ANDERMATT: Ab 2021 braucht es für den Armeesportstützpunkt neue Lösungen

Der Weiterbetrieb des Armeesportstützpunkts ist bis 2021 sichergestellt. Nach der geplanten Winteruniversiade muss aber eine neue Trägerschaft gesucht werden.

Markus Zwyssig
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Kaserne Andermatt, fotografiert 2012 vom Bätzberg nördlich von Andermatt. (Bild: UZ/Florian Arnold)

Kaserne Andermatt, fotografiert 2012 vom Bätzberg nördlich von Andermatt. (Bild: UZ/Florian Arnold)

Die Zusage von Bundesrat Ueli Maurer, auf den Abbau in Andermatt zu verzichten, konnte verbindlich geregelt werden. Das schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Claudia Gisler (CVP, Bürglen). Basierend auf dem Antrag von Ständerat Isidor Baumann bei der Debatte zum Stabilisierungsprogramm 2017 bis 2019 und der darauffolgenden Zusammenarbeit zwischen den drei eidgenössischen Parlamentariern, der Bildungs- und Kulturdirektion sowie der Sicherheitsdirektion konnte der Weiterbetrieb des Armeesportstützpunkts Andermatt zumindest bis 2021 sichergestellt werden.

So hat Bundesrat Guy Parmelin in einem Brief vom 12. Mai 2017 gegenüber der Urner Regierung bestätigt, dass eine Lösung gefunden ist: Der Armeesportstützpunkt Andermatt wird ab dem 1. Januar 2018 bis Ende 2021 unter neuem Namen durch das Bundesamt für Sport betrieben. Nach der Winteruniversiade 2021 wird der heutige Armeesportstützpunkt aber durch eine neue Trägerschaft übernommen werden müssen. Falls bis zu diesem Zeitpunkt keine Trägerschaft gefunden werden kann, wird der Stützpunkt geschlossen.

Halbe Million für die Winteruniversiade

Für die Austragung der Winteruniversiade 2021 im Urserntal stimmte der Landrat in der Session vom 11. November 2015 einem Kredit von einer halben Million Franken zu. Dies erfolgte auf Basis der vorhandenen Biathlon-Infrastruktur in Realp und des Know-hows der Mitarbeiter des Armeesport-Stützpunkts Andermatt (Assa), die diese Anlage seit Jahren für den Winter- und den Sommerbetrieb auf einem wettkampftauglichen Niveau halten. Seitens des Organisationskomitees «Winteruniversiade 2021 Luzern Zentralschweiz» und des Schweizerischen Universitätssportverbands erhielt der Kanton Uri den Zuschlag, die Biathlon-Wettkämpfe in Realp analog den 2006 durchgeführten Winterarmeeweltmeisterschaften (CISM) durchzuführen.

Die CISM konnten nur dank namhafter Unterstützung der Schweizer Armee in Finanzen, Bau und Logistik durchgeführt werden. Dieses Konzept wurde im Februar 2016 in Realp den Delegierten des Internationalen Universitätssportverbands (Fisu) als Träger der Universiaden vorgelegt. Das Konzept hielt den Vorgaben stand. Darauf basierend laufen die Vorbereitungsarbeiten im OK in Luzern und vor Ort in Realp. Würde der Bund seine Unterstützung und seine Trägerschaft bereits vor der Universiade im Jahr 2021 reduzieren oder ganz wegfallen lassen, so wäre die Universiade in Uri (mit neun unterschiedlichen Biathlon-Wettkämpfen an neun Tagen) nur mit einem enormen finanziellen Aufwand seitens des Kantons oder anderer interessierter Dritter durchführbar. Hinzu käme, dass das Know-how der Assa-Angestellten in der Schweiz kaum ein zweites Mal in dieser Konzentration vorhanden ist.

Eine Masterarbeit soll das Potenzial aufzeigen

Die Biathlon-Anlage des Assa in Realp weist von der Auslastung her im Sommer höhere Frequenzen aus als im Winter. Der Grund: Die Anlage in Realp ist die einzige in der Schweiz, die über eine permanente richtungsgetrennte Rollskibahn verfügt. Damit lässt sich der Biathlon-Sport auch in den Sommermonaten wettkampfnah betreiben. Diese optimalen Trainingsmöglichkeiten nutzen auch ausländische Top-Nationalkader. Daraus ergibt sich ein Potenzial, das mit verbesserter sprich erweiterter Sportinfrastruktur noch wesentlich gesteigert werden kann. Konkret hiesse das, die Zahl der bestehenden Scheiben im Schiessstand von zurzeit zehn zu erhöhen.

Die Frage, welche möglichen Investitionen in Realp sich nachhaltig auszahlen und auf welche Art die Anlage auch nach einem allfälligen Rückzug des Bunds weitergeführt werden könnte, wird zurzeit vertieft geklärt. Die Regierung hält in ihrer Antwort fest, dass die Bildungs- und Kulturdirektion eine Masterarbeit an der Hochschule Luzern in Auftrag gegeben habe. Darin sollen das Potenzial einer allenfalls erweiterten Biathlon-Anlage sowie die Vermarktungsmöglichkeiten nach der Universiade 2021 aufgezeigt werden. Die Masterarbeit wird im Sommer 2017 vorliegen.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch