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ANDERMATT: Prinzessin in Samih Sawiris’ Diensten

Sara Collins ist Chefverkäuferin von Samih Sawiris. Sie spricht über ihre Heimat Karibik, die Vorzüge von Andermatt und ihren Auftritt als Fasnachtsprinzessin.
Sven Aregger
Feuer und Eis: Sara Collins posiert als Prinzessin Elvelinus im Icepark Andermatt. (Bild Sven Aregger)

Feuer und Eis: Sara Collins posiert als Prinzessin Elvelinus im Icepark Andermatt. (Bild Sven Aregger)

Sara Collins ist eine fröhliche Frau. Sie lacht gern, laut und herzlich. Und wenn sie von ihrem Leben erzählt, funkeln ihre blauen Augen. Der Werdegang der Karibin liest sich wie ein Traum. In eine Künstlerfamilie auf der Karibikinsel Barbados geboren, modelte sie mit Grössen wie Kate Moss. Bereits in jungen Jahren gründete sie eine Modeagentur und später ein Unternehmen für den Verkauf von Villen. Zudem studierte sie an den angesehenen Unis London Business School und Central Saint Martins in London. «Von klein auf war ich sehr zielorientiert und wusste, was ich wollte», sagt die 32-Jährige. «Für mich ist es wichtig, eine Herausforderung zu haben.» Ihre Herausforderung besteht heute darin, das Tourismusresort in Andermatt potenziellen Kunden schmackhaft zu machen. Seit 2010 arbeitet sie als Senior Sales Executive – als Chefverkäuferin – für Samih Sawiris.

Collins hat sich in der kurzen Zeit gut integriert im Bergtal. So gut, dass sie nun für ein Jahr die höchste Urschner Fasnächtlerin ist: Als Prinzessin Elvelinus LIII führt sie durch die närrischen Tage. In ihrem Programm sollen alle auf ihre Kosten kommen – vom Kind bis zum Senior. «Als mich die Fasnachtsgesellschaft anfragte, war das eine grosse Ehre für mich», erzählt Collins. Sie überlässt deshalb nichts dem Zufall. Während des Gesprächs im Icepark Andermatt verabschiedet sie sich für 15 Minuten, um in ihr Fasnachtskostüm zu schlüpfen. Alles muss perfekt sitzen.

Sara Collins, Kompliment für das Kostüm. Woher haben Sie es?

Sara Collins: Vielen Dank. Meine Freundin Rene Shepherd aus Barbados fertigt Kostüme für Karnevalgruppen an, die damit schon Preise gewonnen haben. Als ein Geschenk hat sie das Gewand nach meinen Vorstellungen zusammengestellt. Ich habe einen grossen Bezug zum Karneval. Schon als Kind nahm ich mit meiner Familie an den riesigen Umzügen auf Barbados teil.

Die Urner Fasnachtsumzüge werden von der Katzenmusik dominiert. Sind sie damit vertraut?

Collins: Die Katzenmusik kann man hier gar nicht verpassen. Ich weiss noch, als ich einmal um 5 Uhr von den Trommeln und Trompeten geweckt wurde. Während es in der Karibik nur um Party geht, sind hier Geschichte und Tradition stark verwurzelt. Ganze Familien beteiligen sich an der Fasnacht, sie tragen Kostüme mit viel Liebe zum Detail. Das finde ich schön.

Liebe zum Detail – das trifft ja auch auf Ihr Kostüm zu. Was wollen Sie ausdrücken?

Collins: Das Motto in Andermatt lautet Fire and Ice, also Feuer und Eis. Feuer steht für meinen «flammigen» Typ, ich bin immer auf Trab, sehr laut (lacht). Eis habe ich gewählt, weil mein Lebenspartner Joern Rothe in Andermatt als Eismann bekannt ist, er betreibt den Icepark und amtete 2013 ebenfalls als Prinz Elvelinus. Das Motto passt auch gut zu den eisigen Schweizer Bergen, die den Kontrast zur sonnigen Karibik bilden.

Sie sagen es: Barbados ist eine Insel mit viel Sonne und Palmen. Jetzt stehen Sie im Andermatter Schnee. Warum, um Himmels Willen?

Collins: Meine Mutter scherzt immer: Sara, du bist an einem völlig falschen Ort geboren. Ich antworte jeweils, dass man mich als Kind vertauscht habe. Tatsächlich mag ich das Klima mit trockenem Winter und frischem Sommer. Als ich mit zwölf Jahren nach Europa kam, fühlte ich mich sofort zu den Bergen hingezogen.

Die Landschaft ist das eine, die Kultur das andere. In der Karibik leben heissblütige Gefühlsmenschen, die das Leben zu geniessen wissen. Wir Schweizer dagegen sind eher sachlich und zurückhaltend.

Collins: Sehen Sie sich nur Andermatt an. Das Dorf war immer ein Durchgangsort, wo viele Nationalitäten aufeinandertrafen. Napoleon war hier, Goethe, Queen Victoria, General Suworow. Die Einheimischen mussten sich mit all diesen Fremden arrangieren und haben sich an sie gewöhnt.

Was Ihnen den Start in Andermatt erleichtert hat?

Collins: Ich wurde hier herzlich aufgenommen. Dafür bin ich dankbar. Die Urschner sind freundlich und hilfsbereit. Und wenn sie merken, dass etwas zurückkommt, lassen sie einen in ihr Leben. Ich respektiere die Urner Traditionen und möchte sie mitragen. Ich bin eine offene und fröhliche Person, die gern unter Menschen ist und etwas für Menschen macht. Aber ich gehe nie barsch auf Leute zu. Zuerst versuche ich abzuschätzen, wie ein Mensch tickt und wie man am besten mit ihm kommuniziert. Das gehört ja zu meiner Arbeit ...

... zur Arbeit als Verkäuferin für das Tourismusprojekt von Andermatt Swiss Alps. Bereuten Sie es je, die Stelle angenommen zu haben?

Collins: Nein. Bevor ich zusagte, hatte ich zwei Wochen in Andermatt übernachtet, um ein Gefühl zu entwickeln für diesen Ort. Ich muss mögen, was ich verkaufe. Ich muss voll und ganz dahinterstehen. Und für mich war dann schnell klar, dass ich hier oben leben möchte.

Aber wie glaubhaft ist eine Karibin, die für ein Tourismusresort in den Urner Alpen wirbt?

Collins: Sehr glaubhaft. Für die Kunden ist Vertrauen äusserst wichtig. Und ich kann ihnen sagen: Schauen Sie, ich lebe hier, ich kenne die Menschen, das Wetter und das Skigebiet, ich habe Tipps aus eigener Hand. Kurz: Ich verkaufe Andermatt nicht nur, ich lebe Andermatt. Das wissen die Kunden zu schätzen.

Sie haben früh gelernt, selbstständig zu sein und Ihre Träume zu leben. Jetzt verkaufen Sie Träume an wohlhabende Kunden aus aller Welt. Ein Wink des Schicksals?

Collins: (Lacht laut) Das ist gut, das habe ich noch gar nie so gesehen. Aber ja, das kann man so sagen!

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