ANDERMATT: Die Welt liegt ihm zu Füssen

Der Amerikaner William Crouse, der seit 2012 in Andermatt lebt, hat zum 7. Mal den Mount Everest erklommen.

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Die Uristier durfte auf dem Gipfel nicht fehlen: William Crouse nach dem geschafften Aufstieg. (Bild: PD)

Die Uristier durfte auf dem Gipfel nicht fehlen: William Crouse nach dem geschafften Aufstieg. (Bild: PD)

red. William Crouse aus Colorado, Mitglied der SAC-Sektion Piz Lucendro, ist nach der 7. erfolgreichen Besteigung des 8850 Meter hohen Mount Everest von Nepal nach Andermatt zurückgekehrt. Crouse hatte sich am 9. April in Andermatt verabschiedet. Er reiste via Doha nach Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal, wo er einige Tage bei Freunden verbrachte. Sein Ziel war es, als Expeditionsleiter zusammen mit seinem Kollegen Hemant Sachdev aus Indien den Everest von der Südseite her zu erklimmen. Um die grosse Distanz von Kathmandu ins Khumbu-Gebiet abzukürzen, liessen sich die beiden mit einem Helikopter bis oberhalb Namche Bazar auf rund 3900 Meter fliegen. Von dort aus ging es zu Fuss ins Basislager (5300 Meter) auf dem Khumbu-Gletscher. Nach rund drei Wochen Akklimatisation im Basislager und in den Hochlagern 1 bis 3 erreichten die zwei Bergsteiger den Südsattel auf 7986 Meter.

Bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel

Am 18. Mai starteten sie um 20 Uhr zusammen mit drei Sherpas in Richtung Südgrat des Everest. Die Wetterverhältnisse waren gut, es gab wenig Wind bei zirka minus 30 Grad. Bei Sonnenaufgang um 4.30 Uhr standen sie auf dem Gipfel. William Crouse, ein begnadeter Bergfotograf, gelangen dabei eindrückliche Fotos, eines davon mit dem riesigen pyramidenförmigen Schattenwurf des Gipfels in Blickrichtung Westen. Wahrlich ein erhabenes Fotosujet, wenn man die Erde so zu Füssen hat.

Der anschliessende Abstieg mit je einer Nacht im Südsattel und im Lager 2 oberhalb des Khumbu-Eisbruchs war sehr lang, aber für die Bergsteiger beglückend zugleich. Crouse berichtete nach seiner Rückkehr, dass die Bedingungen im Khumbu-Eisbruch und die lange Schönwetterphase dieses Jahr überdurchschnittlich gut waren.

«Nicht alltäglich»

William Crouse, General Manager einer weltweit tätigen Bergschuhfirma, wohnt seit Oktober 2012 in Andermatt und hat hier auch seinen Geschäftssitz. Den höchsten Punkt der Erde hat er nun viermal von Norden, also von Tibet/China her bestiegen und dreimal von Süden (Nepal). «Diese aussergewöhnlichen Leistungen eines Mitgliedes unserer Sektion sind nicht alltäglich», hält die SAC-Sektion Piz Lucendro in einer Medienmitteilung fest. Und weiter: «Es freut uns sehr, dass der 49-jährige William Crouse den Kontakt zur Bevölkerung vermehrt sucht und findet, auch wenn diese Begegnungen in Englisch sind. Ist er mit dem Erlernen der deutschen Sprache ebenso erfolgreich wie am Everest und an andern Wänden und Gipfeln auf dieser Erde, ist er schon bald ein richtiger Andermatter.»

Die SAC-Mitglieder freuten sich, Crouse nach seiner erfolgreichen Besteigung wieder bei bester Gesundheit in Andermatt begrüssen zu können. Sie wünschen ihm weiterhin unfallfreie Bergerlebnisse im alpinen Gelände wie auch auf weiteren Gipfeln unserer Welt.