Andermatt: Gondel kollidiert mit Mast

Die Pendelbahn zwischen Andermatt und dem Gurschen stand Ende Februar drei Tage still. Jetzt untersucht die Bundesstelle.

Florian Arnold
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Die Gemsstockbahn ist zuweilen starkem Wind ausgesetzt.

Die Gemsstockbahn ist zuweilen starkem Wind ausgesetzt.

Bild: Urs Hanhart (2018)

Die Pendelbahn zwischen Andermatt und dem Gurschen ist eine der wichtigen Verbindungen der Skiarena. Ende Februar stand diese jedoch für drei Tage still. Wie nun bekannt wurde, hatte eine starke Windböe am Morgen des 26. Februar 2020 die talwärts fahrende Kabine erfasst und an den untersten Mast gedrückt. Die Wagenführerin an Bord kam ohne Verletzungen davon. Hervor geht dies aus einem Vorbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust), der nun veröffentlicht wurde.

Langsames Tempo kann Zusammenprall nicht verhindern

Bei der Andermatt-Sedrun Sport AG spricht man von einem «ausserordentlichen Ereignis», nicht etwa von einem Unfall. «Bei so einem Ereignis gibt es eine Meldepflicht ans Bundesamt für Verkehr, das dann die Sust mit Abklärungen beauftragt», sagt Mediensprecher Stefan Kern. Aufgrund des sehr starken Windes sei die Bahn an diesem Tag sehr langsam gefahren. Dies habe aber den Zusammenprall mit dem Mast nicht verhindern können. Die talwärts fahrende Kabine sei ohne Passagiere aufgrund des geringeren Gewichts windanfälliger gewesen. Ein «unglücklicher Zufall», dass die Windböe die leichte Kabine gerade in jenem Moment erfasst habe, als sie den Mast passierte.

Böen von einem solchen Ausmass gibt es in Andermatt erfahrungsgemäss öfter. «Normalerweise ist der Wind aber kein Problem», sagt Kern. «Die Folgen des Ereignisses waren denn auch nicht so schwer.» Bei der Kollision entstanden «leichte Schäden» an der Kabine sowie am Mastenschutz. Die Betreiber gehen von einem Sachschaden im tieferen fünfstelligen Frankenbereich aus.

Es sind keine Akutmassnahmen nötig

«Nach dem ordentlichen Prozedere wurde der Hersteller aufgeboten, um die Schäden zu beheben», erklärt Kern. «Dieser konnte dann den Betrieb wieder freigeben.» Vorderhand seien keine akuten Massnahmen nötig. «Sollte die Sust zum Schluss kommen, dass wir weitere Vorkehrungen treffen müssen, werden wir dies selbstverständlich tun», sagt der Mediensprecher.