ANDERMATT: Europas höchster Windpark geht in Betrieb

Auf dem Gütsch in Andermatt laufen seit Freitag zwei neue Windenergieanlagen. Auf 2332 Meter Höhe. Damit verfügt das Urserntal nun über den höchstgelegenen Windpark Europas.

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Die drei Windräder produzieren Strom für 900 Haushalte. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Die drei Windräder produzieren Strom für 900 Haushalte. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Es war sichtlich ein grosser Moment am Freitag für den Verwaltungsratspräsidenten des Elektrizitätswerks Ursern (EWU), Herbert Danioth, und EWU-Betriebsleiter Markus Russi. Gemeinsam setzten sie auf dem 2332 Meter über Meer gelegenen Gütsch zwei neu gebaute Windenergieanlagen per Knopfdruck erstmals in Gang. Einzig Petrus wollte bei diesem freudigen Ereignis nicht so recht mitspielen. Die eindrücklichen Windturbinen mit einer Nabenhöhe von 55 Metern und Rotorendurchmessern von 44 Metern waren wegen Schneetreibens und tief hängender Wolken nur schematisch zu erkennen.

Grösser und leistungsfähiger
Von den Dimensionen her stellen die beiden Newcomer die seit sechs Jahren am gleichen Standort bestehende Pionieranlage deutlich in den Schatten. Das gilt auch für die Leistungsfähigkeit. Markus Russi dazu: «Die beiden neuen Windturbinen haben eine Leistung von je 900 Kilowattstunden. Alle drei von uns betriebenen Anlagen werden mit 2400 Kilowattstunden Gesamtleistung jährlich rund 3,25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom mit dem Qualitätslabel ?Naturmade star? produzieren. Diese Menge entspricht dem Verbrauch von gut 900 Haushalten.»

Ursprünglich wollte das EWU auf dem Gütsch auch noch eine vierte Anlage realisieren. Allerdings musste dieses Vorhaben zurückgestellt werden, weil sie sich direkt in der Schusslinie einer Kanone der Gotthardfestung befunden hätte. Abgeschlossen ist der Ausbau auf dem Gütsch trotzdem noch nicht: Auf dem Land der benachbarten Korporation Uri sind zwei weitere Windturbinen geplant.

Urs Hanhart/Neue UZ