ANDERMATT: Die Outdoor-Branche lotet ihre Grenzen aus

Die Alpen werden immer mehr zur Spielwiese des Eventtourismus. Sogar die Outdoor-Branche hinterfragt dies kritisch.

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Benno Nager, CEO der Andermatt Alpine Destination Company. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Benno Nager, CEO der Andermatt Alpine Destination Company. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Wie können Natur und Landschaft genutzt und dennoch erhalten werden? Und was braucht es, um eine möglichst nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten?

Solche Fragen wurden am Dienstag beim 2. Swiss-Outdoor-Forum in Andermatt erörtert. Ziel dieser von den Trekking-Friends organisierten Veranstaltung war es, eine Diskussion über Sinn und Unsinn des Eventtourismus in den Bergen anzuregen.

Die ethische Verantwortung der Branche
Im ersten Teil beleuchteten Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern, und Christen Baumann, CEO der Bergbahnen Zermatt AG, den Bergtourismus im Spannungsfeld zwischen der Inszenierung von Events und dem Anspruch an Ruhe und Natur.

In einem weiteren Block wurde die ethische Verantwortung der Outdoor-Branche thematisiert. Dabei legten Philippe Willi, Verwaltungsratspräsident der Outdoor Interlaken AG, Mark Held, Generalsekretär der European Outdoor Group, und Andreas Weissen, Stiftungsrat bei Greenpeace Schweiz, ihre Sicht der Dinge dar. Letzterer zeigte sehr schön auf, dass es durchaus möglich sei, erlebnisreiche Ferien- und Trekkingwochen durchzuführen, ohne die Bergwelt übermässig zu beanspruchen.

Weissen vertrat eine völlig andere Meinung: «Im Grossen und Ganzen sind die strengen Vorschriften dazu da, negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft zu verhindern. Es ist ganz wichtig, dass man nicht einfach alles machen darf.» Grundsätzlich müsse man darauf hinarbeiten, den ökologischen Fussabdruck auch im Freizeitbereich zu verringern. Heute sei es leider so, dass zuerst das Erlebnis komme und dann erst die Moral.

Eine Mindestgrösse des Resorts ist nötig
Zum Schluss stellte Benno Nager, CEO der Andermatt Alpine Destination Company, das im Urserntal geplante Ferienresort vor. Die Tatsache, dass dieses Projekt auf sehr gutem Weg sei, begründete er mit dem persönlichen Engagement von Investor Samih Sawiris.

Die Frage eines Forumsteilnehmers, ob das Vorhaben von den Dimensionen her nicht überrissen sei, beantwortete Nager so: «Ein Ferienresort braucht eine gewisse Mindestgrösse, um langfristig überhaupt rentieren zu können. Die in Andermatt geplante Anlage ist verglichen mit anderen Destinationen gar nicht so gross. Zudem wird es im Tal weiterhin viele Grünflächen geben.»

Urs Hanhart

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Urner Zeitung.