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ANDERMATT: Künstler wird neuer Leuchtturmwärter

Der Leuchtturm auf dem Oberalppass findet weltweit Beachtung und vermarktet so die Region um die Rheinquelle touristisch. Nun werden Prominente als Turmwärter eingespannt.
Elias Bricker
Der Leuchtturm auf dem Oberalppass ist nur eine Kopie. Das Original stand einst in Rotterdam, wo der Rhein ins Meer mündet. (Bild: PD)

Der Leuchtturm auf dem Oberalppass ist nur eine Kopie. Das Original stand einst in Rotterdam, wo der Rhein ins Meer mündet. (Bild: PD)

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Einen Ozean gibt es hier weit und breit nicht. Und dennoch: Auf dem Oberalppass, auf 2046 Meter über Meer, steht seit rund sieben Jahren ein Leuchtturm. Aber im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Leuchtturm soll er nicht Seefahrer auf Gefahren hinweisen, sondern Touristen anlocken und die Region um die Rheinquelle bekannter machen.

Denn der Fluss entspringt am Tomasee – wenige Kilometer vom Oberalppass entfernt. Der Leuchtturm ist wiederum nur eine Kopie. Das nur unwesentlich grössere Original stand einst in Rotterdam – genau dort, wo der Rhein ins Meer fliesst.

«Das Interesse bricht nicht ab»

Die Bündner Gemeinde Tujetsch und das Kreativbüro Steiner Sarnen Schweiz hatten den Turm gebaut. Seit 2015 gehört er der Stiftung Leuchtturm Rheinquelle. «Der Rhein hat ein grosses touristisches Potenzial», sagt Stiftungsrat Hanno Wyss. «Rund 50 Millionen Menschen leben entlang des Stroms. Wir müssen versuchen, diese Leute an den Ursprungsort ihres Flusses zu locken.» Deshalb arbeitet die Stiftung auch eng mit Andermatt-Urserntal Tourismus und Sedrun Disentis Tourismus zusammen.

Der Marketing-Gag funktioniert durchaus: Bilder vom Leuchtturm, der völlig quer im Gebirge steht, gehen um die Welt – auch dank Social Media. Regelmässig tauchen Fotos vom Turm weltweit in Zeitungen und Hochglanzmagazinen auf. Kürzlich drehte überdies eine Schweizer Band einen Videoclip auf dem Turm. Zudem prägt ein Foto von ihm aktuell die Kampagne des Bilbao-Mendi-Bergfilm-Festivals 2017 in Spanien. «Das Interesse am Turm bricht nicht ab», sagt Hanno Wyss. «Dadurch bleibt die Region im Gespräch.»

Künstler malt momentan oft Leuchttürme

Teil der Marketingstrategie sind auch die Leuchtturmwärter. Die Stiftung will nun jährlich eine Persönlichkeit aus dem Einzugsgebiet des Rheins symbolisch zum Ehrenwärter ernennen. Den Anfang machte im vergangenen Jahr das niederländische Komikerduo Mini & Maxi. Sie kehrten zwar seit ihrer Einsetzung nie mehr auf den Oberalppass zurück, sorgten aber für Publizität in den Niederlanden.

Heute wird nun Ted Scapa auf dem Oberalppass zum neuen Ehrenwärter ernannt (siehe Kasten). Der 86-jährige Künstler und ehemalige Verlagsleiter wuchs in den Niederlanden auf, lebt aber seit 55 Jahren in der Schweiz. Vielen dürfte er als Moderator der einstigen Fernsehsendung «Spielhaus» ein Begriff sein. Der Künstler ist seit je fasziniert von Leuchttürmen. «Früher fuhr ich in den Niederlanden oft auf Frachtschiffen», sagt er. «Dabei war ein Leuchtturm jeweils das Letzte, das man sah, wenn man aufs Meer hinausfuhr, und das Erste, wenn man sich wieder der Küste näherte.» Deshalb hat Scapa in den vergangenen Jahren Leuchttürme gezeichnet und gemalt. Demnächst will er seine Leuchtturmwerke in einem Buch veröffentlichen. Für ihn ist der Titel Leuchtturmwärter eine Ehre. «Das bedeutet mir sehr viel.» Von seiner Aufgabe hat er bereits eine Vorstellung. «Ich muss nun einfach schauen, dass keine Schiffe den Berg hochfahren werden», sagt er und lacht.

Künstler Ted Scapa malt oft Leuchttürme. In der Schweiz wurde er als TV-Moderator von «Spielhaus» bekannt. (Bild: PD (Bern, 10. März 2017))

Künstler Ted Scapa malt oft Leuchttürme. In der Schweiz wurde er als TV-Moderator von «Spielhaus» bekannt. (Bild: PD (Bern, 10. März 2017))

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