ANDERMATT: Resort findet neue Investoren

Die Andermatt Swiss Alps hat eine Anleihe an der Schweizer Börse platziert. Zudem wurde ein Kredit gesprochen. Mit den Geldern soll der Ausbau des Resorts in Andermatt beschleunigt werden.

Drucken
Teilen
Ein Blick in die Lobby des Luxushotels Chedi in Andermatt. (Bild: Pius Amein / Neue LZ)

Ein Blick in die Lobby des Luxushotels Chedi in Andermatt. (Bild: Pius Amein / Neue LZ)

Bernard Marks

Es sind gute Nachrichten für Andermatt und für das geplante Tourismusresort in Uri. Die Andermatt Swiss Alps AG (ASA) konnte ihre erste Anleihe am Schweizer Kapitalmarkt platzieren. Die Urner Gesellschaft hat eine Anleihe von 40 Millionen Franken mit einer Laufzeit von fünf Jahren zu einem Coupon von 3,875 Prozent ausgegeben. Die Nachfrage danach war bei den Investoren gross. Die Anleihe fand reissenden Absatz. «Die Investoren setzen sich aus Privatpersonen und Institutionen zusammen», erklärt ASA-Chef Franz-Xaver Simmen auf Anfrage unserer Zeitung.

Ausserdem konnte die Andermatt Swiss Alps AG mit einer Grossbank einen Rahmenkreditvertrag vereinbaren. «Die Bankfinanzierung von 30 Millionen Franken ist wie eine Hypothek strukturiert, wobei das 5-Sterne-Luxushotel The Chedi als Sicherheit dient», erläutert Simmen weiter.

Über 500 Millionen investiert

Die Andermatt Swiss Alps AG entwickelt in Andermatt ein umfangreiches Tourismusresort. Im Endausbau soll es sechs Hotels im 4- und 5-Sterne-Bereich, rund 500 Apartments in 42 Gebäuden, 25 Chalets, Kongresseinrichtungen sowie eine Schwimmhalle und einen 18-Loch-Golfplatz geben. Zudem werden die Skigebiete Andermatt und Sedrun zur Skiarena Andermatt-Sedrun zusammengeführt. Mit den zusätzlichen Geldern aus der Platzierung der Anleihe und dem Kredit der Grossbank soll der Ausbau des Resorts beschleunigt werden. Simmen, der seit Februar 2015 das Amt des CEO bei der ASA innehat, zeigt sich zuversichtlich: «Wir haben bis heute rund 523 Millionen Franken für das Tourismusresort ausgegeben und wollen auch im nächsten Jahr wieder viele Investitionen tätigen. Vor allem möchten wir den Bau des zweiten Hotels und die Verbindung der Skiarena Andermatt-Sedrun beschleunigen», sagt Simmen.

Gurschenalp bereits betriebsbereit

Das Projekt der Andermatt Swiss Alps schreitet laut Simmen zügig voran. Vor kurzem konnte für das Apartmenthaus «Schneefalke» das Joint Venture mit Swiss Property und für zwei weitere Apartmenthäuser die Zusammenarbeit mit der Schmid Immobilien AG bekannt gegeben werden (wir berichteten).

In den nächsten drei Jahren sollen zehn Sessellifte und Bahnen gebaut werden mit einem Investitionsvolumen in der Höhe von 130 Millionen Franken. Die Sesselbahn auf der Gurschenalp ist laut Simmen bereits betriebsbereit. «Die Sesselbahn Oberalp–Calmut stellen wir auf die nächste Wintersaison fertig», sagt Simmen. Ebenfalls nächstes Jahr nimmt die ASA die Gondelbahn Andermatt–Nätschen–Gütsch sowie die Sesselbahnen Unterstafel–Gütsch und Hinterbördli–Strahlgand in Angriff. Neben den Bahnen wird auch in Beschneiungsanlagen, Pisten und Restaurants investiert. An dem Projekt beteiligen sich auch die öffentliche Hand, der Bund und die Kantone Uri und Graubünden mit Investitionsbeiträgen.

Jobs geschaffen

Das Skigebiet ist ein wichtiger Teil des Tourismus-Resorts des ägyptischen Investors Samih Sawiris. Er hält derzeit rund 51 Prozent der Aktien der ASA. 49 Prozent der ASA-Anteile gehö­ren der Bau- und Hotelgruppe Oras­com Development mit Sitz in Altdorf.

Mit dem vermutlich durch einen Terrorakt über dem Sinai zum Absturz gebrachten russischen Ferienflieger vor rund vier Wochen und neuerlichen Reisewarnungen hat sich die Situation für ägyptische Tourismusanbieter nochmals deutlich verschlechtert. Orascom hatte deshalb in dieser Woche angekündigt, Tausende Stellen in Ägypten abzubauen. Dies habe allerdings keinen Einfluss auf die geplanten Tätigkeiten in Andermatt, liess die ASA gestern mitteilen.

Im Gegenteil: Die Region entwickelt sich positiv. Das belegt eine neue Studie der Urner Kantonalbank. Im Urserntal zeige sich eine Trendwende, das erwünschte ökonomische Wachstum habe eingesetzt, teilte die Urner Kantonalbank in dieser Woche mit. Laut der von der Urner Kantonalbank in Auftrag gegebenen Studie folgten die Logiernächte dem ausgebauten Hotelangebot mit einer «erfreulichen Zunahme». Im Einklang mit der Nachfragesteigerung in der Hotellerie würden auch die Umsatz- und Beschäftigungszahlen in der Tourismusbranche generell nach oben zeigen. Aus der Studie, die künftig jährlich aktualisiert wird, geht weiter hervor, dass sich mit dem Wachstum in der Tourismusbranche auch die Bevölkerungszahl in Andermatt entwickle – insbesondere bei den 20- bis 64-Jährigen. Die Zahl der im Urserntal Beschäftigten stieg von 958 im Jahr 2005 auf 1250 im Jahr 2014.