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ANDERMATT: Andermattner Dorfmetzger unterhält sich mit Ex-Miss

In der SRF-1-Radio-Talkshow traf Ex-Miss-Schweiz Bianca Sissing auf Dorfmetzger Ferdi Muheim aus Andermatt. Der Fleischliebhaber und die Vegetarierin gaben viel Persönliches preis.
Paul Gwerder
Gäste im «Persönlich»: Bianca Sissing und Ferdi Muheim. (Bild: Paul Gwerder (Andermatt, 11. März 2018))

Gäste im «Persönlich»: Bianca Sissing und Ferdi Muheim. (Bild: Paul Gwerder (Andermatt, 11. März 2018))

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Der Konferenzsaal «Gotthard» im Hotel The Chedi war am Sonntagmorgen fast zu klein, um den rund 200 Gästen an der Radiotalkshow «Persönlich» Platz zu bieten. Auf dem Podest sass in der Mitte die ganz in Schwarz gekleidete Miss Schweiz aus dem Jahr 2003, Bianca Sissing, und neben ihr Ferdi Muheim, der heute Montag seinen 66. Geburtstag feiern kann. «Ich bin extra diese Woche noch zum Coiffeur gegangen, damit ich heute eine einigermassen gute Falle mache», sagte der sympathische Schnauzträger Muheim vor der Sendung.

Der Lokalmatador aus Andermatt begrüsste die Gäste auf Russisch. Bianca Sissing hiess die Leute auch auf Englisch willkommen. «Heute habe ich zwei ziemlich verschiedene Gäste bei mir», stellte Moderatorin Sonja Hasler fest. «Einerseits die 38-jährige ehemalige Schönheitskönigin Bianca Sissing, die heute mit ihrem Mann Pirmin im Kanton Luzern lebt, und andererseits Ferdi Muheim, den hier in Andermatt jedes Bein kennt.»

Für Muheim war es überhaupt kein Problem, dass Sissing seit 21 Jahren Vegetarierin ist. «Bis zu meiner ‹Unizeit› habe ich Fleisch gegessen. Aber als wir einen Film über gewisse Tierhaltungen gezeigt bekamen, verging mir die Lust auf das Fleisch», so Sissing.

Metzgerei setzt auch auf Teigwaren und Käse

Muheim hat festgestellt, dass es immer mehr Vegetarier gibt. Deshalb hat er in der Metzgerei das Sortiment angepasst. «Bei uns gibt es nicht nur Fleisch und Wurstwaren zu kaufen, sondern auch Teigwaren und Käseprodukte», betonte der Metzger. «Ich persönlich habe zwar lieber ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller, und in einem Restaurant bestelle ich grundsätzlich kein Gemüse und auch nur selten Salat dazu», sagte der Dorfmetzger.

Bianca Sissing, Tochter einer südafrikanischen Mutter und eines Schweizer Vaters, wuchs in schwierigen Verhältnissen in Kanada auf. «Meine Eltern trennten sich, als ich 8 Jahre alt war und danach wuchs ich bei meiner depressiv kranken Mutter auf.» Da sie zu Hause viel Verantwortung übernehmen musste, erlebte sie ihre schönste Zeit in der Schule. «Ich hatte eine schwere Krankheit und zusätzlich noch depressive Phasen in meinem Leben, aber viele Schutzengel halfen mir, dass ich nicht abstürzte», erinnerte sich die Ex-Miss. Nach dem Psychologiestudium, das sie nur dank eines Darlehens finanzieren konnte, kam Sissing vor 15 Jahren in die Schweiz und wurde im selben Jahr 2003 zur «Miss Schweiz» gewählt. An diese Zeit hat sie schöne Erinnerungen. Danach absolvierte sie eine Lehre als Floristin.

Für Ferdi Muheim war immer schon klar, dass er, wie sein Vater, Metzger werden wollte. «Ich lernte den Beruf in St. Gallen, wo es die grössten Würste gab. Danach arbeitete ich zwei Jahre lang in London, um die englische Sprache zu lernen. «Eine meiner schwersten Zeiten erlebte ich als 15-Jähriger», so Muheim. «Damals starb meine Mutter mit 45 Jahren viel zu früh an Krebs.»

Heute sind die Würste und das luftgetrocknete Fleisch der Metzgerei Muheim im ganzen Kanton ein Begriff. «Seit wir das Hotel The Chedi mit Fleisch beliefern können, haben wir fast ­einen 24-Stunden-Betrieb», so Muheim. «Ohne meine Frau Esther, mit der ich über 40 Jahre verheiratet bin, könnte ich die Metzgerei gar nicht betreiben, denn sie ist die tüchtige Geschäftsfrau, die mir den Rücken freihält.»

Muheims Leidenschaften: Russland und der HCAP

Einer der Höhepunkte in seinem Leben war für Muheim die 200-Jahr-Gedenkfeier für Suworow, die er damals als Gemeindepräsident von Andermatt organisieren durfte. Seither reist er mindestens dreimal pro Jahr nach Russland. «Dort habe ich zwei Göttikinder. Das Spezielle daran ist, dass ich als Katholik nicht Götti werden konnte. Deshalb habe ich sogar den orthodoxen Glauben angenommen», so Muheim. Und zur Frage, ob Putin nicht ein brutaler Mensch sei, antwortete der Russlandkenner: «Wir haben vielleicht ein falsches Bild von Putin, denn ich glaube, dass er die beste Lösung für das Land ist.»

Die zweite Leidenschaft von Muheim ist der Hockey Club Ambri Piotta, bei dem er als erster Deutschschweizer im Verwaltungsrat Einsitz nehmen durfte. Für die Kristallliebhaberin Bianca Sissing ist die Gesundheit das Wichtigste, und sie hofft, dass sie mit ihrem zweiten Buch, welches eine Lebenshilfe sein soll, wieder Erfolg haben wird.

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