Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

ANDERMATT: Leuthard bringt frohe Botschaft

Bundesrätin Leuthard verkündete, dass die Schöllenen kommenden Freitag wieder aufgeht. Die Sicherungsarbeiten kosten zudem weniger als erwartet.
Doris Leuthard konnte mit Baudirektor Markus Züst und Willy Reck das Ende der Strassensperrung ver­künden. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Doris Leuthard konnte mit Baudirektor Markus Züst und Willy Reck das Ende der Strassensperrung ver­künden. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Florian Arnold

Dass Bundesrätin Doris Leuthard Andermatt mit einem Besuch ehrte, war das eine. Dass sie aber eine derart freudige Botschaft mit im Gepäck hatte, war die grössere Überraschung. «Am nächsten Freitag, 26. Juni, um 16 Uhr dürfen wir den Verkehr auf der Schöllenen wieder freigeben», verkündete sie. Damit werden die Sicherungsarbeiten nun früher abgeschlossen als angekündigt. Denn unmittelbar nach dem Felssturz gingen die Verantwortlichen davon aus, dass die Strasse bis mindestens Mitte Juli geschlossen bleiben würde.

Für Verständnis bedankt

Die Bundesrätin wollte mit dem Besuch in Andermatt aber vor allem auch ihre Verbundenheit mit der Region demonstrieren und nahm den langen Anfahrtsweg mit dem Zug auf sich. «Die Einheimischen haben Umwege und Zeitverlust auf sich genommen», so Leuthard. «Für das Verständnis wollte ich mich bedanken.»

Für Leuthard ist klar: «Die Sperrung wurde sicher nicht leichtfertig verfügt.» Im Gegenteil. Die Arbeiten hätten sich als hochkomplex und gefährlich erwiesen. «Wir dürfen den Bauarbeitern und den Helikopterpiloten, die grosses Risiko auf sich genommen haben, ein Kränzchen winden», so Leuthard.

7000 Arbeitsstunden

Dass die Sicherungsarbeiten dermassen schnell voranschritten, führt der Projektleiter vom Bundesamt für Strassen (Astra), Willy Reck, auf mehrere Punkte zurück: «Wir haben zu Beginn die Wetterverhältnisse etwas zu vorsichtig eingeschätzt.» Aber das Astra habe auch einen grossen Effort geleistet.

So wurde eine 7-Tage-Woche mit verlängerten Schichten eingeführt. Während insgesamt 12 Stunden war ein Helikopter in der Luft. Rund 7000 Arbeitsstunden wurden registriert, davon 1000 in der Nacht. Ausserdem hatte aufgrund geologischer Gutachten das Bohrungssystem optimiert werden können, so Reck.

Das Astra hat nicht nur die Zeit verkürzt, sondern auch Geld gespart. War anfänglich von Kosten von 5 Millionen Franken die Rede, konnte Reck nun beruhigen: «Nach den jetzigen Schätzungen werden wir die 5-Millionen-Grenze nicht erreichen.»

Der restliche Zeitplan stützt sich nun auf aktuelle Wetterprognosen. «Wenn kein neues Ereignis auf der Schöllenen hinzukommt, können wir den Eröffnungstermin der Strasse von kommender Woche garantieren», sagte Reck. Vorerst laufen die Arbeiten aber nach wie vor auf Hochtouren. Die Arbeiter sind daran, weitere Anker am Felsen zu setzen. Nun wird auch damit begonnen, am Hang gröberes Gesteinsmaterial zu sprengen und kontrolliert ins Tal zu bringen. Ausserdem muss die überschüttete Galerie Tanzenbein von den Gesteinsmassen befreit werden. Dazu wurde das Bauwerk speziell verstärkt.

«Flucht nach vorne ergriffen»

Grosse Erleichterung zu spüren war gestern beim Andermatter Gemeindepräsidenten Roger Nager. «Wir haben die Flucht nach vorne ergriffen», so Nager. «Uns hat es geholfen, dass die Pässe früh aufgegangen sind, sodass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind.»

Klimawandel ist zu spüren

Auch wenn sich der Felssturz in der Schöllenen überraschend ereignet habe, sei er doch beispielhaft für die heutige Zeit, sagte Doris Leuthard. «Die Bewegungen in den Bergen werden sich vor dem Hintergrund des Klimawandels in Zukunft noch intensivieren», so die Bundesrätin. «Das heisst für uns alle, dass wir noch mehr darauf achten müssen, wie wir dem Klimawandel begegnen. Aber auch, wie wir die Hänge noch sicherer machen können und Felsstürze verhindern.» Mit den Sicherungsarbeiten in der Schöllenen habe man den richtigen Weg der Prävention gewählt.

Eine politische Bemerkung zum geplanten zweiten Gotthard-Strassentunnel konnte sich Leuthard am Rande der Veranstaltung nicht verkneifen. Zwar sei die Strassensperre nicht ein direktes Argument. «Aber so oder so muss man Ja sagen zur zweiten Röhre», so Leuthard. «Die Passstrasse ist zwar wichtig, aber sie ist eben nicht immer ganz sicher. Es braucht deshalb ein redundantes System von Schiene und Strasse ohne Kapazitätserweiterung, damit in Ereignisfällen ein Tunnel zur Verfügung steht.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.