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AMSTEG: Astra sichert sich den Installationsplatz

Auf dem Gelände der ehemaligen Neat-Baustelle soll ein neues Wohn- und Gewerbequartier entstehen. Den Platz der Kantine hat aber der Bund reserviert.
Elias Bricker
Nach vierzehn Jahren werden die Kantine und die Unterkünfte der Neat-Baustelle abgerissen. (Bild Urs Hanhart)

Nach vierzehn Jahren werden die Kantine und die Unterkünfte der Neat-Baustelle abgerissen. (Bild Urs Hanhart)

Jetzt ist es schon einen Monat her, dass der Gotthard-Basistunnel offiziell eröffnet wurde. Trotzdem sind die Arbeiten am Jahrhundertbau noch nicht ganz abgeschlossen. Denn momentan sind noch diverse Rückbauarbeiten auf den ehemaligen Baustellen im Gang – so etwa auch beim Zwischenangriffsstollen in Amsteg. Deshalb ist auch in der Neat-Kantine Amsteg noch einiges los. Denn aktuell leben noch immer rund 100 Arbeiter in der Barackensiedlung neben der Kantine. «Wir haben also noch einiges zu tun», sagt Kantinen-Chef Bruno Arnold.

Doch nach vierzehn Jahren sind nun auch die Tage der Kantine gezählt. «Voraussichtlich werden wir Ende Oktober schliessen», sagt Arnold. Doch dies sei noch nicht in Stein gemeisselt. Sicher ist aber, dass die Kantine und die dazugehörige Barackensiedlung bald abgerissen werden, sobald die letzten Arbeiten rund um das Jahrhundertbauwerk abgeschlossen sind.

Ende Jahr ist alles weg

Baustellen haben das Gebiet Grund in Amsteg in den vergangenen 25 Jahren geprägt. Denn bereits von 1994 bis 1998, als das Kraftwerk Amsteg umfassend saniert und ausgebaut wurde, diente der «Grund» als Zwischendeponie für das Ausbruchsmaterial. Und 1999 fand hier schliesslich die erste Sprengung des Neat-Zwischenangriffs statt. In den Folgejahren türmte sich das Ausbruchsmaterial in der Talfläche meterhoch. Mehr als 300 Tunnelarbeiter lebten zeitweise in den Baracken rund um die Neat-Kantine. Hier herrschte Tag und Nacht Betrieb.

Von der Neat-Baustelle wird aber schon bald nichts mehr zu sehen sein. «Bis Ende Jahr kommt hier alles weg», sagt der Silener Gemeindepräsident Hermann Epp. Stattdessen werden die Flächen nun bereits wieder landwirtschaftlich genutzt. Zudem soll nun im «Grund» ein neues Wohn- und Gewerbequartier entstehen. Neue Betriebe sollen angesiedelt werden und bestehende Firmen die Möglichkeit erhalten, im «Grund» mehr Platz zu nutzen. Zudem sollen bei Bedarf auch Wohneinheiten gebaut werden.

Armasuisse hat verkauft

Der Gemeinderat von Silenen hat dazu einen entsprechenden Quartiergestaltungsplan ausgearbeitet, der kürzlich vom Urner Regierungsrat genehmigt wurde. «Das Ende der Neat ist eine grosse Chance für unsere Gemeinde», sagt Gemeindepräsident Epp. «Denn die Flächen im ‹Grund› können jetzt anders genutzt werden.» Momentan gehören die frei gewordenen Parzellen aber noch der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) und dem Bundesamt für Strassen (Astra).

Doch nicht das ganze Gebiet konnte im neuen Quartiergestaltungsplan berücksichtigt werden. Denn das Astra hat vor kurzem die westlichste Parzelle des «Grunds» an der Autobahn gekauft, auf dem heute die Kantine steht. Bis anhin gehörte die Parzelle der Armasuisse.

Vorerst als Lagerplatz nutzen

Eine Frage stellt sich unweigerlich: Weshalb hat das Astra überhaupt Interesse an diesem Stück Land? «Die Parzelle dient als Installationsplatz für zukünftige Projekte», teilt Astra-Sprecherin Esther Widmer auf Anfrage mit. Denn das Bundesamt sei stets darum bemüht, sich entlang der Autobahn Flächen für mittel- und langfristige Bau- und Sanierungsprojekte zu sichern. Momentan stehe zwar gerade kein Projekt in der Region an, teilt Widmer mit. Deshalb werde das Areal vorerst vom Amt für Betrieb Nationalstrassen als Lagerplatz benutzt – etwa zum Lagern von Absperrelementen oder Leitschranken.

Der Gemeinderat macht wegen der Astra-Pläne nicht gerade Luftsprünge. Doch Gemeindepräsident Hermann Epp sagt: «Mit einem Lagerplatz können wir schon leben, sofern alles im Rahmen bleibt und es keine Schutthaufen gibt.» Die Behörde bleibe sicher in Kontakt mit dem Astra. Zudem hoffe man in Silenen, dass der Astra-Platz künftig nicht so trist aussehen werde wie das Areal des ehemaligen Zeughauses (Gemeinde Gurtnellen), das heute ebenfalls als Lagerplatz genutzt werde. «Denn unsere Gemeinde soll sich im ‹Grund› entwickeln können», sagt Epp.

Elias Bricker

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