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ANDERMATT: Armee zieht sich aus Skigebiet zurück

Die Urschner Korporationsbürger müssen zu einer ausserordentlichen Talgemeinde zusammenkommen – unter anderem soll das Wachthaus der Armee bald touristisch genutzt werden. Zudem plant Bernhard Russi eine Beiz am Lutersee.
Das alte Wachthaus an der Skipiste wird vielleicht schon bald in ein Restaurant umfunktioniert. (Bild: Elias Bricker (Andermatt, 24. März 2018))

Das alte Wachthaus an der Skipiste wird vielleicht schon bald in ein Restaurant umfunktioniert. (Bild: Elias Bricker (Andermatt, 24. März 2018))

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Die Andermatt-Sedrun Sport AG benötigt für den Ausbau der Skiarena mehrere Parzellen, die heute noch im Eigentum der Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Verteidigung (VBS) sind. Die Skigebietsbetreiber können die benötigten Grundstücke aber nicht einfach so vom VBS übernehmen. Weil die Militärparzellen ursprünglich der Korporation Ursern gehörten und es entsprechende Verträge gibt, muss die Korporation die Liegenschaften erst zurückkaufen, bevor sie diese der Skiarena weitergeben kann.

Das letzte Wort haben aber die Bürger. Sie müssen deshalb jetzt zu einer ausserordentlichen Talgemeinde zusammenkommen. Diese findet am Donnerstag, 12. April, um 19 Uhr im Bodenschulhaus Andermatt statt. Grund für die ausserordentliche Versammlung: Die vielen Traktanden im Zusammenhang mit den Rückkäufen im Skigebiet hätten den Rahmen der traditionellen Talgemeinde einen Monat später gesprengt. «Im Mai stehen ja auch noch Wahlen an», sagt Talammann Hans Regli. «Und wir wollen die Bürger an der Talgemeinde richtig über die Geschäfte orientieren und auch Zeit geben, dass sie darüber diskutieren können.»

Insgesamt kauft die Korporation 209320 Quadratmeter Land zurück. Diese befinden sich in den Gebieten Gütsch, Ober Gütsch, Grossboden und Oberalppass. Dafür muss die Korporation lediglich 150000 Franken bezahlen – und dies, obwohl der Verkehrswert auf rund 1,2 Millionen Franken geschätzt wurde. Teilweise stehen auf den Parzellen auch Bauten – Wasserreservoire, Truppenlager, Baracken und Strassen. Unter dem Strich kauft die Korporation fast sämtliche Bauten und Liegenschaften der Armee im Skigebiet zurück– mit Ausnahme der unterirdischen Gebirgsunterkunft Gütsch, einer Teilparzelle auf dem Oberalppass und dem als erhaltenswert eingestuften Fort Stöckli.

VBS muss Baracken auf dem Oberalppass zurückbauen

«Die Verhandlungen mit dem VBS waren relativ zäh», sagt Talammann Regli. Denn der Bund verharrte auf dem Standpunkt, dass er seine Anlagen grundsätzlich nicht zurückbaut, sondern nur stilllegt. Damit war die Korporation nicht einverstanden, musste sich jedoch fügen. «Ansonsten wären die Verhandlungen gescheitert», sagt Regli.

Einzig das Barackenlager auf der Oberalp, das sich in einem schlechten Zustand befindet, wird das VBS dennoch abbrechen. Einige Bauten müssen dort ohnehin der Talstation der geplanten Gondelbahn auf den Schneehüenerstock weichen. Denkbar sind auf dem Oberalppass zudem längerfristig noch weitere touristische Bauten.

Zudem konnten sich die Andermatt-Sedrun Sport AG, das VBS und die Korporation einigen, künftig die Militärstrassen im Skigebiet gemeinsam zu unterhalten, auch wenn diese nun an die Korporation übergehen.

Einen Teil der zurückgekauften Grundstücke will die Korporation Ursern nun für eine einmalige Entschädigung von 63000 Franken an die Andermatt-Sedrun Sport AG abtreten. Zudem müssen die Bürger an der Talgemeinde auch darüber abstimmen, ob sie der Skiarena Land für das geplante Restaurant auf dem Gütsch geben wollen, das direkt bei der Bergstation der neuen Gondelbahn Andermatt-Nätschen-Gütsch geplant ist. Mit dem Bau wollen die Verantwortlichen schon bald beginnen. Die Eröffnung ist für 2019 terminiert.

Zudem kauft die Korporation zusammen mit den anderen Militärbauten auch das alte Wachthaus auf dem Gütsch, in dem bis anhin eine Wetterstation eingerichtet war. Möglicherweise soll das Wachthaus in ein Restaurant umfunktioniert werden. Die Korporation beabsichtigt das Haus im Baurecht weitergeben. Der Talrat ersucht nun die Bürger an der Talgemeinde um Kompetenz, das Haus nach dem Kauf öffentlich auszuschreiben. «Dabei soll diejenige Partei zum Zuge kommen, deren Konzept am meisten überzeugt», heisst es in den Unterlagen zur Talgemeinde. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass auch die Andermatt-Sedrun Sport AG Interesse bekundet.

Russis Projekt ist noch nicht spruchreif

Zudem planen Mari und Bernhard Russi zusammen mit Francesca Martin und Al Breach am Lutersee ein Bergrestaurant mitten im Skigebiet. Al Breach ist ein wohlhabender Brite, der in Andermatt lebt. Für ihr Projekt, das laut Botschaft zur Talgemeinde «noch nicht definitiv ausgearbeitet ist», benötigen sie 3000 Quadratmeter Korporationsboden.

Hinweis

Die ausserordentliche Talgemeinde findet am Donnerstag, 12. April, um 19 Uhr in der Aula des Bodenschulhauses in Andermatt statt. Die ordentliche Talgemeinde findet erst im Mai in Hospental statt. Weil der dritte Sonntag im Mai auf Pfingsten fällt, wird sie heuer auf Sonntag, 27. Mai, verschoben.

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