Amsteg: Warum Witze eine ernste Sache sind.

Hanspeter Müller-Drossaart und Urs Heinz Aerni philosophieren gemeinsam in Amsteg.

Christof Hirtler
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Urs Heinz Aerni (links) und Hanspeter Müller-Drossaart nehmen in Amsteg den Witz als literarische Gattung unter die Lupe.

Urs Heinz Aerni (links) und Hanspeter Müller-Drossaart nehmen in Amsteg den Witz als literarische Gattung unter die Lupe.

Bild: PD

Der Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart sowie der freie Journalist, Autor und Moderator Urs Heinz Aerni setzen sich am 18. Oktober im Hotel Stern und Post in Amsteg mit dem Witz als literarische Gattung auseinander. «Der Witz ist nicht nur Unterhaltung, er bedingt auch ein Vorwissen», so Hanspeter Müller-Drossaart. Etwa über bekannte Politiker oder Skandalgeschichten. Witze würden Ängste, Vorurteile, Klischees und Tabuthemen thematisieren. Sie behandeln gesellschaftliche Minderheiten, menschliche Schwächen oder Stereotypen wie «der langsame Berner», der «arrogante Zürcher», «der schlaue Urner», «der belehrende Deutsche» oder «die stolzen Franzosen.» Witze lassen sich in zahlreiche Kategorien unterteilen wie Beamten-, Politiker-, Jäger-, Pfarrer- oder Mantawitze.

Hanspeter Müller-Drossaart und Urs Heinz Aerni sind jedoch überzeugt, dass im Witz aber mehr drinsteckt als oberflächliche Unterhaltung: «Wir reden von Krimi, Essay, Kolumne, Erzählung oder Novelle, aber nie vom Witz, der kürzesten Erzählform mit Ausgangslage, Plot, Figuren und Final.» Die unvorhersehbare, überraschende Wendung, sei der Kern eines Witzes.

Gegenstand von Forschungsprojekten

Der Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856 bis 1939) veröffentlichte unter dem Titel «Der Witz und seine Bedeutung für das Unterbewusste» eine der grössten Witzsammlungen seiner Zeit. Für Freud waren neben dem Traum der Witz ein Zugang zu den unbewussten Quellen des Individuums. Heute ist der Witz Untersuchungsobjekt der Sprachwissenschaft der Volkskunde oder, auf der literarischen Ebene, des Duos Mülller-Aerni. Im Februar 2020 gastierten die beiden mit diesem Programm in der Regionalbibliothek Affoltern. Etwas irritierend an dem Abend: Müller-Drossaart und Urs Heinz Aerni tönten immer wieder einen Witz an. Irgendwie muss es um ein Aromat gehen. Diesen Witz wollten sie aber erst bei ihrem nächsten Auftritt in Amsteg bekanntgeben. Man sei gespannt.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, 18. Oktober, 17 Uhr, im Hotel Stern und Post in Amsteg statt. Da die Platzzahl beschränkt ist, wird gebeten, sich vorher anzumelden unter 0418840101. Der Eintritt kostet 20 Franken.