ANDERMATT: Schneesportzentrum und Gebirgsdienste nicht gleichenorts

Sollte die Urner Gemeinde Andermatt den Zuschlag für das Nationale Schneesportzentrum erhalten, müsste sie die Gebirgskampfschule abtreten. Am selben Ort hätten nicht beide Institutionen Platz.

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Gebirgsspezialisten der Schweizer Armee und internationale Teilnehmer des Programms "Partnership for Peace" auf einer Skitour vom Gemsstock über den Glöggliturm auf den Gotthard. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Gebirgsspezialisten der Schweizer Armee und internationale Teilnehmer des Programms "Partnership for Peace" auf einer Skitour vom Gemsstock über den Glöggliturm auf den Gotthard. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Dies sagte Bundesrat Ueli Maurer in einem Interview mit dem «Urner Wochenblatt» vom Samstag. Es werde mittel- bis längerfristig nicht möglich sein, das Kompetenzzentrum Gebirgsdienste der Armee und das Schneesportzentrum an einem Ort nebeneinander zu führen, rein aufgrund der Platzverhältnisse und der verschiedenen Bedürfnisse, sagte Maurer. Die beiden Institutionen dürften einander nicht einschränken.

Wenn Andermatt den Zuschlag für das Sportzentrum erhalten sollte, müsste für die Gebirgskampfschule möglicherweise nach einer anderen Lösung gesucht werden, sagte Maurer. Es würden mit den Kantonen Tessin, Graubünden und Wallis Gespräche für mögliche Ersatzstandorte geführt.

Maurer sagte, der Betrieb eines Schneesportzentrums sei für Uri aus volkswirtschaftlicher Sicht aufgrund des längerfristigen Entwicklungspotenzials wohl interessanter als der weitere Betrieb der Gebirgskampfschule. Die Tendenz bei der Armee sei stagnierend.

Die Urner Regierung hingegen ist aufgrund einer Machbarkeitsstudie der Meinung, dass in Andermatt sowohl das Schneesportzentrum als auch die Armee Platz finden würden. Sie wäre aber bereit, bei einem Zuschlag für das Schneesportzentrum auf Bereiche der Armee zu verzichten. Dies hielt der Regierungsrat im Februar 2014 in seiner Stellungnahme zum geplanten Stationierungskonzept der Armee fest.

Noch sieben Standorte im Rennen

Andermatt ist einer von sieben Standorten im Rennen für das neue Nationale Schneesportzentrum. Einen Vorentscheid fällt das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) frühestens Ende 2014.

Im Januar veröffentlichte der Bund eine erste Analyse. In technischer Hinsicht schnitt Lenzerheide am besten ab, knapp gefolgt von Andermatt. Dahinter landeten S-chanf (GR), Engelberg, Fiesch (VS) und Davos (GR). Schlusslichter bildeten Wildhaus (SG), Grindelwald (BE) und Crans-Montana (VS). Wildhaus und Crans-Montana zogen daraufhin ihre Kandidatur zurück.

Mit dem Nationalen Schneesportzentrum sollen die Rahmenbedingungen für die Durchführung von Schneesportlagern für Schulen verbessert werden. Das Zentrum soll auch für Aus- und Weiterbildungskurse im Schneesport dienen und Ansprüchen des Leistungssports genügen.

sda.