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ANDERMATT: Russen gedenken ihrer Helden

Vor 216 Jahren lieferten sich französische und russische Soldaten eine blutige Schlacht am Gotthard. Gestern sprachen Botschafter über die Bedeutung dieser Ereignisse.
Die Suworow-Kadetten spielten die Landeshymnen Russlands und der Schweiz. (Bild Urs Hanhart)

Die Suworow-Kadetten spielten die Landeshymnen Russlands und der Schweiz. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Es war eine für die Russen sichtlich bewegende Zeremonie, die gestern in der Schöllenenschlucht abgehalten wurde. Nach dem Eröffnungsständchen der Suworow-Kadetten steuerten zwei russische Soldaten im Stechschritt auf den Fuss des Denkmals zu und legten dort einen Kranz nieder. Begleitet wurden sie von Alexander Golovin, dem russischen Botschafter in der Schweiz, von Brigadier Franz Nager, einem ranghohen Vertreter der Schweizer Armee, und von Pierre Helg, dem Schweizer Botschafter in Moskau. Daraufhin wurden die Landeshymnen Russlands und der Schweiz intoniert. Am Schluss der Zeremonie, an der auch Tambouren der Schweizer Armee auftraten, sprachen drei russisch-orthodoxe Geistliche besinnliche Worte und Gebete und schwenkten dabei ununterbrochen Weihrauchgefässe. Der Feier wohnten auch Frau Landammann Heidi Z’graggen und Landratspräsident Christian Arnold bei.

Suworow wird als Stratege verehrt

Am 24. September 1799 besiegten die von General Alexander Suworow kommandierten Russen bei ihrem Alpenfeldzug in einer ebenso blutigen wie denkwürdigen Schlacht die Franzosen und eroberten den Gotthardpass. Beide Seiten mussten dabei grosse Verluste hinnehmen. Suworow gilt als einer der grössten Strategen der Neuzeit. In Russland wird er noch immer als Nationalheld verehrt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ihm – und insbesondere den gefallenen Soldaten zu Ehren – in der Schöllenen ein riesiges Denkmal errichtet. Dort wird seit 1999 alljährlich am 24. September eine Gedenkfeier abgehalten.

Der russische Botschafter Golovin erinnerte in seiner Ansprache an die Heldentaten der Soldaten. «Innerhalb von nur 17 Tagen haben die Truppen der Suworow-Armee mehr als 200 Kilometer in den verschneiten Alpen zurückgelegt», sagte er. «Zudem ist der gesamte Feldzug von schlechtem Wetter und Proviantmangel begleitet worden. Dies alles hat die Erfüllung dieser heroischen Aufgabe beträchtlich erschwert.» Golovin liess es sich nicht nehmen, auch Bezug auf aktuelle Ereignisse zu nehmen. «Einwohner der Länder, in denen die russische Armee während der napoleonischen Kriege kämpfte, behalten Standhaftigkeit, Heimatliebe und Grossmut des russischen Menschen im Gedächtnis. Deswegen irren sich all jene, die glauben, dass es mit Hilfe von Sanktionen möglich wäre, Moskau zu zwingen, auf eigene unabhängige Politik und Wahrung eigener nationaler Interessen zu verzichten.» Der Botschafter bedankte sich bei den Schweizer Behörden und bei allen Freunden der Russen in der Schweiz für die Bewahrung des Andenkens an Suworow und dessen Kampfgefährten. «So eine achtungsvolle und schonende Haltung gegenüber der Vergangenheit und der gemeinsamen Geschichte unserer Staaten ist ein Grundstein des Vertrauens und der gegenseitigen Verständigung zwischen unseren Völkern», so Golovin.

Wichtiger Teil der Geschichte

Der Schweizer Botschafter Helg wies darauf hin, dass der Zug von Suworow über die Alpen und die Kämpfe in der Schöllenen ein wichtiger Teil der gemeinsamen Geschichte Russlands und der Schweiz sei. «Ob Geschichte verbindet oder trennt, ob die Konsequenzen aus der Geschichte als Risiko oder als Chance wahrgenommen werden, liegt in unserer Verantwortung», so Helg. «Es ist aber wichtig, dass wir auf der gemeinsamen Geschichte aufbauen und zu den Beziehungen unserer beiden Staaten in gegenseitigem Respekt Sorge tragen.»

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