ANDERMATT: 70-Jähriger zu 15 Monaten Haft verurteilt

Ein Einbrecher hat in mehreren Kantonen Diebstähle begangen. Nun ist er verurteilt worden.

Matthias Stadler
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Neunzehn Einbrüche oder Einbruchdiebstähle soll ein 70-jähriger Mann auf dem Kerbholz haben – sieben davon in Andermatt, weitere in anderen Zentralschweizer Kantonen, zudem im Wallis, in Graubünden und im Tessin. Die Taten soll er zwischen dem 20. März 2016 und dem 19. Februar 2017 begangen haben. Die Gerichtsverhandlung zu diesen Fällen fand im Landgericht Ursern statt (Ausgabe vom 11. August). Der Beschuldigte gab im Gerichtssaal in Andermatt vor knapp einem Monat sieben der 19 Einbrüche zu, die restlichen stritt er ab.

Nun ist das Urteil des Landge­richts Ursern bekannt. Es spricht den Angeklagten wegen gewerbsmässigen Diebstahls beziehungsweise Diebstahlversuchs, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs in acht Fällen schuldig. Damit hält ihn das Gericht in einem Fall mehr für schuldig, als der 70-Jährige bei der Verhandlung zugab. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Schweizer in Andermatt einen versuchten Hausfriedensbruch begangen hat. Die restlichen sechs ihm zur Last gelegten Einbrüche in der Gemeinde konnten ihm nicht nachgewiesen werden. Bei den anderen elf Delikten wird der Mann aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Das Gericht spricht die 15 Monate Freiheitsstrafe unbedingt aus. 158 Tage davon hat der Mann bis zur Verhandlung bereits in Untersuchungs- beziehungsweise Sicherheitshaft abgesessen. Damit bleiben noch gut 10 Monate Freiheitsstrafe.

Noch unklar, ob Urteil weitergezogen wird

Die stellvertretende Urner Oberstaatsanwältin Beatrice Kolvodouris Janett erklärt auf Anfrage, dass sie mit dem Urteil nicht ganz zufrieden sei. «Wichtig ist aber, dass das Gericht die Gewerbsmässigkeit anerkannt hat.» Will heissen: Der Mann hat sich demnach darauf eingerichtet, durch regelmässige Taten Einnahmen zu generieren. Die Staatsanwaltschaft werde nicht von sich aus Berufung einlegen. Wenn die Verteidigung dies jedoch mache, behält sich die Staatsanwältin eine Anschlussberufung vor. Der amtliche Verteidiger des 70-Jährigen liess wissen, noch keine Auskunft darüber zu erteilen, ob er das Urteil weiterzieht.

Der Verurteilte hat etwas mehr als einen Drittel der Ver­fahrenskosten zu bezahlen, also rund 12200 Franken. Der Rest geht zu Lasten des Staats.
 

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch