEGE: Verband stellt vier Forderungen

An der GV von Curaviva Uri erfuhren die Delegierten der Urner Heime mehr über die Zukunftsvisionen, die für die Pflege älterer Menschen im Vordergrund stehen.
Georg Epp
Auch in der Alterspflege werden in den nächsten Jahren komplett andere Anspräche gestellt. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Bern, Oktober 2012))

Auch in der Alterspflege werden in den nächsten Jahren komplett andere Anspräche gestellt. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Bern, Oktober 2012))

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Curaviva Uri ist ein rechtlich selbstständiger Zusammenschluss von Trägerorganisationen, Heimen und sozialen Institutionen mit Pflege-, Betreuungs- und/oder Bildungsangeboten für Menschen im Alter, erwachsene Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen und ferner von Organisationen respektive Institutionen mit Komplementärangeboten im Sozial- und Gesundheitsbereich im Kanton Uri.

Zur 18. GV durfte Präsident und Kassier Pius Fuchs die Delegierten der Urner Heime im Alters- und Pflegeheim Rüttigarten in Schattdorf begrüssen. In ihren Jahresberichten orientierten Pius Fuchs (Fachbereich Alter), Toni Arnold-Bissig (Fachbereich Kinder und Jugendliche) sowie Franz Bricker-Grepper (Fachbereich erwachsene Menschen mit Behinderung) über die wichtigsten Ereignisse und Entscheide im verflossenen Verbandsjahr.

Pius Fuchs erläuterte die finanzielle Situation im Verband. Bei Ausgaben von rund 38 000 Franken resultierte eine Vermögenszunahme von 872 Franken, das Vermögen beträgt neu 37 483 Franken. Die Jahresbeiträge blieben unverändert. Falls die Gewerbeausstellung Uri 18 zu Stande kommt, wird im Vorstand eine Teilnahme diskutiert. Die Grüsse des Zentralschweizer Ausbildungsverbands für Pflege- und Alterszentren überbrachte Präsident Bruno Waser. Er bedankte sich bei allen Ausbildnern für ihre ausgezeichnete Arbeit.

Referat zum Wohn- und Pflegemodell 2030

Im Zentrum der GV stand ein Referat von Michael Kirschner, Curaviva Schweiz, über die Zukunftsvision der Alterspflege für ältere Menschen (80+). Unbestritten sei, dass der Anteil der Personen ab 65 Jahren bis 2045 um 25 Prozent ansteige. Die Kantone Uri, Tessin, Obwalden, Nidwalden und Graubünden weisen gemäss Kirschner den grössten Anteil an Personen im Rentenalter auf (über 31 Prozent).

Entwicklung in fünf Typologien

Kirschner zeigte in seinem Referat auf, wie sich die Alterspflegeinstitutionen seit 1900 entwickelt haben. Er nannte konkret fünf verschiedene Typologien, von der «Verwahranstalt» über die Orientierung am Spital und das Kompetenz- sowie das Hausgemeinschaftsmodell bis hin zur heutigen Maximierung der Autonomie, der Selbstbestimmung und der Normalität des Alltags. «Mit den Generationen, die heute in die Phase des Alters ein­treten, werden sich die Bedürfnisse und Anforderungen an das schweizerische Gesundheitssystem sehr stark verändern», betonte der Referent.

Neue Generationen mit neuen Ansprüchen

«Es muss davon ausgegangen werden, dass die Generationen, die nach 1945 geboren worden sind, komplett andere Ansprüche geltend machen werden», zeigte sich Kirschner überzeugt. «Es wird zum ersten Mal in der Geschichte überhaupt ein Generationenwechsel stattfinden, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt.» Schon alleine diese Tatsache verbiete die einfache Weiterführung der bisherigen Systematik in der Langzeitpflege. Es würden neue und innovative Ansätze von Dienstleistungen für ältere Menschen benötigt.

«Ambulant und stationär» als Grundsatz

Mit dem Wohn- und Pflegemodell 2030 ergäben sich aus Sicht von Curaviva Schweiz folgende vier Forderungen:

  • Der Grundsatz «ambulant vor stationär» ist nicht zukunftsorientiert und deshalb falsch. Richtig muss es in Zukunft heissen: «ambulant und stationär».
  • Die bisherige Planung für stationäre Pflegebetten ist überholt. Der Bedarf an pflegerischen Dienstleistungen muss in Zukunft ganzheitlicher geplant werden.
  • Es braucht eine Vereinfachung des Finanzierungssystems.
  • Es braucht einheitliche Ansätze zur Vergabe von Ergänzungsleistungen.

Beim Apéro hatten die Versammlungsteilnehmer viel Zeit, sich über das neue Wohn- und Pflegemodell zu unterhalten.

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