AMSTEG: Pendler will gute Erreichbarkeit

Toni Epp möchte in die Urner Regierung. Als Pendler weiss er, wie wichtig gute Verkehrsverbindungen sind. Zudem will er sich für die Unternehmer starkmachen.

Elias Bricker
Drucken
Teilen
Toni Epp lebt in Amsteg: «‹Hiä hinnä› kann man gut leben». (Bild Elias Bricker)

Toni Epp lebt in Amsteg: «‹Hiä hinnä› kann man gut leben». (Bild Elias Bricker)

«Uri ist auf optimale Verkehrsanbindungen angewiesen», sagt FDP-Regierungsratskandidat Toni Epp. «Wir müssen mit dem ÖV und mit dem Auto einfach gut erreichbar sein», betont der 46-jährige Liberale. Dafür will sich der FDP-Landrat und aktuelle Präsident der TCS-Sektion Uri im Regierungsrat einsetzen. «Uri muss als Wirtschaftsstandort und als Wohnkanton für Pendler attraktiv sein», sagt der Amsteger. Der Berufsschullehrer muss es wissen. Er pendelt selber jeden Morgen mit Bus und Zug nach Luzern – und das seit 26 Jahren. In dieser Zeit lebte er mit seiner Frau nur kurz einmal auswärts. Doch die beiden zog es bald wieder zurück ins Urnerland. Denn hier fühlt sich Epp wohl.

Schnell Präsidium übernommen

Aufgewachsen ist Toni Epp im nördlichsten Zipfel der Gemeinde Gurtnellen – gleich gegenüber von Silenen. In Amsteg engagiert er sich in diversen Vereinen, und oberhalb von Amsteg hat er sich in den vergangenen Jahren ein eigenes Reich geschaffen. Zusammen mit Ehefrau Beatrice hat er fast in Eigenregie ein altes Haus mit dazugehörigem Stall komplett um- und ausgebaut. «Die Arbeiten rund ums Haus geben mir einen guten Ausgleich zum Job», sagt Epp. «Beim Betonieren, Holz fräsen oder Plattenlegen kann ich abschalten.» Von der neuen Terrasse hat er zudem einen Blick über ganz Amsteg. «Von hier sehe ich immer, was auf der Autobahn läuft», sagt der Befürworter einer zweiten Röhre mit einem Augenzwinkern.

Schnell Präsidium übernommen

2008 wurde Toni Epp in den Landrat gewählt. Nie zuvor hatte er ein politisches Amt innegehabt. «Politik hat mich aber stets interessiert», sagt er. «Doch als Pendler, der immer wieder Weiterbildungen besuchte, hatte ich davor gar nie Zeit.» Bereits zwei Jahre später wurde er Präsident der FDP Uri. «Dass es so schnell gehen könnte, hätte ich nie gedacht», so Epp. Doch der FDP-Mann scheint Herausforderungen zu lieben. Immer wieder hat er sich weitergebildet. Nach zwei Berufslehren als Automechaniker und Autoelektriker absolvierte er die Meisterprüfungen, danach war er als Lehrlingsausbildner und später als Betriebsleiter in einem KMU tätig. Ab 2000 leitete er zudem Fachkurse am Berufsbildungszentrum Bau- und Gewerbe in Luzern, dann folgte berufsbegleitend die Ausbildung zum Berufsschullehrer. «Das war für uns als Familie eine happige Zeit – auch finanziell», blickt Epp zurück. Denn der Amsteger musste die Ausbildung selber finanzieren und sein Arbeitspensum reduzieren. Heute unterrichtet er Berufskunde, Mathematik und Chemie.

Epp will Bürokratie abbauen

Nun will er Regierungsrat werden. «Ich will etwas bewegen», sagt Epp. «Es reizt mich, Veränderungen mitzugestalten.» Sollte er gewählt werden, wüsste er, wo der Hebel angesetzt werden müsse. Als Liberaler will er vor allem Bürokratie abbauen. Gerne würde er die Finanzdirektion übernehmen. «Grundsätzlich soll ein Kandidat zwar jede Direktion übernehmen können, aber als Finanzdirektor hat man in sämtliche Direktionen Einblick und würde den Kanton als Ganzes nie aus den Augen verlieren.» Auch die Bau- oder die Volkswirtschaftsdirektion würde ihn interessieren. «Für uns Urner ist es zentral, dass wir unsere Unternehmen stärken können», sagt Epp. Nur wenn dies gelinge, könne man in einem weiteren Schritt auch neue Firmen im Kanton Uri ansiedeln. Dafür müsse man gute Rahmenbedingungen für die Betriebe schaffen. «Wir können Unternehmen hier eigentlich optimale Standortbedingungen bieten», sagt der FDP-Regierungsratskandidat. «Uri lebt an einer Hauptverkehrsachse. Mailand, Zürich und Basel liegen nur zwei Stunden von uns entfernt.»

«Von aussen nach innen wachsen»

Zudem will Toni Epp dem Urner Oberland und dem mittleren Reusstal in der Regierung eine Stimme geben. «Die Gemeinden im Talboden wachsen und wachsen, trotzdem stagniert Uri bevölkerungsmässig seit Jahren», sagt Epp. «Der Kanton sollte von aussen nach innen wachsen.» Dazu seien aber Infrastrukturen in den Randregionen nötig – wie etwa gute Anbindungen für den öffentlichen Verkehr. «Für viele Urner hört der Kanton im Rynächt auf», sagt Epp. «Doch auch ‹hiä hinnä› kann man sehr gut leben.»

Hinweis

Unsere Zeitung stellt alle Urner Regierungsratskandidaten vor. Bereits erschienen ist das Porträt von Dimitri Moretti (SP, Ausgabe vom 11. Januar).