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Am Gotthard rollen die ersten Züge an

Vier Wochen nach dem Felssturz bei Gurtnellen ist die Gotthardnordrampe für den Zugsverkehr wieder durchgängig offen. Ab Montagabend rollen die Güterzüge, ab Dienstagmorgen auch die Reisezüge durchgehend von Nord nach Süd.
Noch am Samstag wurde eifrig an der Wiedereröffnung gearbeitet. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)

Noch am Samstag wurde eifrig an der Wiedereröffnung gearbeitet. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)

Auf der Strecke beim Felssturzgebiet herrsche wieder dieselbe Sicherheit wie auf dem Rest der Gotthardlinie, sagte Albert Müller, Leiter Naturrisiken bei der SBB, als er am Montag die Medien über die Instandstellungsarbeiten bei Gurtnellen informierte.

Oberhalb und unterhalb des Trassees waren zu dieser Zeit noch Bagger im Einsatz, um Geröll zu verschieben, wie ein Augenschein vor Ort ergab. Bis die letzten Arbeiten abgeschlossen sind - dazu gehört auch der Einbau von Sensoren -, dürfte es Ende August werden.

Die letzten Arbeiten am 170 Meter langen beschädigten Trassee konnten am Montagmorgen abgeschlossen werden. Die Fahrleitung sei um 3 Uhr fertiggestellt worden, sagte der Verantwortliche für die Arbeiten, Roberto Pedrazzini.

Die ersten Güterzüge wurden für Montag, 22 Uhr, terminiert - wie vorausgesagt kann die SBB damit den Wiederöffnungs-Termin vom 2. Juli einhalten. Bis der Güterverkehr wieder normal unterwegs sein wird, dürfte es jedoch noch einige Tage dauern. Der Personenverkehr hingegen soll ab Dienstagmorgen wieder fahrplanmässig rollen.

Ein Personenzug fährt am 3. Juli wieder über die Gotthard-Strecke. (Bild: Keystone)
Einer der ersten Züge unterwegs Richtung Süden. (Bild: Keystone)
Zweimal 170 Meter Schienen wurden samt dem Schotterbett komplett ausgetauscht. Zudem mussten vier neue Mastfundamente betoniert und die Fahrleitungen erneuert werden. (Bild: Keystone)
Bis der Güterverkehr wieder normal unterwegs sein wird, dürfte es jedoch noch einige Tage dauern. (Bild: Keystone)
Die Bahnstrecke ist frei. (Bild: Keystone)
Die letzten Arbeiten am 170 Meter langen beschädigten Trassee konnten am Montagmorgen abgeschlossen werden. (Bild: Keystone)
Die Schienen sind repariert. (Bild: Keystone)
Im Bahnhof Erstfeld stehen die Züge bereit zur Fahrt in Richtung Süden. (Bild: Keystone)
Bis die letzten Arbeiten abgeschlossen sind - dazu gehört auch der Einbau von Sensoren -, dürfte es Ende August werden. (Bild: Keystone)
Neben Netzen und Matten wurde der Hang auch mit Sensoren ausgerüstet, welche Bewegungen und Steinschläge melden. (Bild: Keystone)
Der gesamte Streckenunterbruch dürfte mit 10 bis 20 Millionen Franken zu Buche schlagen. Welche Kosten durch Versicherungen gedeckt werden könnten und ob Schadenersatz bezahlt werden muss, ist nach Angaben der SBB noch offen. (Bild: Keystone)
Am 30. Juni laufen die letzten Arbeiten vor der Öffnung der SBB-Gotthardlinie. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Am 30. Juni laufen die letzten Arbeiten vor der Öffnung der SBB-Gotthardlinie. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. (Bild: SBB)
Bild: SBB
Bild: SBB
Bild: SBB
Bild: SBB
Am 21. Juni montieren Felstechniker über dem gesprengten Felsen Steinschlagnetze. (Bild: Keystone)
2000 Kubikmeter donnern ins Tal. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Gewaltige Gesteinsmasen donnerten zu Tal. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Die Sprengung ist erfolgt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Der Chef der Firma Gasser, Thomas Gasser, betrachtet die gesprengten Felsmassen. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Der Fels donnert ins Tal. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Aufräumen am Fels. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Nur wenig Geröll donnerte bis auf die mit Schutzmatten abgedeckten die SBB-Geleise. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Vor der Sprengung am 16. Juni (links) und nach der Sprengung am 18. Juni. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Nach der Sprengung wird der Fels überprüft. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Thomas Gasser überwacht die Sprengung aus der Ferne. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
2000 Kubikmeter Feld werden weggesprengt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Letzte Vorbereitungen vor der Sprengung. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Kurz nach der Sprengung begutachten Geologen den Hang. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Das Medieninteresse ist gross. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
60 Personen verfolgen die Sprengung vor Ort. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Das Medieninteresse ist gross. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Medienschaffende positionieren ihre Kameras. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Das Schweizer Fernsehen (hier Oliver Bono) überträgt live. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Abdeckmatten werden mit einem Helikopter auf die Bahngeleise gelegt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Arbeiter hängt die Abdeckmatten ans Seil des Helikopters. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Am 16. Juni bringt der Helikopter im Minutentakt die Abdeckmatten. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Warnung beim Felssturzgebiet. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Helikopter bringt die Abdeckmatten. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Arbeiter bohren eines von 25 Löcher in den Fels, der weggesprengt werden soll. Die Löcher sind rund 10cm dick. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Fels oben rechts wird am 18. Juni weggesprengt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Am Schluss liegen rund 2000 Pneus auf den SBB-Geleisen. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Arbeiter trifft Vorbereitungen für die Sprengung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Diese Felspartie muss weggesprengt werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
In Flüelen müssen Passagiere in Richtung Süden auf die Extrabusse umsteigen. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)
In Flüelen müssen Passagiere in Richtung Süden auf die Extrabusse umsteigen. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)
Ein ferngesteuerter Bagger im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein ferngesteuerter Bagger im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Laut Angaben der SBB ist die Gotthard-Bahnlinie mindestens drei Tage unterbrochen, weil mehrere Tausend Kubikmeter Geröll die Gleise, mehrere Fahrleitungsmasten sowie eine Stützmauer beschädigten (Bild: Leser Peter Lienert)
Zwei Bauarbeiter wurden verletzt, einer wird noch vermisst. (Bild: Leser Peter Lienert)
Die Feuerwehr Meien bei Ihrem Einsatz. (Bild: Leser Peter Lienert)
Felsturz bei Gurtnellen (Bild: Leser André Niederberger)
Mehrere Tausend Kubimeter Geröll stürzten auf die Bahnlinie. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das Gleis der Gotthardstrecke wurde verschüttet. Die Linie bleibt mehrere Tage gesperrt. (Bild: SBB)
Auch die Rega stand im Einsatz. (Bild: Leser Peter Lienert)
Felsmassen stürtzen am Dienstagmorgen um 9 Uhr auf das Bahntrassee bei Gurtnellen (Bild: Kapo Uri)
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
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Bild: Keystone
Auf der Nord-Süd-Achse fahren bis auf weiteres nur Busse. (Bild: Ronny Nicolussi / NZZ)
12. März 2012: Ein Teil des Felssturzes landet auf den Gleisen. (Bild: SBB)
Der Felssturz weckt Erinnerungen an die tödliche Verschüttung der Autobahn 2006. (Bild: Christian Beutler / NZZ)
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
89 Bilder

Gurtnellen: Felssturz, Sprengung und Wiedereröffnung

Testbetrieb nötig

Der Betriebszustand der gesamten Gotthardnordrampe wurde am Montag mit Testfahrten geprüft. Dies war nötig, weil die Strecke zwischen Erstfeld und Göschenen vier Wochen lang nicht benutzt worden war, wie Pedrazzini sagte.

Die Gotthardachse wird normalerweise täglich von 120 Güterzügen und 90 Personenzügen befahren. Während des Betriebsunterbruchs wurden für die Passagiere zwischen Flüelen und Göschenen 20 bis 25 Ersatzbusse eingesetzt. Die Reisezeit ins Tessin verlängerte sich dadurch um eine Stunde.

Trotz Umständen und Umsteigens wurden die südlichen Destinationen rege bereist: Neben den täglich rund 10'000 individuell Reisenden wurden auch über 1000 Schulklassen und andere Gruppen mit insgesamt über 25'000 Teilnehmern von Nord nach Süd und zurück befördert.

Die Güterzüge hingegen wurden grossräumig umgeleitet. Laut Bruno Stehrenberger, bei der SBB für die Infrastruktur zuständig, haben die Kapazitäten am Simplon dank der Zusammenarbeit der verschiedenen Bahnunternehmen optimal genutzt werden können. Es habe weder auf der Schiene noch auf der Strasse ein Chaos gegeben.

Aufwändige Sicherungen

Beim Felssturz am 5. Juni hatten sich 2000 bis 3000 Kubikmeter Material gelöst und drei Arbeiter verschüttet. Einer von ihnen konnte Tage danach nur noch tot geborgen werden. Am 18. Juni wurden weitere 2000 Kubikmeter loser Fels gesprengt.

Erst nach dieser Sicherheitssprengung konnte mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Viel Zeit, nämlich eine Woche, habe man gebraucht, um den Fels zu reinigen und mit Ankern zu sichern, sagte Müller, der bei der SBB für die Naturrisiken zuständig ist. Auch kleinere Sprengungen seien nötig gewesen.

Mit Helikoptern wurden Bagger und weitere Maschinen sowie Material in das steile, oberhalb der Reuss gelegene Gebiet geflogen. Fangnetze wurden installiert, der Hang mit Kokosmatten und Netzen befestigt. Innerhalb von 76 Stunden wurde dann das Geröll weggeschafft.

Das Bahntrassee erhielt ein neues Schotterbett, neue Schienen und vier neue Fahrleitungsmasten. Die SBB geht davon aus, dass die Arbeiten in Gurtnellen fünf bis sechs Millionen Franken kosten werden.

Der gesamte Streckenunterbruch dürfte mit 10 bis 20 Millionen Franken zu Buche schlagen. Welche Kosten durch Versicherungen gedeckt werden könnten und ob Schadenersatz bezahlt werden muss, ist nach Angaben der SBB noch offen.

sda

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