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ANDERMATT: Kraftwerk Realp II erhält Finanzspritze

Die Talgemeinde hat den Nachtragskredit von 1,5 Millionen Franken zur Deckung der Mehrkosten beim Bau des Kraftwerks Realp II bewilligt. Allerdings bleibt unklar, ob dieses Geld wirklich ausreicht.
Urs Hanhart
Der Bau des Kraftwerks Realp II gestaltet sich aufwendiger als erwartet. (Bild: PD (Realp, 21. August 2017))

Der Bau des Kraftwerks Realp II gestaltet sich aufwendiger als erwartet. (Bild: PD (Realp, 21. August 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

«Wir haben heute über ein ganz unerfreuliches Geschäft zu befinden. Damit können wir nicht bis zur ordentlichen Talgemeinde im nächsten Frühjahr zuwarten», mit diesen Worten begrüsste Talammann Hans Regli am vergangenen Donnerstag, 24. August, die Talbürger zu einer ausserordentlichen Talgemeinde, die relativ kurzfristig einberufen werden musste.

Schon länger war klar, dass der Bau des Kraftwerks Realp II deutlich mehr kosten wird als budgetiert, allerdings noch nicht in welchem Umfang. Seit Juni liegen nun die effektiven Zahlen auf dem Tisch. «Für uns war sofort klar, dass jetzt Handeln angesagt ist. Bei Mehrkosten von 1,5 Millionen Franken braucht es eine ausserordentliche Talgemeinde», so Regli.

Kraftwerk muss im Herbst ans Netz

Verschiedene Probleme im Zusammenhang mit dem Baugrund und in der Geologie haben zu Mehrkosten geführt. Nach der endgültigen Abrechnung der Bausaison 2016 und der Vergabe sämtlicher Aufträge hat sich ergeben, dass der von der ausserordentlichen Talgemeinde der Korporation Ursern im Februar 2014 beschlossene Objektkredit von 17,5 Millionen Franken nicht ausreicht, um das neue Wasserkraftwerk in Realp fertigbauen zu können. Aus diesem Grund sahen sich der Verwaltungsrat des EW Ursern und der Talrat gezwungen, einen Nachtragskredit in der Höhe von 1,5 Millionen Franken zu beantragen. Dieser wurde von den Versammelten einstimmig abgesegnet.

Vor der Abstimmung hatte Herbert Danioth, Verwaltungsratspräsident beim EW Ursern, darauf hingewiesen, dass man bei diesem Bauvorhaben schlichtweg Pech gehabt habe. Viel Unvorhersehbares sei zusammengekommen. Ein Baustopp hätte keinen Sinn gemacht. Danioth betonte: «Die grosse Krux an der ganzen Sache ist, dass das Kraftwerk Realp II wegen der kostendeckenden Einspeisevergütung im Herbst 2017 ans Netz muss. Kraftwerke, die später in Betrieb genommen werden, erleiden Kürzungen bei den KEV-Beiträgen. Zudem wird auch die Dauer der Vergütungen laufend zurückgeschraubt.» Aus diesem Grund müsse man jetzt vorwärtsmachen.

Markus Russi, Betriebsleiter beim EW Ursern, orientierte ausführlich über die Probleme, die zu den Mehrkosten geführt haben. Die Erschliessungsstrasse zum Zugangsstollen im Gebiet Schweig habe mit zusätzlichen, nicht geplanten Hangsicherungen und Entwässerungsmassnahmen ergänzt werden müssen. Auch eine nicht vorhergesehene Felssicherung im Bereich der Wasserfassung bei der Witenwassern- und Muttenreuss habe zu weiteren Mehrkosten geführt. Zudem sei auch der Bau der Druckleitung wegen der geologisch schwierigen Hangsituation viel aufwendiger als erwartet.

Noch gewisse Risiken vorhanden

Noch ist nicht sicher, ob die zusätzlich bewilligten 1,5 Millionen Franken wirklich ausreichen, um alles zu decken. Es handle sich lediglich um eine Kostenprognose, sagte Talschreiber Georg Simmen. Vor allem die Baumeisterarbeiten beinhalten noch gewisse Risiken. «Wir können heute noch nicht garantieren, dass wir bei Gesamtkosten von 19 Millionen Franken landen werden», so Simmen. Trotz aller Widrigkeiten im Bauablauf soll das neue Wasserkraftwerk, welches dereinst rund 10 Millionen Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien produzieren wird, wie geplant im November in Betrieb genommen werden.

Hinweis

Heute Samstag wird in Realp ein Tag der offenen Baustelle durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit können sich alle Interessierten einen Überblick über die laufenden Arbeiten und die bereits fertigerstellten Kraftwerkelemente verschaffen. Weitere Infos auf www.ew-ursern.ch.

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