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Mit diesen Tricks erhält die Andermatt Konzerthalle eine Weltklasse-Akustik

Die Konzerthalle des Hotels Radisson soll akustisch mit den renommiertesten Räumen der Welt Schritt halten. Modernste Technik hilft, damit sich Musiker und Publikum in einem mächtigen Saal wähnen.
Florian Arnold
Blick in den neuen Konzertsaal des Hotels Radisson Blu.(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Blick in den neuen Konzertsaal des Hotels Radisson Blu.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Der Schall des Orchesters wird direkt aufgefangen und mit künstlichem Hall angereichert. Über 70 Lautsprecher geben dieses Signal schliesslich ans Publikum ab. Die kleinen Mikrofone hängen fast unmerklich an dünnen Kabeln von der Decke.(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Der Schall des Orchesters wird direkt aufgefangen und mit künstlichem Hall angereichert. Über 70 Lautsprecher geben dieses Signal schliesslich ans Publikum ab. Die kleinen Mikrofone hängen fast unmerklich an dünnen Kabeln von der Decke.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Die Origami-Technik zieht sich durch das ganze Gebäude. (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019) Die Origami-Technik zieht sich durch das ganze Gebäude.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Die Lautsprecher sucht man vergeblich: Sie wurden geschickt in der Decke versteckt oder hinter Wänden mit perforierten Flächen platziert. (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019) Die Lautsprecher sucht man vergeblich: Sie wurden geschickt in der Decke versteckt oder hinter Wänden mit perforierten Flächen platziert.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Zu hören bekommt der Gast somit eine Mischung aus natürlichem und künstlichem Klang. (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Zu hören bekommt der Gast somit eine Mischung aus natürlichem und künstlichem Klang.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Der Magier hinter der Raum-Illusion ist der belgische Akustiker Evan Green.(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019) Der Magier hinter der Raum-Illusion ist der belgische Akustiker Evan Green.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
«Je grösser das Orchester, desto mehr Erwartung hat man an Nachhall», erklärt der Akustiker. «Ein grosses Orchester spielt normalerweise in einem Saal mit über 1000 wenn nicht über 2000 Zuhörern. Hier haben aber nur 600 Personen Platz und das Raumvolumen ist natürlich viel kleiner als etwa im KKL.» (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)«Je grösser das Orchester, desto mehr Erwartung hat man an Nachhall», erklärt der Akustiker. «Ein grosses Orchester spielt normalerweise in einem Saal mit über 1000 wenn nicht über 2000 Zuhörern. Hier haben aber nur 600 Personen Platz und das Raumvolumen ist natürlich viel kleiner als etwa im KKL.»
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Von der Decke hängen grosse Kunststoff-Gebilde, die wie Ufos aussehen. Das sind nicht nur optische Elemente sondern auch wichtige Schallreflektoren. (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Von der Decke hängen grosse Kunststoff-Gebilde, die wie Ufos aussehen. Das sind nicht nur optische Elemente sondern auch wichtige Schallreflektoren.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Die letzten Bauarbeiten laufen noch: Die Treppen zur Halle sind noch mit Malerabdeckung überzogen.(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Die letzten Bauarbeiten laufen noch: Die Treppen zur Halle sind noch mit Malerabdeckung überzogen.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Im Eingangsbereich stehen mehrere Elektroinstallateure auf Leitern. (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Im Eingangsbereich stehen mehrere Elektroinstallateure auf Leitern.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Drinnen... (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Drinnen...
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
... wie draussen wird noch gearbeitet. (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)... wie draussen wird noch gearbeitet.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
«Es ist, wie man auf englisch sagt: ‹a dream comes true›», sagt Samih Sawiris. «Ich liebe es, zu träumen und danach aufzustehen und den Traum zu realisieren.» (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)«Es ist, wie man auf englisch sagt: ‹a dream comes true›», sagt Samih Sawiris. «Ich liebe es, zu träumen und danach aufzustehen und den Traum zu realisieren.»
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Am 16. Juni wird die Konzerthalle in Andermatt eröffnet. (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Am 16. Juni wird die Konzerthalle in Andermatt eröffnet.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
Sie ist die Architektin der Konzerthalle: Die Londoner Christina Seile. (Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)Sie ist die Architektin der Konzerthalle: Die Londoner Christina Seile.
(Bild: Nadia Schärli, Andermatt, 7. Juni 2019)
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So sieht die neue Konzerthalle in Andermatt aus

Seine Augen leuchten, als er den Saal betritt. Gerade setzt das Orchester mit Mozarts Jupiter-Sinfonie ein. «Es ist, wie man auf Englisch sagt: ‹a dream comes true›», sagt Samih Sawiris. «Ich liebe es, zu träumen und danach aufzustehen und den Traum zu realisieren.» Von der eigenen Andermatt Konzerthalle habe er vor acht Jahren geträumt. Danach begann der ägyptische Investor das Lucerne Festival zu unterstützen. «Ich hatte dabei immer den Hintergedanken, so etwas mal in Andermatt zu machen. Und jetzt sind wir so weit.»

Beinahe. Denn noch laufen die letzten Arbeiten rund um die Konzerthalle, die am 16. Juni feierlich eröffnet werden soll. Die Treppen zur Halle sind noch mit Malerabdeckung überzogen. Ein Gerüst erschwert den Weg zu den Zuschauerreihen. Im Eingangsbereich stehen gleich mehrere Elektroinstallateure auf Leitern. Es hämmert, sägt und bohrt.

Musiker fühlen sich akustisch wohl

Der Zuschauerraum und die Bühne sind hingegen bereits betriebsbereit. Niemand geringeres als die Berliner Philharmoniker werden das erste Konzert in dieser Halle überhaupt spielen. Damit sich die Musiker akustisch wohlfühlen, wird mit modernster Technik etwas nachgeholfen. Denn wer die Augen schliesst, glaubt, in einem grösseren Saal zu sitzen. Dies liegt an einer speziellen Hall-Anlage.

Der Schall des Orchesters wird direkt aufgefangen und mit künstlichem Hall angereichert. Über 70 Lautsprecher geben dieses Signal schliesslich ans Publikum ab. Die kleinen Mikrofone hängen fast unmerklich an dünnen Kabeln von der Decke. Die Lautsprecher sucht man vergeblich: Sie wurden geschickt in der Decke versteckt oder hinter Wänden mit perforierten Flächen platziert. Zu hören bekommt der Gast somit eine Mischung aus natürlichem und künstlichem Klang.

Akustik wird je nach Anlass eingestellt

Der Magier hinter der Raum-Illusion ist der belgische Akustiker Evan Green. «Eigentlich ist es nicht Magie», räumt er ein. «Da ist viel Naturwissenschaft und Physik dahinter. Aber die Illusion besteht darin, dass man nicht mitbekommen sollte, dass ein Nachhallsystem im Hintergrund läuft. Dann ist die Akustik perfekt.» Dass man den Nachhall auch abstellen kann, hat gerade auch bei Konferenzen einen Vorteil, da dort die Sprachverständlichkeit oberste Priorität hat und nicht durch den Hall verwässert wird. Doch wieso braucht ein Orchester überhaupt mehr Hall?

«Je grösser das Orchester, desto mehr Erwartung hat man an Nachhall»

, erklärt der Akustiker. «Ein grosses Orchester spielt normalerweise in einem Saal mit über 1000 wenn nicht über 2000 Zuhörern. Hier haben aber nur 600 Personen Platz und das Raumvolumen ist natürlich viel kleiner als etwa im KKL.»

Die moderne Technik hat aber auch ihre Grenzen. Aus einer Garage könne man auch mit bester Technik keinen Konzertsaal machen. «Ein Lautsprecher kann nicht eine gute akustisch optimierte Oberfläche ersetzen», betont Green. So spielt die natürliche Akustik im neuen Konzertsaal eine sehr wichtige Rolle.

Von der Decke hängen grosse Kunststoff-Gebilde, die wie Ufos aussehen. «Das sind nicht nur optische Elemente, sondern auch wichtige Schallreflektoren», sagt Green. Der Klang des Orchesters wird über diese Ufos im Zuhörerraum verteilt, aber auch auf die andere Bühnenseite, wodurch die Musiker untereinander besser aufeinander eingehen können.

«Das können wir nur mit einem Orchester machen»

Bereits seit vier Tagen sind Green und sein Team in Andermatt. Am Freitag ging es um die Feinjustierung. «Diese können wir nur mit einem echten Orchester machen», deshalb war das «Orchestra Senzaspine» aus Bologna vor Ort. «Wir hören uns die Balance des Orchesters an und achten darauf, ob irgendwelche Stimmen nicht ausreichend präsent sind.» So könne das Gefühl der Räumlichkeit angepasst werden. Immer wieder stimmen die rund zwei Dutzend Musiker dieselben Stellen an.

Für den ersten Eindruck reicht’s. Ohnehin hätte Samih Sawiris keine Zeit, eine ganze Sinfonie zu hören. Nach ein paar Worten mit Journalisten macht er sich auf zum Flughafen – und bringt auf der Türschwelle noch einige Wünsche bei der Londoner Architektin Christina Seilern an. Es bleibt ja noch eine ganze Woche Zeit.

Hinweis: Das Eröffnungskonzert ist bereits ausverkauft.

Raum für Hochkarätiges

Am 16. Juni wird die Konzerthalle Andermatt des Hotels Radisson Blu eingeweiht. Geboten werden soll in der Halle Musik von Weltformat. Sie soll sich als bedeutendes kulturelles Zentrum etablieren: ein weiteres Aushängeschild des Tourismusresorts von Samih Sawiris. Entworfen wurde die Halle von den Studio Seilern Architects aus London unter der Leitung von Christina Seilern. Die Halle bietet Raum für 650 Sitzplätze und eine flexible Bühne für ein 75-köpfiges Orchester. Das Konzert der Berliner Philharmoniker kommendes Wochenende ist der Auftakt für die hochkarätige Spielzeit. Im Herbst sind drei Konzerte in Kooperation mit dem Lucerne Festival geplant. Für das Konzertprogramm ist die neu gegründete Gesellschaft Andermatt Music verantwortlich, unter der Leitung eines Trios junger, innovativer britischer Produzenten. (zf)

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