Andermatt bis Samstagmittag abgeschnitten

Wegen Lawinengefahr bleiben Andermatt und das Urserntal von der Umwelt bis auf weiteres abgeschnitten. Der Sturm «Andrea» führte im Urnerland auch zu Stromausfällen. Und es schneit weiter.

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Blick von Göschenen Richtung Schöllenenschlucht, links die gesperrte Strasse Richtung Andermatt. (Bild: Keystone)

Blick von Göschenen Richtung Schöllenenschlucht, links die gesperrte Strasse Richtung Andermatt. (Bild: Keystone)

Im Kanton Uri bleibt die Kantonsstrasse zwischen Amsteg und Göschenen bis mindestens Samstag 9 Uhr, die Strasse zwischen Göschenen und Andermatt mindestens bis Samstag 12 Uhr geschlossen. Am Samstag wird die Situation nach Auskunft der Urner Polizei neu beurteilt. Weiterhin mit Schneeausrüstung befahrbar mit die Gotthardautobahn A2.

Die Störungen auf dem Netz der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) dauern an. Neben der Strecke Göschenen-Andermatt sind auch die Strecken Andermatt-Dieni am Oberalp und Andermatt bis Niederwald wegen Lawinengefahr bis auf weiteres gesperrt. Der Autoverlad an der Furka und am Oberalp bleiben eingestellt. Die Reisenden des Glacier Express werden via Visp-Bern-Zürich-Chur (bzw. umgekehrt) umgeleitet. Auch die Strasse zwischen Hospental und Realp bleibt wegen Lawinengefahr bis auf weiteres gesperrt. Gesperrt ist ferner die Strasse ins Meiental.

Auch wir haben viel Schnee und sind nach wie vor abgeschnitten. Das Bild wurde in Realp aufgenommen. (Bild: Heidi Nager)
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Nur die gute Laune verlieren wir deswegen noch lange nicht. (Bild: Heidi Nager)
Meterhoch liegt der Schnee auch im Gebiet der Schratteflue! (Bild: Stephan Rubi)
Andermatt am Freitagnachmittag. (Bild: Leserin Sabine Walker)
Keine Autos sondern Skifahrer auf der Strasse. (Bild: Leserin Sabine Walker)
Andermatt am Freitagnachmittag. (Bild: Leserin Sabine Walker)
Zugeschneit präsentiert sich Andermatt am Freitagnachmittag. (Bild: Leserin Sabine Walker)
Andermatt am Freitagnachmittag. (Bild: Leserin Sabine Walker)
Andermatt am Freitagnachmittag. (Bild: Leserin Sabine Walker)
Andermatt am Freitagnachmittag. Ob sich ein Auto darunter versteckt? (Bild: Leserin Sabine Walker)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das abgeschnittene Husen im Meiental am Freitag. (Bild: Leser Peter Lienert)
Die Strasse von Göschenen nach Andermatt ist gesperrt. (Bild: Keystone)
Schneeräumung in Göschenen. (Bild: Keystone)
Alles geschlossen. (Bild: Keystone)
Eine Haustüre in Göschenen - zugeschneit. (Bild: Keystone)
Ein Hausbesitzer schaufelt in Göschenen den Weg frei. (Bild: Keystone)
Die Strasse wird in Göschenen zur Skipiste. (Bild: Keystone)
Blick von Göschenen Richtung Schöllenenschlucht, links die gesperrte Strasse Richtung Andermatt, im Vordergrund die alte Strasse. (Bild: Keystone)
Mehrere Strasse (hier die Kantonsstrasse) sind gesperrt. (Bild: Keystone)
Ein Fenster in Göschenen ist fast zugeschneit. (Bild: Keystone)
Auf dem Flugplatz Buochs hat der Sturm die dort aufgestellte Mirage J-2313 von ihren Stützen gekippt. (Bild: Leser Reto Marzer)
Eine Windhose auf dem Vierwaldstättersee, aufgenommen am Donnerstagnachmittag in Hergiswil. (Bild: Leser Markus Vogel)
Eine Windhose auf dem Vierwaldstättersee, aufgenommen am Donnerstagnachmittag in Hergiswil. (Bild: Markus Vogel)
Orkan Andrea: Sonnenlücke über Arth am Zugersee, mit Blick auf den Rigihang mit Seebodenalp. (Bild: Leserin Elisabeth Carabin)
Andermatt am Freitagmittag. (Bild: Leserin Barbara Baumeler)
Andermatt am Freitagmittag. (Bild: Leserin Barbara Baumeler)
Andermatt am Freitagmittag. (Bild: Leserin Barbara Baumeler)
Andermatt am Freitagmittag. (Bild: Leserin Barbara Baumeler)
Andermatt am Freitagmittag. (Bild: Leserin Barbara Baumeler)
Heftiger Schneefall am Freitagmorgen gegen 3.15 Uhr am Chutweg in Kriens. (Bild: Leser Hans Steinmann)
Die Ruhe nach dem Sturm - tief verschneiter Wald bei Escholzmatt. (Bild: Leserin Rita Schöpfer)
In der Stadt Zug fiel am Donnerstagabend eine Tanne auf die Steinhauserstrasse. Verletzt wurden niemand. (Bild: Freiwillige Feuerwehr Zug)
Die Feuerwehr Galgenen stand an der Allmeindstrasse wegen herunterfallender Ziegel im Einsatz. (Bild: Kapo Schwyz)
Bild vom Freitagmorgen: Andermatt ist von der Umwelt abgeschnitten. (Bild: Webcam)
Wetterkapriolen am Quai in der Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Wetterkapriolen am Quai in der Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Wetterkapriolen am Quai in der Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Wintersturm bei Stansstad auf dem Alpnachersee. (Bild: Keystone)
Wintersturm bei Stansstad auf dem Alpnachersee. Haben Sie weitere Bilder vom Sturm Andrea gemacht? Ihre Bilder erreichen uns unter redaktion.online@luzernerzeitung.ch (Bild: Keystone)

Auch wir haben viel Schnee und sind nach wie vor abgeschnitten. Das Bild wurde in Realp aufgenommen. (Bild: Heidi Nager)

183 km/h am Titlis – Stromausfälle in Uri

Am Freitag tobte «Andrea» mit 183 kmh auf dem Titlis und in Altdorf mit 143 km/h, wie Meteoschweiz mitteilt. Der Rekord liegt bei 149 km/h und wurde beim Lothar-Sturm im Jahr 1999 aufgestellt. Wegen dem starken Wind mussten im Kanton Uri zahlreiche Haushalte im Kanton Uri in der Nacht auf den Freitag ohne Strom auskommen. Heftige Orkanböen hatten mehrere Stromleitungen im Versorgungsgebiet der Elektrizitätswerk Altdorf AG (EWA) beschädigt. Einige Quartiere blieben auch am Freitag ohne Strom. Bereits am Donnerstagabend wieder mit Strom versorgt wurde das Dorf Isenthal. Ohne Stromversorgung bleibt laut EWA das Kleintal.

Ebenfalls die ganze Nacht ohne Strom waren einige Gebiete entlang der Axenstrasse sowie Bristen im Maderanertal; sie konnten am Freitag zwischen 9 und 10 Uhr wieder angeschlossen werden. Ohne Strom bleibt das Gebiet von Bristen hinter der Wehrebrücke.

Kurzzeitig ohne Strom waren Gurtnellen, Sisikon und Teile von Morschach SZ. Zurzeit noch ohne Strom ist der Regliberg oberhalb von Attinghausen.

Wie lange die Stromunterbrüche dauern, kann laut EWA zurzeit nicht abgeschätzt werden.

Noch immer kräftige Böen

Auch am Freitagmorgen stürmte es auf den Bergen immer noch stark. Um 6.30 Uhr wurden auf dem Gornergrat immer noch 151 Kilometer pro Stunde gemessen, wie SF Meteo mitteilte. Auch in den Tälern gab es noch kräftige Böen: Im Urner Reusstal wurden 90 km/h gemessen, in Visp und am Walensee rund 80 km/h.

In den Alpen schneite es auch am Freitagmorgen immer noch kräftig weiter. Auch tagsüber hielt der Schneefall an. In den Skigebieten blieben zahlreiche Lifte und Anlagen, vor allem in höheren Lagen, geschlossen.

Lawinengefahr auf Stufe 4

Im Hochgebirge liegen allgemein grosse Schneemengen. Gemäss dem Lawinenforschungsinstitut besteht in weiten Teilen der Alpen grosse Lawinengefahr, also Stufe 4 auf der fünfteiligen Gefahrenskala.

Die Stufe 4 gilt im ganzen Wallis, im Gotthardmassiv und in den Alpen der Zentralschweiz, weiter in den Glarner Alpen, am Alpstein und in Graubünden vom Tujetsch bis ins Unterengadin. In den übrigen Gebieten ist die Lawinengefahr in der Regel erheblich.

Gestrandete Touristen

Im Berner Oberland hat das Sturmtief «Andrea» rund 140 Reisenden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie strandeten am Donnerstagabend in Wengen und Lauterbrunnen, weil die Wengernalpbahn ihren Betrieb einstellen musste.

Die Reisenden wurden in Hotels in Wengen und Lauterbrunnen untergebracht und verpflegt, wie die Jungfraubahnen mitteilten. Am Freitagmorgen war die Strecke zwischen Lauterbrunnen und Wengen dann wieder offen. Laut dem Online-Dienst der englischen Zeitung «Daily Mail» waren am Donnerstagabend auch in Zermatt VS mehrere hundert britische Touristen eingeschlossen und konnten ihre Heimreise nicht antreten.

«Andrea» mit «Joachim» vergleichbar

Der Sturm «Andrea» ist nach Auskunft von Christoph Siegrist von SF Meteo in der Stärke mit den Stürmen «Joachim» vom Dezember 2011 und «Kyrill» vom Januar 2007 vergleichbar. Von einem viel stärkeren Kaliber seien «Lothar» im Dezember 1999 und «Vivian» im Februar 1999 gewesen. Diese beiden Stürme hatten auch ungleich mehr Verwüstungen angerichtet als «Andrea».

rem/sda

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