ANDERMATT: Lara Gut: «Ich will von Tag zu Tag besser werden»

Die Tessiner Skirennfahrerin Lara Gut startet mit viel Optimismus in den Winter. Auf Sotschi hat sie sich mental gut eingestellt.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Die Tessiner Skirennfahrerin Lara Gut beantwortete gestern im «Chedi» in Andermatt Dutzende von Fragen. (Bild Urs Hanhart)

Die Tessiner Skirennfahrerin Lara Gut beantwortete gestern im «Chedi» in Andermatt Dutzende von Fragen. (Bild Urs Hanhart)

Im noch nicht eröffneten Hotel The Chedi Andermatt gaben Skirennfahrerin Lara Gut und deren Betreuerteam gestern eine Pressekonferenz zum Saisonstart. Dass die quirlige Tessinerin diesen Event eine Woche vor Saisonbeginn im Urserntal abhielt, kam nicht von ungefähr: «Ende 2012 ist eine Piste auf der Gurschenalp auf meinen Namen getauft worden», sagte Gut gestern. «Darauf bin ich natürlich sehr stolz.» Schon als Schülerin und Jugendliche weilte die Tessiner Spitzensportlerin häufig im Urner Oberland. Der Gemsstock gehörte in ihrer Zeit als Nachwuchsrennfahrerin zu ihren bevorzugten Trainingsgebieten. Deshalb hat sie einen ganz speziellen Bezug zu dieser Region.

Mit Explosivität in den Winter

Die WM-Silbermedaillengewinnerin im Super-G von Schladming schwört schon seit einigen Jahren auf ihr eigenes Betreuerteam. Dieses umfasst mittlerweile fünf Mitarbeiter und wird von Laras Vater Pauli Gut geleitet. Im Hinblick auf den wichtigen Winter mit Olympia in Sotschi als Höhepunkt ist das Training der ehrgeizigen Südschweizerin etwas umgestellt worden. «Wir haben mehr auf Explosivität und Schnelligkeit gesetzt und den Umfang im Ausdauerbereich etwas reduziert», verriet Gut. «Dadurch habe ich die Müdigkeit nun besser im Griff und kann mich auch schneller von den Trainings erholen.»

Das Team, dem auch Lara Guts jüngerer Bruder Ian angehört, begann bereits im Frühling mit ausgiebigen Skitests. Danach gab es ein fünfwöchiges Trainingslager in Zermatt. Kurz darauf folgte ein dreiwöchiger Südamerika-Trip, bei welchem die Guts teilweise zusammen mit der italienischen Männer-Nationalmannschaft Speed- und Stangentrainings absolvieren konnten. Zuletzt schlug das Gut-Team seine Zelte auf Gletschern oberhalb von Saas-Fee respektive von Sölden auf, wo am Samstag die Ski-Weltcup-Saison lanciert wird. «Ich fühle mich bereit und freue mich, dass die Saison losgeht», so die 22-jährige Speedspezialistin. Zu ihren Zielen für den kommenden Winter sagte sie nur: «Ich will von Tag zu Tag besser und schneller werden und mich voll und ganz auf die Rennen fokussieren.»

Die begeisterte Hobbyköchin möchte sich schon bei den ersten Zeitläufen von ihrer besten Seite präsentieren und möglichst frühzeitig die Selektionskriterien für Sotschi erfüllen. Im Olympiaort selber macht sich Gut auf schwierige Verhältnisse gefasst: «Wir rechnen aufgrund der dort häufig sehr wechselhaften Wetterbedingungen mit vielen Verschiebungen. Deshalb haben wir solche Szenarien im Training schon häufig simuliert. Es gilt, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, locker zu bleiben und solche Situationen ohne Stress zu bewältigen.»

Gut engagiert sich in Afrika

Im Leben von Lara Gut dreht sich zwar fast alles ums Skifahren. Neuerdings engagiert sie sich aber auch für ein von Tessinern initiiertes und durch Spenden finanziertes Schulhausprojekt in der Nähe der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa. Dort drücken rund 100 Kinder die Schulbank. Lara Gut hat sich entschieden mitzuhelfen und ihre Popularität in den Dienst dieses Projekts zu stellen. Konkret setzt sie sich dafür ein, dass die Schule über sauberes Wasser verfügt. Dazu hat sie das Ausheben eines Brunnens finanziert. «CoCoMaMa ist ein kleines Projekt, das aber wunderbar funktioniert. Jeder Beitrag, auch ein noch so kleiner, kommt bei jenen an, die es benötigen», zeigte sich Gut überzeugt.