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Andermatt: Erfolg der Skiarena sorgt für Verkehrsprobleme

Weil die vielen Besucher der Skiarena auf der Anreise nach Andermatt für Stau bis nach Göschenen sorgten, müssen die Verantwortlichen über die Bücher. Auch ein neues Parkhaus steht zur Diskussion.
Carmen Epp
Skiarena Andermatt-Sedrun: So gut besucht wie noch nie. (Bild: Urs Hanhart)

Skiarena Andermatt-Sedrun: So gut besucht wie noch nie. (Bild: Urs Hanhart)

Besser hätte die Wintersaison für die Betreiber der Skiarena kaum laufen können: Nachdem die Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun kurz vor Weihnachten fertiggestellt worden war, tummelten sich in den vergangenen Monaten so viele Wintersportler auf den Pisten der Skiarena wie nie zuvor. Die Anzahl Ersteintritte – auch Skierdays genannt – stiegen gegenüber der vorangegangenen Wintersaison um 36 Prozent auf 450000 an.

Der Erfolg bringt aber auch Probleme mit sich. So herrschte nicht nur auf den Skipisten, sondern auch auf den Anfahrtsstrassen mehr Verkehr. An manchen Tagen gar so viel, dass sich die Autos in der Schöllenen und teilweise bis zur Autobahnausfahrt in Göschenen stauten. «Anfangs lief die Parkplatzzuweisung beim Kreisel in Andermatt nicht optimal», sagt Stefan Kern, Medienverantwortlicher der Andermatt Swiss Alps (ASA) AG, deren Tochtergesellschaft Andermatt-Sedrun Sport AG die Skiarena betreibt. Durch neue Signalisationstafeln, die bereits in der Schöllenen über die Standorte der Parkplätze informierten, habe der Rückstau dann jedoch schnell abgenommen.

Bei 10000 Skifahrern ist die Kapazitätsgrenze erreicht

An Spitzentagen jedoch, mit über 10000 Ski- und Snowboardfahrern auf der Piste, helfe auch das beste Zuweisungssystem nichts, sagt Kern. «Denn dann erreichen wir die Kapazitätsgrenze, was das Angebot an Parkplätzen angeht.» In der aktuellen Wintersaison sei das an insgesamt acht Tagen der Fall gewesen, das Problem also nicht akut. Da die Skiarena aber noch mehr zulegen und die Skierdays mittelfristig um weitere 30 Prozent steigern will, dürfte die Parkplatzsituation jedoch künftig an Brisanz gewinnen, gibt auch Kern zu bedenken.

Die Entwicklung kommt nicht überraschend. So wird die Problematik gemäss Kern bereits seit dem Bewilligungsprozess der Skiarena thematisiert und in regem Austausch mit den beteiligten Parteien besprochen. Dazu zählen der Kanton, das Bundesamt für Strassen (Astra), die SBB, die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) sowie Gemeinde- und Tourismusvertreter. Es gebe zwei Ansatzpunkte, die Verkehrsproblematik an Spitzentagen in den Griff zu kriegen, führt Kern aus: die Förderung des öffentlichen Verkehrs und die Schaffung von mehr Parkplätzen. Ersteres hat die ASA bereits selber in die Hand genommen und ein eigenes Skibus-Angebot auf die Beine gestellt, das auf die Wintersaison 2018/19 hin ausgebaut wurde. «Ausserdem sind wir auch immer wieder im Gespräch mit den SBB und der MGB, um zu prüfen, wie man das Bahnangebot noch attraktiver gestalten könnte.»

Parkraum in Göschenen und Andermatt wird geprüft

Auch zusätzliche Parkplätze würden die Verkehrssituation entschärfen. Aktuell kläre man ab, ob in Göschenen ein entsprechender Parkraum geschaffen werden könnte. «Das gestaltet sich aber im Hinblick auf den anstehenden Bau der zweiten Gotthardröhre als schwierig.» Ausserdem müssten dann auch die Bahn- oder Busanschlüsse nach Andermatt gewährleistet werden.

In Andermatt werden weitere Möglichkeiten geprüft: von zusätzlichen Parkplätzen bis hin zu einem neuen Parkhaus. Letzteres wäre zwar zum jetzigen Zeitpunkt, wo sich das Problem auf wenige Tage beschränkt, nicht akut, aber wünschenswert, sagt Kern. Gemäss Tourismusentwicklung sei vorgesehen, den mit 300 Plätzen momentan grössten Parkplatz in Andermatt zu überbauen. Kern sagt:

«Früher oder später wird man um ein neues Parkhaus also nicht herumkommen.»

Auf eine Lösung drängt auch das Amt für Betrieb Nationalstrassen (AfBN). Das hatte diesen Winter achtmal einen Verkehrsleitanhänger mit dem Hinweis «Parkplätze in Andermatt besetzt» auf der Autobahn aufgestellt. Für die nächste Saison soll die ASA ein Verkehrskonzept erstellen, «ansonsten müssen wir unsere Aufwände in Rechnung stellen», so das AfBN. Man sei bereits dabei, zusammen mit dem Kanton, dem Astra und den SBB ein solches Konzept für die kommende Wintersaison zu erarbeiten, sagt Kern. Was genau vorgesehen ist, sei noch nicht bekannt.

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