ANDERMATT: Das Publikum ist des Lobes voll

Die Premiere der Freilichtspiele lockte viel Prominenz ins Urserntal. Und das Urteil fiel unisono sehr positiv aus: «Tyyfelsbrigg» überzeugt in jeder Beziehung.

Bruno Arnold
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Prominentes Polittrio; von links: Landesstatthalter Heidi Z'graggen, die höchste Schweizerin, Maya Graf, und Landammann Josef Dittli. (Bild: Bruno Arnold)

Prominentes Polittrio; von links: Landesstatthalter Heidi Z'graggen, die höchste Schweizerin, Maya Graf, und Landammann Josef Dittli. (Bild: Bruno Arnold)

Die «Neue Urner Zeitung» hörte sich am Freitagabend nach der Premiere der Freilichtspiele 2013 in Andermatt (siehe auch Ausgabe von gestern Sonntag) bei verschiedenen Gästen um. Das Fazit war durchwegs positiv: «Wunderbar.» «Tolle Leistung aller Mitwirkenden.» «Eindrückliche Inszenierung.» «Ich bin ganz einfach hell begeistert». «‹Tyyfelsbrigg› vermag auch inhaltlich und textlich voll und ganz zu überzeugen, das war bei ‹Suworow› im Jahr 2010 nicht unbedingt der Fall»: So tönte es fast unisono. Kurz: Die Hauptverantwortlichen, Gisela Widmer (Text), Livio Andreina (Regie), Anna Maria Gaudemanns (Ausstattung), Bruno Amstad (Musik), Lukas Schmocker (Choreografie) sowie die Techniker (Licht, Ton, Feuer- und Raucheffekte) erhielten sehr viel Lob.

Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
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Regisseur Livio Andreina gibt Anweisungen. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
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Bei der Probe am 7. Juni: Ausstatterin Anna Maria Glaudemans Andreina hilft bei der Anprobe der Kostüme. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)
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Auch der bekannte Kabarettist Emil Steinberger und dessen Frau Niccel liessen sich die Premiere nicht entgehen. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Warten gespannt auf die Premiere: «Tyyfelsbrigg»-Autorin Gisela Widmer und Clown Dimitri. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Der OK-Präsident der Andermatter Freilichtspiele, Christoph Gähwiler, begrüsst alt Bundesrat Christoph Blocher. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Prominentes Polittrio; von links: Landesstatthalter Heidi Z'graggen, die höchste Schweizerin, Maya Graf, und Landammann Josef Dittli. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Urs Traxel, Direktor des Hauptsponsors UKB, und der Andermatter Gemeindepräsident Roger Nager (links) amüsieren sich. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)

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Auch nachdenklich gestimmt

Nationalratspräsidentin Maya Graf sprach von einer «gelungenen Verbindung von Moderne und Ursprung». «Ich habe eine äusserst eindrückliche, lebensfrohe und doch auch nachdenklich stimmende Inszenierung erlebt.» Die Atmosphäre mitten im Steinbruch, die Kostüme, die Musik und das Licht: Das alles sei einfach ganz toll gewesen. Ab und zu habe sie geschmunzelt, dann sei sie wieder nachdenklich geworden, gerade wenn ihr Parallelen zur eigenen politischen Arbeit vor Augen geführt worden seien. «Das Funktionieren unserer Demokratie wird in diesem Theater sehr schön und authentisch dargestellt.»

Auch Heinz Keller, Leiter des Theaters Uri, schwärmte: «Das Stück hat viel Bewegung, viel Spass und Witz. Wirklich eine Superleistung.» Die Vielfalt der Figuren, der Umgang mit der Landschaft und die Kostüme, aber auch das Theater im Theater selber hätten ihn wirklich fasziniert.

«Mir hat es wirklich sehr gut gefallen», meinte der Abt des Klosters Disentis, Vigeli Monn,«auch wenn der Teufel mit seinen Verheissungen und Lockungen etwas gar viel zum Zug kommt.» Je mehr man sich auf den Teufel versteife, desto mehr Macht erhalte er. «Aber am Schluss des Stücks wird er ja zum Glück von der Gemeinschaft vertrieben. Das ist ein positiver Aspekt für uns Christen.»

Kulisse hervorragend genutzt

Von einer «grossen Leistung des Ensembles» sprach alt Nationalrat Franz Steinegger.«Die interessante Kulisse im Steinbruch wird hervorragend genutzt.» Das Stück selber sei für ihn sehr politisch. «Zuerst schaut jeder für sich, dann findet man doch noch eine Mehrheit und schliesslich auch den Sündenbock. Da wird einem deutlich vor Augen geführt, wie in einer Demokratie Entscheide zu Stande kommen können, wie unsere Politik funktioniert», meint er – und schmunzelt.

Auch Emil Steinberger sprach von einem «sehr aktuellen Inhalt». «Die Geschichte wird wunderbar erzählt und auf die heutige Zeit bezogen. Die armen Leute, die früher an den Teufel geglaubt haben, hatten es wirklich nicht einfach. Zum Glück ist man davon weggekommen.» Besonders fasziniert hätten ihn die Lichteffekte, die mit zunehmender Dunkelheit noch stimmungsvoller geworden seien.

Gotthard richtig erkannt

Alt Bundesrat Christoph Blocher freute sich vor allem, «dass die Bedeutung des Gotthards derart gut und deutlich aufgezeigt wird». Für ihn ist klar: «Ohne Gotthard gäbe es keine Schweiz.» Die Inszenierung bezeichnete er als «originell und mutig». Als Nichturner habe er allerdings etwas Mühe gehabt, die verschiedenen Sagengestalten zu erkennen, die kurz vor der Pause aufgetaucht seien. Damit war Blocher allerdings nicht allein. «Auch ich hätte bei dieser Szene noch etwas Nachhilfeunterricht gebrauchen können», gestand Franz Steinegger ein.