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AMSTEG: Problempflanzen gezielt ausgemerzt

Gewisse Pflanzen aus anderen Kontinenten sind Gift für das Urner Ökosystem. Nun geht das Urner Amt für Umweltschutz gegen die «Neophyten» vor – und hofft auf die Bevölkerung.
Urs Hanhart
Alexander Imhof, Leiter des Amts für Umwelt, zeigt, wie man die fremden Pflanzen erkennt. (Bild Urs Hanhart)

Alexander Imhof, Leiter des Amts für Umwelt, zeigt, wie man die fremden Pflanzen erkennt. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Asiatischer Staudenknöterich, nordamerikanische Goldruten oder Drüsiges Springkraut: Die Pflanzen, die rund um die Talstation der Seilbahn Amsteg-Arni wachsen, tragen nicht nur exotische Namen, sie kommen auch von weit her. Das allein wäre noch kein Grund zum Aufruf. Doch die fremden Stauden, so genannte Neophyten, gelten als Problempflanzen: Sie verdrängen die heimischen Pflanzen und richten teilweise sogar Schäden an Bauten und Anlagen an.

Mit Herbizid gegen Eindringlinge

Jetzt rückt das Urner Amt für Umwelt den Neophyten auf den Leib. Um den Knöterich zu vernichten, ist sogar Pflanzengift nötig. Umweltfachmann Beat Zgraggen zeigt, wie es geht. Mit einer Spritze injiziert er das Herbizid in den zuvor angebohrten Stengel der Pflanze. Jeden Knöterich muss Zgraggen separat behandeln, damit alles abstirbt, auch unterirdisch. «Die Bekämpfung des Staudenknöterichs, den wir ganz aus dem Kanton Uri verbannen möchten, ist äusserst schwierig», erklärte Alexander Imhof, Vorsteher des Amts für Umweltschutz, an der gestrigen Medienorientierung. «Wir haben eine ganz spezielle Methode entwickelt, die allerdings nur von Fachleuten mit einer Bewilligung angewendet werden darf. Mechanisch kann man diese Pflanze nicht ausrotten.»

Der Knöterich ist eine von zehn Pflanzen, die in Uri unerwünscht oder sogar verboten sind. Weit verbreitet ist unter anderem der Sommerflieder, dem man in Amsteg entlang der Reuss fast auf Schritt und Tritt begegnet. Die Bekämpfung ist ebenfalls sehr aufwendig, wie die Fachleute gestern vor Ort eindrücklich aufzeigten. Gleiches gilt für die häufig vorkommenden Goldruten.

Invasive exotische Pflanzen, aber auch Tiere, sind ein Thema, das die ganze Bevölkerung betrifft. Im Kanton Uri wurde daher bereits vor einigen Jahren vom Regierungsrat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit den exotischen Problemorganismen befasst. Alle betroffenen Fachstellen arbeiten eng zusammen. Man legt Wert auf koordinierte Bekämpfungsmassnahmen und setzt dabei auch Prioritäten. «Es wird nicht möglich sein, alle exotischen Problempflanzen zu eliminieren», räumt Umweltdirektorin Barbara Bär ein. «Gewisse Problemarten müssen künftig akzeptiert und können nur lokal eingedämmt werden.» Gleichzeitig betonte Bär: «Arten wie der Japanische Knöterich oder der Riesen-Bärenklau gilt es vollständig zu bekämpfen.» Beim Knöterich ist man diesbezüglich schon sehr weit. Dieser konnte durch die konsequente Vernichtung bis auf ein paar wenige Standorte eliminiert werden.

Info-Flyer für die Bevölkerung

Die Gründe für die Ausbreitung von Neophyten sind vielfältig. Als Mitverursacher gelten die grosse Mobilität und der Klimawandel. Nicht selten liegt der Ursprung der Verbreitung und Verschleppung von exotischen Problempflanzen gemäss Imhof jedoch am unachtsamen Umgang in privaten Gärten und Parkanlagen. Deshalb wendet sich der Kanton Uri in Zusammenarbeit mit den Zentralschweizer Kantonen mit einem Info-Flyer an alle Personen, die Gärten und Grünanlagen besitzen und bewirtschaften.

«Dieser Flyer zeigt Möglichkeiten zur Bekämpfung und zum Umgang mit exotischen Problempflanzen im eigenen Garten auf und schlägt mögliche Alternativen für die Gartenbepflanzung vor», erklärt Alexander Imhof. So könne beispielsweise eine Stechpalme einen Kirschlorbeer ersetzen, ein Wald-Weidenröschen ein Springkraut oder ein Holunder einen Sommerflieder. Die Broschüre wird in den nächsten Tagen an alle Haushaltungen des Kantons Uri verschickt.

Neophyten und Neozoen

Die Pflanzen, die erst in der Neuzeit hierher gekommen sind, werden Neophyten genannt. Das Pendent in der Tierwelt sind die Neozoen. Die meisten dieser Arten fristen ein diskretes Dasein. Nur ganz wenige werden «invasiv», sodass sie einheimische Arten verdrängen oder wirtschaftliche, bauliche und gesundheitliche Schäden verursachen. Bei den Tieren sind es der Asiatische Marienkäfer, die Rotwangen-Schmuckschildkröte und der Amerikanische Ochsenfrosch. Diese Arten dürfen weder eingeführt noch verkauft, verschenkt, transportiert, vermehrt oder gepflegt werden.

Bei den problematischen Tierarten sind es unter anderem die Kirschessigfliege, der Asiatische Laubholzkäfer und die Tigermücke, die immer wieder für Schlagzeilen sorgen. Letztere tritt als aggressive Stechmücke auf, die auch Krankheiten übertragen kann. In Uri wurde allerdings erst ein Exemplar der Tigermücke nachgewiesen und zwar im Bereich der Gotthard-Raststätte.

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