ANDERMATT: «Sawiris arbeitet auf hohem Niveau»

Die Zusammenarbeit mit Samih Sawiris klappt gut, findet Elsbeth Flüeler. Trotzdem will sie ihm genau auf die Finger schauen.

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Andermatt: Das Dorf dürfte in den nächsten Jahren sein Gesicht markant verändern. (Bild Markus Forte/Neue UZ)

Andermatt: Das Dorf dürfte in den nächsten Jahren sein Gesicht markant verändern. (Bild Markus Forte/Neue UZ)

Bis anhin wurde rund um Andermatt Tourismus auf relativ bescheidenem Niveau betrieben, nun wird ein milliardenschweres Ferienresort gebaut. Kann das die Natur im Urserntal schlucken?

Flüeler*: Diese Frage stellen wir uns auch immer wieder. Für uns ist klar: Wenn das Resort fertig ist, entstehen neue Begehrlichkeiten.

Konkret?

Flüeler: Andermatt wird eine bekannte Destination sein und viele Tagesgäste anlocken. Dann wird es von Seiten des Tourismus vielleicht plötzlich heissen: Jetzt brauchen wir mehr von der Natur als ursprünglich geplant, gebt uns davon! Für uns beginnt die Arbeit deshalb erst richtig, wenn das Resort steht. Aber wir müssen die Verantwortlichen schon jetzt immer wieder fragen: Was habt ihr vor? Wir wollen wissen, welche Nutzung es wo geben soll. Wir wollen, dass die Behörden verbindlich festlegen, welche Naturräume sie erhalten wollen.

Sawiris und seine Leute betonen immer wieder, dass die Zusammenarbeit mit den Umweltverbänden gut ist. Ist dem wirklich so? 

Flüeler: Ja. Sawiris leistet Arbeit auf hohem Niveau. Es wird sehr viel über Ökologie diskutiert. Gerade beim Treffen am Montag stellte ich fest, dass eine grosse Bereitschaft besteht, auf unsere Anliegen einzutreten.

Der Bundesrat verlangte in seinem Richtplan ein Schutz- und Aufwertungskonzept Natur und Landschaft. Wie weit ist man da?

Flüeler: Das Konzept wird zwar bearbeitet, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Im Gegensatz zu den Planungen am Projekt selber: Dort hat man schon an alles gedacht und ist ja schon fast fertig. Es ist wie so oft: Die Anliegen für Natur und Landschaft haben einmal mehr nicht erste Priorität. Da müssen wir Umweltverbände immer wieder mahnen.

Minergiestandard, Natur-made-Label, CO2-Neutralität: Was Sawiris gestern präsentierte, muss ihn ihren Ohren gut geklungen haben. Sind das Floskeln oder sind diese Ziele realistisch?

Flüeler: Ich glaube nicht, dass ein solches Resort ganz ökologisch ausgeglichen sein kann, das ist ein Widerspruch in sich. Aber wie gesagt: Sawiris plant auf einem sehr hohen Niveau, auch aus Sicht des Umweltschutzes. Und auch der Kanton leistet sehr gute Arbeit.

Interview von Philipp Arnold

HINWEIS
* Die gebürtige Stanserin Elsbeth Flüeler (49) ist Geografin und Geschäftsleiterin von Mountain Wilderness Schweiz.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Urner Zeitung.