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ANALYSE: Auf Offenheit müssen nun Taten folgen

Analyse zur Kommunikationspolitik der Urner Kantonspolizei.
Carmen Epp, Redaktorin
Carmen Epp, Redaktorin. (Bild: Urner Zeitung)

Carmen Epp, Redaktorin. (Bild: Urner Zeitung)

Zwei Lokale, in denen gekifft und Drogen verkauft werden, ein Polizistensohn als Geschäftsführer, Dealer, die Gerüchten zufolge jeweils vor Razzien gewarnt werden sollen – und mittendrin die Urner Polizei, die dem Treiben in der Wahrnehmung der Bevölkerung tatenlos zusieht: Die Vorwürfe, mit denen unsere Zeitung den Urner Kripo-Chef Ruedi Huber im gestern erschienenen Interview konfrontiert hat, wiegen schwer. Sich ihnen zu stellen, ist alles andere als angenehm.

Es wäre also nicht unbedingt verwunderlich gewesen, wenn Kripo-Chef Huber für das Interview gar nicht erst zugesagt oder die heiklen Fragen mit «kein Kommentar» beantwortet hätte. Zumal die Urner Strafverfolgungsbehörden in der Vergangenheit ohnehin nicht gerade durch eine offene Kommunikation aufgefallen waren. Man denke da beispielsweise an die Fälle Walker oder Polizist X. Hier hüllen sich die Behörden zu kritischen Fragen bis heute in Schweigen. Dies, obwohl auch hier der Klärungsbedarf und die Verunsicherung in der Bevölkerung gross sind – «laufendes Verfahren» hin oder her.

Umso positiver ist deshalb die Bereitschaft zu werten, mit der sich der Kripo-Chef den Fragen zur Drogensituation in Uri stellt. Ebenso wie die Offenheit, mit der Huber zu den Schwierigkeiten und den offenbar damit verbundenen personellen Engpässen seiner Abteilung steht. Es braucht Mut, in aller Öffentlichkeit zuzugeben, dass der Kripo die Probleme bekannt sind, ihr aber durch die knappen Ressourcen oftmals die Hände gebunden sind.

Mit Mut und Offenheit allein sind die Probleme jedoch nicht gelöst. Nun müssen Taten folgen, und zwar auf politischer Ebene. Bisher hat sich der Landrat gegen eine Erhöhung der Stellenprozente der Kantonspolizei gewehrt – entgegen den Anträgen der Regierung.

Die Aussagen von Huber sollten die Parlamentarier nun hellhörig machen, lassen sie doch den beschlossenen Personalstopp in einem anderen Licht erscheinen. Der Personalstopp mag zwar den Kantonsfinanzen zugutekommen, nicht aber der Bekämpfung von Betäubungsmittelvergehen in unserem Kanton. Die Probleme sind ausgesprochen. Nun dürften sie auch den Urner Steuerzahler etwas kosten, der ein Recht auf Schutz und Ordnung hat.

Damit Uri das Image des Kantons verliert, in welchem Drogendelikte links liegen gelassen werden, braucht es zwingend mehr Personal bei der Kantonspolizei. Nur so kann die Kripo bei Ermittlungen rund um die Drogenszene aus den Vollen schöpfen, neue Personen als verdeckte Ermittler einspannen und damit der Drogenszene den Kampf ansagen – ohne dabei andere Fälle vernachlässigen zu müssen.

Das würde dem Ansehen der Urner Polizei zugutekommen. Dieses hat im Fall Walker schon genug gelitten. Werden die Urner Polizisten nun auch noch als unfähige Helfershelfer von Drogendealern wahrgenommen, ist das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit in Gefahr.

Carmen Epp, Redaktorin

carmen.epp@urnerzeitung.ch

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