Am ersten Tourismus-Stammtisch wird klar: «Erstfeld wird immer ein Eisenbahnerdorf bleiben»

Am ersten Tourismus-Stammtisch in Erstfeld informierte die Tourismuskommission über ihre Tätigkeiten. Die Bevölkerung wünscht sich, dass die Angebote besser vermarktet werden.

Nino Gisler
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«Wandervögel und Bergsteiger zieht es in die Kröntenhütte, Eisenbahnliebhaber ins alte Lokdepot. Erstfeld hat einiges zu bieten, für auswärtige Touristen ebenso wie für Besucher aus dem Kanton Uri», dies versprach die offizielle Medienmitteilung der Tourismuskommission Erstfeld. Am Donnerstagabend hat sie in Zusammenarbeit mit Uri Tourismus Interessierte zum ersten Tourismus-Stammtisch in Erstfeld eingeladen. Dabei wurde über das Tourismusangebot von Erstfeld diskutiert und Interessierte konnten Ideen zur Weiterentwicklung des Eisenbahnerdorfes einbringen.

Nebst lokalen Behördenmitgliedern und Vertretern von Uri Tourismus fanden sich einige «Eisenbähnler» in «Manu's Café» ein. «Erstfeld wird immer ein Eisenbahnerdorf bleiben», betonte Maurus Stöckli, Geschäftsführer der Uri Tourismus AG. In einem kurzen Input zeigte er den Anwesenden auf, welchen Einfluss Corona auf die Sommersaison im Kanton Uri hatte. Er sagte:

«Es ist ein Kampf um den Schweizer Gast.»

Stöckli führte aus, dass dem Kanton Uri mit dem Einrichten temporärer Campingplätze (Projekt Temp Camp) ein Sechser im Lotto gelungen sei: «Wir konnten ein Plus von 4000 Logiernächten verzeichnen.» Unklar sei, ob das Projekt nächstes Jahr wieder angeboten wird.

Das Bahndepot in Erstfeld.

Das Bahndepot in Erstfeld.

Bild: PD

«In Erstfeld sind bereits einige touristische Projekte in vollem Gang», erzählte Rebekka Wyler, Präsidentin der Tourismuskommission Erstfeld. So kümmere sich die Tourismuskommission zurzeit um die Erstellung von Signalisationstafeln und Wegweisern. Alle zwei Jahre wird mit dem «Erstfelder Schmuckstück» der schönste Garten des Dorfes gekürt, so Wyler. Sie appellierte an die Anwesenden, Ideen einzubringen, um das Eisenbahnerdorf attraktiver zu gestalten.

Gotthard-Bahntag 2021 auf gutem Kurs

OK-Mitglied Karin Gaiser informierte über den aktuellen Stand des Projektes «Gotthard-Bahntag 2021». Am 18. September 2021 soll das Fest in Erstfeld und Göschenen stattfinden. Der Festplatz wird beim Depotareal in Erstfeld realisiert, für Gäste bestehe dann die Möglichkeit, mittels Zug oder Bus Richtung Göschenen zu fahren, wo das zweite Festzelt stehen werde, so Gaiser. «In Göschenen können sich die Gäste dann auf den bahnhistorischen Dorfrundgang begeben». Weitere Informationen werden noch folgen, sagte sie.

In der anschliessenden Diskussionsrunde wurde von vielen Seiten bemängelt, dass Erstfeld keinen «richtigen» Dorfkern besitze. «Es läuft einiges in diesem Bereich, es werden Gespräche mit den SBB geführt», sagte Gemeindepräsidentin Pia Tresch. Entscheide werden Anfang nächsten Jahres erwartet, betonte sie.

Gemäss Charly Infanger, Mitglied des Vereins «SBB Historic», habe Erstfeld bereits vieles zu bieten, «nur an der Vermarktung müssen wir noch arbeiten». Auch Orlando Baldelli war derselben Ansicht wie Infanger: «Der Franzosenstollen in Erstfeld könnte ein Touristenmagnet sein – nur kennt ihn niemand!»

Fazit des Abends: Viele der Anwesenden waren der Meinung, dass in Zukunft mehr in die Vermarktung bestehender Sehenswürdigkeiten gesteckt werden müsse als in teure Projekte, die eine geringe Wertschöpfung nach sich ziehen. So soll Erstfeld auch in Zukunft nicht auf dem Abstellgleis stehen.