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ANDERMATT: Sawiris bietet SBB die Stirn

Seit der Eröffnung des Neat-Basistunnels müssen Bahnreisende mehrmals umsteigen auf dem Weg ins Urserntal. Seit Samstag fahren nun Busse ins Skigebiet – die Bahn bleibt aber ein Thema.
Elias Bricker und Bruno Arnold
Unterführung zum neuen Bahnhof sowie zur neuen Gondelbahn «Gütsch-Express». (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Andermatt, 22.12.2017))

Unterführung zum neuen Bahnhof sowie zur neuen Gondelbahn «Gütsch-Express». (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Andermatt, 22.12.2017))

Elias Bricker und Bruno Arnold

redaktion@urnerzeitung.ch

In Andermatt liegt pünktlich zu Weihnachten viel Schnee, die Verhältnisse sind sensationell. Seit Freitag sind die neue Gondelbahn von Andermatt via Nätschen auf den Gütsch und der neue Sessellift Lutersee-Flyer in Betrieb. «Dies ist ein wichtiger Meilenstein der geplanten Skigebietsverbindung Andermatt–Sedrun», sagt Franz-Xaver Simmen, CEO der Sawiris-Firma Andermatt Swiss Alps AG (ASA).

Für die Gäste gibt es seit kurzem im Feriendorf Andermatt Reuss ein neues Parkhaus. Für Tagestouristen stehen zudem neu befestigte Parkplätze nördlich des Bahnhofs zur Verfügung. Ende Januar soll ein weiterer Sessellift im Oberalpgebiet in Betrieb genommen werden. Zudem sind 2018 die Eröffnung des zweiten Hotels (Radisson Blu) sowie der ersten Shops und Restaurants im Resort geplant.

Pauschalangebot beinhaltet Skitagespass

Mit dem öffentlichen Verkehr ist die Anreise nach Andermatt aber weiterhin ziemlich umständlich. Seit der Gotthard-Basistunnel offen ist, fahren nur noch Regionalzüge nach Göschenen. Dort muss man für die Weiterfahrt ohnehin auf die Matterhorn-Gotthard-Bahn wechseln. Wer also beispielsweise von Luzern nach Andermatt reist, muss bis zu dreimal umsteigen: in Arth-Goldau, Erstfeld und Göschenen. «Die Situation ist nicht akzeptabel», so Simmen. Mehr als einmal umsteigen sei nicht zumutbar – insbesondere für Familien mit Kindern in Skimontur.

Deshalb geht die ASA nun in die Offensive: Seit Samstag fährt regelmässig frühmorgens ein Bus von Aarau via Lenzburg und Baden respektive von Zürich via Zug nach Andermatt – und am Abend wieder zurück. Bis am 2. Januar fahren die Skibusse täglich, danach an den Wochenenden sowie während der Winterferien in den jeweiligen Kantonen montags, mittwochs und freitags. Im Ticket inbegriffen sind – je nach Angebot – ein Skitagespass (69 Franken für Erwachsene), ein Schlittelpass (49 Franken) oder eine Berg- und Talfahrt mit der Gondelbahn (39 Franken).

Sawiris-Firma hofft auf die Südostbahn

Simmen präsentierte die Idee der Skibusse bereits kurz nach der ­Eröffnung des Neat-Tunnels den Medien. Der Aargauer Reiseveranstalter Twerenbold Reisen AG wurde auf diese Medienberichte aufmerksam, nahm mit den Verantwortlichen Kontakt auf und betreibt nun die Skibusse als unternehmerische Partnerin der ASA. «Mit dem Skibus kann man ohne Stress nach Andermatt ­reisen», sagt Remo Loretz von der Twerenbold Reisen AG. «Das Angebot ist auch für Leute ohne Halbtax oder GA attraktiv. Zudem ist es ökologischer, wenn die Leute das Auto zu Hause lassen.»

Am Samstag hielt sich der Ansturm noch in Grenzen. Die online buchbaren Plätze in den beiden Bussen ab Lenzburg und Zürich waren aber immerhin zu je einem Drittel besetzt. «Das Angebot ist neu und muss zuerst bekannt werden», sagt Loretz. «Die vereinbarte Projektphase dauert drei Jahre. Ich bin aber überzeugt, dass wir ein gutes Produkt anbieten können, das Anklang finden wird.» Ab Februar wird auch die Heggli AG aus Kriens einen Skibus von Luzern aus mit Halt in Stans anbieten.

Trotzdem bleibt die ASA mit den SBB in Kontakt. «Immerhin konnten wir erreichen, dass während der Saison einige Direktzüge ab Basel wieder über die Gotthard-Bergstrecke fahren», sagt Simmen. Man hoffe, dass es spätestens 2020 besser werde. Dann werden die SBB mit der Südostbahn die Strecke betreiben.

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