Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ANDERMATT: Das Gastrokonzept sorgt in der Skiarena für Gesprächsstoff

Die Skiarena Andermatt-Sedrun hat einen struben Start in die Saison hinter sich. Für Gesprächsstoff sorgten aber nicht nur die neuen Anlagen und Pisten, sondern vor allem das Gastrokonzept der Skiarena.
Elias Bricker
Die neue Gondelbahn auf den Gütsch wurde kurz vor Weihnachten eröffnet. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 22. Dezember 2017))

Die neue Gondelbahn auf den Gütsch wurde kurz vor Weihnachten eröffnet. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 22. Dezember 2017))

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Kurz vor Weihnachten konnte die Skiarena Andermatt-Sedrun die neue Gondelbahn von Andermatt auf den Gütsch sowie den Sessellift Lutersee-Flyer zwischen Gütsch und Oberalp eröffnen. Damit wird die geplante Skigebietsverbindung immer konkreter. Silvio Schmid, CEO der Andermatt-Sedrun Sport AG, sagt nun, wie der Betrieb angelaufen ist.

Silvio Schmid, die neuen Bahnen sind seit bald einem Monat in Betrieb. Wie fällt ihre erste Bilanz aus?

Die Bilanz des Saisonstarts fällt positiv aus. Über die Festtage hatten wir sehr gute Frequenzen – an einigen Spitzentagen registrierten wir bis zu 8500 Personen. Damit sind wir sehr zufrieden. In den zwei ersten Januarwochen spielte das Wetter leider nicht mehr so mit.

Seit dieser Saison setzt die Skiarena nun auf eine flexible Preisgestaltung bei den Tageskarten. Aktuell kostet die Tageskarte unter der Woche lediglich 10 Franken. Kommen dadurch wirklich mehr Leute?

Wir hatten Schneefälle, Regen und starke Winde. Deshalb können wir jetzt noch keine abschliessende Bilanz ziehen. Doch die Aktion ist recht gut angelaufen. Wir wurden zwar nicht überrannt, aber wir stellen fest, dass doch mehr Gäste in die Skiarena gekommen sind extra wegen der günstigen Tageskarte, vor allem wenn das Wetter stimmte.

Kommen denn die Leute jetzt nicht auch vor allem aus Neugier?

Absolut. Wir konnten durch die neuen Bahnen sicher zusätzliche Gäste gewinnen. Zudem stellten wir gerade an den Wochenenden und über die frequenzstarken Feiertage eine gewisse Konzentration im Gebiet Nätschen–Gütsch fest. Die Gäste sind «gwundrig» und kommen, auch wenn noch nicht alles fertiggebaut ist.

Sie sprechen es an: Die Bauarbeiten am Sessellift beim Schneehüener- stock laufen noch immer auf Hochtouren. Geht die Sesselbahn überhaupt noch diese Saison in Betrieb?

Das ist geplant, aber garantieren können wir noch nichts. Die Natur gibt uns den Takt vor. Es hatte im Herbst früh geschneit, deshalb sind wir nun ein bisschen in Verzug. Wir möchten irgendwann im Februar die Anlage eröffnen. Dann könnten wir die einseitige Verbindung zwischen Andermatt und Dieni mit einer Abfahrtsroute vom Schneehüenerstock zum Oberalppass anbieten.

Wetterkapriolen prägten auch die vergangenen Wochen. Kann man so auf 2500 Metern über Meer mitten im Winter überhaupt noch eine Baustelle aufrechterhalten?

Das ist nicht so einfach und eine Herausforderung für die Arbeiter und Planer. Doch aktuell werden die Gebäude fertiggestellt und die Sessellifte montiert. Zudem müssen wir die Anlage noch für den Betrieb einstellen und Probefahrten machen. Das braucht Zeit. Und dann muss am Schluss auch das Bundesamt für Verkehr die Betriebsbewilligung erteilen.

Auf diese Saison hat sich in der Skiarena ganz viel verändert – es gibt zwei neue Anlagen, neue Pisten und ein neues Familienrestaurant auf dem Nätschen. Welche Rückmeldungen haben Sie dafür erhalten?

Grundsätzlich sehr viel positive. Es hat sich wirklich extrem viel geändert. Neben den neuen Bauten haben wir auch vier Restaurants im Skigebiet umgebaut. Doch natürlich gibt es immer auch kritische Stimmen, welche auf Veränderungen reagieren.

In den Restaurants der Skiarena haben aber bis jetzt vor allem die langen Wartezeiten zu reden gegeben. Einige Gäste mussten rund eine Stunde auf das Essen warten.

Es gab tatsächlich am Anfang Probleme in den Betriebsabläufen. Doch man muss berücksichtigen, dass wir am 23. Dezember von null auf zweihundert gestartet sind. Es gab keine Anlauf- oder Probezeit. Die ersten Tage, an denen wir auch noch einen grossen Ansturm hatten, waren extrem hektisch.

Läuft es nun besser?

Wir haben nun da und dort Korrekturen vorgenommen und Konzepte geändert. Das alte Restaurant Nätschen haben wir wieder in ein Selbstbedienungsrestaurant umgestaltet. Daher hat sich die Situation inzwischen beruhigt.

Man hatte auch das Gefühl, dass Sie über die Festtage in den Restaurants zu wenig Personal hatten.

Einen Monat vor Saisoneröffnung haben wir auch noch das Restaurant Calmut auf dem Oberalppass als Pachtbetrieb übernommen, ansonsten wäre es diese Saison geschlossen geblieben. Das wäre nicht gut gewesen. Dieses Restaurant ist sehr wichtig für uns. Durch die kurzfristige Übernahme des Betriebs mussten wir aber Personal hin- und herschieben. Denn wir waren nicht in der Lage, so schnell zusätzliches Personal zu bekommen. In der Zwischenzeit haben wir auch das in den Griff bekommen. Es ist uns klar, dass noch nicht alle Betriebsabläufe eingespielt sind. Doch es gab so viel Neues auf diese Saison hin, es wurde überall so lange vorbereitet und umgebaut, dass die Zeit am Schluss relativ knapp war, um alles pünktlich in Betrieb zu nehmen.

Für das Gastrokonzept im Skigebiet war der erfolgreiche Zürcher Gastronom Marco Però zuständig. Daher gibt es nun in den Restaurants der Skiarena Gerichte mit Zutaten aus der Region. Wollen denn die Skifahrer wirklich in einem bedienten Restaurant ganze Menüs essen? Sind diese mit Bratwurst und Pommes nicht einfach besser bedient?

Ich denke, es braucht beides. Es braucht auch im Gastrobereich weiterhin ein breites Angebot. Alle Gästegruppen sollen in der Skiarena ein auf sie abgestimmtes Angebot erhalten. Ich denke dabei beispielsweise auch an die Familien, denen wir mit dem neuen Matti-Familienrestaurant im Nätschen ein entsprechendes Angebot anbieten oder an das Selbstbedienungsrestaurant im Milez. Es ist aber klar, dass die Skiarena internationaler wird. Dadurch wird es künftig mehr Gäste geben, die sich eine gehobenere Gastronomie wünschen. Auch diesen Gästen wollen wir ein entsprechendes Angebot bieten.

Die Speisekarten in den neuen Restaurants fallen vor allem auch durch die grosse Auswahl von Weinen, Spirituosen und Champagner auf. Ein Kafi Kräuter, wie es die Urner mögen, sucht man aber vergebens auf der Karte. Setzten Sie nun stärker auf die Cüpli-Gesellschaft?

Das würde ich so nicht sagen. Sie erhalten nach wie vor in den Gastrobetrieben einen Kafi Lutz oder ein Kafi fertig – vielleicht nicht in jedem Restaurant. Doch jeder Betrieb soll sich auch anders positionieren. Wir wollen nicht zehn identische Restaurants im Skigebiet. Die neuen Hotels in Andermatt ziehen zudem Gäste mit anderen Erwartungen und Ansprüchen an, die auch wir als Skiarena befriedigen wollen.

Doch dass der Lunchraum auf dem Gurschen in ein Fondue-Stübli umgebaut wurde und der Glaspavillon neben der Mittelstation ersatzlos abgebrochen wurde, sorgt bei den Skifahrern, die sich einfach verpflegen wollen, momentan für heftige Diskussionen.

Die Schirmbar mit den Glaswänden war baufällig. Man hätte sie sanieren müssen. Das hätte sich aber nicht mehr gelohnt. Sie war eine Energieschleuder und somit einfach nicht mehr zeitgemäss. Leider gab es vor Saisonbeginn noch so viel zu tun in der Skiarena, dass wir einfach nicht mehr dazu kamen, einen Ersatz aufzustellen. Tatsächlich hatten wir Anfang Saison wegen der Änderungen, die Sie ansprechen, viele Reaktionen. Deshalb haben wir nun reagiert.

Und wie?

Wir haben jetzt anstelle des Lunchraumes zwei Container aufgestellt. Dort können die Skifahrer in einem geheizten Raum ihre Verpflegung einnehmen. Sie sehen, wir sind lernfähig. Es wird noch da und dort im Skigebiet Anpassungen geben. Eines kann ich aber versprechen: Wir werden bei der Mittelstation Gurschen im kommenden Winter wieder ein tolles Angebot präsentieren können als Ersatz für die Schirmbar.

Bis im kommenden Winter werden auch der Sessellift und die Gondelbahn am Schneehüenerstock in Betrieb sein. Damit wäre die erste Bauetappe der Skigebietserweiterung abgeschlossen. Wird dann gleich die zweite Bauetappe mit den geplanten Anlagen am Gemsstock und der Gondelbahn Göschenen-Gütsch realisiert?

Geplant ist für die Saison 2019/20 noch ein Restaurant auf dem Gütsch. Doch wann die zweite Etappe realisiert wird, ist noch nicht klar. Es geht jetzt darum, die erste Etappe abzuschliessen und den Betrieb entsprechend unseren Zielvorgaben umzusetzen. Je nach Entwicklung des Skigebietes wird dann die zweite Etappe in Angriff genommen.

Es wird gemunkelt, dass die Gondelbahn in Göschenen aktuell nicht realisiert werden kann, weil der Platz für den Bau der zweiten Röhre benötigt wird.

Die Bahn von Göschenen auf den Gütsch ist in der zweiten Etappe geplant. Somit sind wir nicht unter Zugzwang. Im Moment laufen Gespräche bezüglich des definitiven Standorts der neuen Anlagen – unter anderem auch mit dem Bundesamt für Strassen, das für den Bau der zweiten Gotthardröhre zuständig ist.

«Wir sind von null auf zweihundert gestartet. Es gab keine Anlauf- oder Probezeit.» Silvio Schmid, CEO Andermatt-Sedrun Sport AG (Bild: Paul Gwerder)

«Wir sind von null auf zweihundert gestartet. Es gab keine Anlauf- oder Probezeit.» Silvio Schmid, CEO Andermatt-Sedrun Sport AG (Bild: Paul Gwerder)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.