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ANDERMATT: Eine Politikerin, die gut zuhört

Frieda Steffen will sich im Nationalrat für NFA, Neat und Wasserzinsen starkmachen. Die CVP-Frau spricht über ihre Motivation und über ihr Vorbild.
Markus Zwyssig
Erholung findet Frieda Steffen in der Natur. «Wegen der Tiere geht man auch bei schlechtem Wetter nach draussen», sagt sie. (Bild Urs Hanhart)

Erholung findet Frieda Steffen in der Natur. «Wegen der Tiere geht man auch bei schlechtem Wetter nach draussen», sagt sie. (Bild Urs Hanhart)

Markus Zwyssig

Grosse Fussstapfen sind es, in die Frieda Steffen mit ihrer Kandidatur für den Nationalrat treten will. Das werde nicht einfach, sagt die CVP-Landrätin. Die FDP-Politikerin Gabi Huber ist ihr ein politisches Vorbild, vor allem, was die Arbeitsweise betrifft. Als gewissenhafte Arbeiterin will auch Steffen wahrgenommen werden. Es liege ihr, gründlich zu recherchieren und dann in Kommissionen oder Fraktionen gut zu argumentieren. «Ich arbeite viel für das Landratsmandat», sagt Steffen. «Ich nehme es ernst und bereite mich seriös vor. Das möchte ich auch auf nationalem Parkett machen.»

Erfahrungen gesammelt

Motiviert ist die 56-jährige Andermatterin für die neue Herausforderung, weil sie über lange Zeit auf verschiedenen Ebenen politische Erfahrungen gesammelt hat. So war sie im Schulrat tätig, als Talrätin bei der Korporation Ursern und als Rechnungsrevisorin beim EW Ursern und der Korporation. Seit sieben Jahren ist sie im Landrat, aktuell als Vizepräsidentin. «Ich hätte Freude, den nächsten Schritt zu machen, und ins nationale Parlament einzuziehen.»

Frieda Steffen ist seit 32 Jahren verheiratet und Mutter dreier erwachsener Kinder. Sie ist Lehrerin für textiles Gestalten, Hauswirtschaft und Sport. Zudem hat sie eine Zusatzausbildung als bäuerlich-hauswirtschaftliche Beraterin absolviert und die Ausbildung zur Bäuerin mit der höheren Fachprüfung abgeschlossen. Als Lehrerin arbeitet sie in einem kleinen Pensum. Im eigenen Landwirtschaftsbetrieb ist sie selbstständig erwerbend. Und als Arbeitgeberin bildet sie seit Jahren Hauswirtschafterinnen aus.

Im Nationalrat möchte sich Steffen starkmachen für Uri-spezifische Themen. So sollen nach der Eröffnung der Neat stündlich Züge in Uri halten, die nach Norden und nach Süden fahren. Zudem sagt sie: «Die Wasserzinsen in Uri dürfen nicht unter Druck geraten. Das sind wichtige Einkommen, die Bestand haben müssen.» Zum NFA meint Steffen, Uri leiste viel für die Allgemeinheit. Dabei gehe es um den Transit von Verkehr auf Bahn und Strasse, aber auch von Wasser, Strom und Daten. «Die Leistungen Uris müssen entsprechend gewürdigt werden.»

Zweite Röhre: Urserntal sagt Ja

Der Entscheid, ob die Sanierung des Gotthardtunnels mit oder ohne zweite Röhre erfolgen solle, liege nun beim Schweizer Volk. Der Bundesrat sei gestützt darauf in der Pflicht, dies umzusetzen, so Steffen. «Der Entscheid ist schwierig zu fällen, die Parteien sind gespalten – auch die CVP.» In Uri sei die Bevölkerung zweigeteilt.

Steffen blickt auf die Abstimmung im Jahr 2011 zurück. Damals hat das Urserntal Ja gesagt zu einer zweiten Röhre. Weil aber in Altdorf und zwölf weiteren Gemeinden Nein-Mehrheiten zu Stande gekommen sind, hat der Kanton Uri die Volksinitiative der Jungen SVP abgelehnt. Das Urschner Resultat habe sie bewogen, ebenfalls für ein Ja zur zweiten Röhre zu votieren. Steffen ist in vielen Bereichen tätig. Als bäuerlich hauswirtschaftliche Beraterin realisierte sie einige Projekte. So war sie Initiantin des Haushaltservice der Urner Bäuerinnen, der kürzlich den Prix Montagne gewann. Steffen arbeitet bei zwei Arbeitsgruppen der CVP Schweiz zu Landwirtschaft und Bildung mit. Zudem ist sie in der landrätlichen Bildungs- und Kulturkommission tätig.

Erholung findet Steffen auf dem Schafbetrieb, den sie von ihrem Grossvater übernommen hat. «Wegen der Tiere geht man auch bei schlechtem Wetter nach draussen. Das lüftet einem den Kopf.» Wenn sie anschliessend einen Vorstoss für den Landrat vorbereite oder einen wichtigen Brief schreiben müsse, gehe das viel besser. Die Verantwortung für den Betrieb wird Steffen aber bald einem ihrer Söhne weitergeben. Als Herdenschutz für die Tiere sorgen zwei Lamas. Zum Wolf hat sie eine klare Meinung. «Seine Anwesenheit ist in unserer Gegend nicht mehr möglich.» Der Tourismus sei viel präsenter als früher.

Offene Ohren für Bevölkerung

Oft hört Steffen den Vorwurf, sie reiche im Landrat zu viele Vorstösse ein. «Diese zieht man sich nicht einfach aus den Fingern», sagt sie. Vielmehr seien es Anliegen aus der Bevölkerung. Manchmal gebe es auch Rückschläge, wie beispielsweise beim Freiheitsindex. Der Vorstoss ist von der Regierung abgelehnt und vom Landrat nicht überwiesen worden. Doch mehrere Male habe sie Erfolg gehabt, betont Steffen. So hat sich der Einsatz für die Wiedereröffnung der Bäuerinnenschule in Gurtnellen ausbezahlt. Ebenso erfolgreich war ihr Vorstoss für einen Rettungsstützpunkt in Andermatt. Und die künftige touristische Nutzung der Seilbahnen – ebenfalls ein Anliegen Steffens – ist nicht nur in Uri, sondern schweizweit ein Thema geworden.

Hinweis

Die «Neue Urner Zeitung» stellt alle Urner Kandidatinnen und Kandidaten für die National- und Ständeratswahlen vom 18. Oktober vor. Den Anfang macht heute die CVP-Landrätin Frieda Steffen aus Andermatt.

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