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ANDERMATT: Russen gedenken ihren Helden

Vor 218 Jahren sind in der Gotthardregion zahlreiche russische und französische Soldaten gefallen. Diese Ereignisse sind nun wieder in Erinnerung gerufen worden.
Urs Hanhart
Auch die Schweizer Armee markierte an der Suworow-Gedenkfeier Präsenz. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 24. September 2017))

Auch die Schweizer Armee markierte an der Suworow-Gedenkfeier Präsenz. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 24. September 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Es war eine eindrückliche und für die anwesenden Russen sichtlich bewegende Zeremonie, die gestern in der Schöllenenschlucht abgehalten wurde. Nach dem Eröffnungsständchen der Suworow-Kadetten steuerten zwei stramme russische Soldaten zielgerichtet im Gleichschritt zum Fuss des Suworow-Denkmals und legten dort einen Kranz nieder. Im Schlepptau hatten sie den russischen Botschafter der Schweiz, Sergei Garmonin, und einen ranghohen Vertreter der Schweizer Armee, Divisionär Lucas Caduff.

Daraufhin wurde zunächst die Landeshymne des Riesenreiches und anschliessend diejenige der Schweiz intoniert. Abgeschlossen wurde die kurze Zeremonie durch drei russisch-orthodoxe Geistliche mit teils sehr farbenprächtigen Gewändern und Kopfbedeckungen, die besinnliche Worte sowie Gebete sprachen und dabei ununterbrochen Weihrauch schwenkten. Der Feier wohnte auch der Urner Landammann Beat Jörg bei.

Verluste auf beiden Seiten gross

Am 24. September 1799 besiegten die Russen in einer ebenso blutigen wie denkwürdigen Schlacht die Franzosen und eroberten dadurch den Gotthardpass. Dieser Alpenfeldzug, der im Rahmen des zweiten Koalitionskrieges in Angriff genommen wurde, kommandierte General Alexander Suworow. Beide Seiten, sowohl die russische wie auch die französische, mussten dabei grosse Verluste hinnehmen.

Suworow gilt nach wie vor als einer der grössten Strategen der Neuzeit. In Russland wird er noch immer als Nationalheld verehrt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ihm und insbesondere den gefallenen Soldaten zu Ehren in der Schöllenen ein riesiges Denkmal errichtet. Dort wird seit 1999 alljährlich am 24. September eine Gedenkfeier abgehalten, die stets nahezu identisch abläuft.

Botschafter Garmonin erinnerte in seiner Ansprache an die Heldentaten und schlug auch gleich eine Brücke zur heutigen Zeit. «Russland wird oft – besonders in der letzten Zeit – Aggressivität unterstellt», betonte er. «Dabei setzte der russische Soldat nur selten den Fuss ausserhalb des russischen Territoriums. Und wenn es dazu kam, war es stets erzwungen, entweder um den Feind zu besiegen, der in unser Land eingedrungen war, oder um Verbündeten zu helfen.»

Den Feldzug in der Gotthardregion vor weit über 200 Jahren bezeichnete Garmonin als «eines der glorreichsten Kapitel in der Geschichte der russischen Armee». Er sei im Buch des Ruhmes mit goldenen Buchstaben verewigt worden und werde niemals vergessen. Seine Kurzansprache schloss der Diplomat mit folgenden Worten: «Wir bedanken uns bei den Schweizer Behörden und bei all unseren Freunden in der Schweiz für die Bewahrung des Andenkens an den grossen Sohn des russischen Volkes und seiner Kampfgefährten.» So eine achtungsvolle und schonende Haltung gegenüber der Vergangenheit und der gemeinsamen Geschichte der Staaten sei der Grundstein des Vertrauens und der gegenseitigen Verständigung zwischen den Völkern, so der Diplomat.

Fortdauer zwischen Krieg und Frieden

Divisionär Caduff überbrachte die Grüsse der schweizerischen Eidgenossenschaft und insbesondere auch der Schweizer Armee. «Einmal mehr wird einem klar, dass Krieg meist nur Unheil und Schrecken bringt», sagte er. «Dies gilt es heute und auch in Zukunft zu vermeiden. Leider ist aber wohl das Beste, was sich die Welt erhoffen kann, eine Fortdauer des Zustandes zwischen Krieg und Frieden.» Der umfassende Frieden sei wohl nie zu erreichen. «All die terroristischen Ereignisse in den vergangenen Jahren und die aktuellen Vorkommnisse in Ost- und Südostasien, im Nahen Osten und andernorts zeigen uns dies täglich auf», so Caduff.

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