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ANDERMATT: Tessiner Strom für Urner SAC-Hütte

Die Sektion Zofingen des SAC durfte am Wochenende ausgiebig feiern. Der Grund dafür war die nachhaltige Energieversorgung der Vermigelhütte.
Tommy Dätwyler
Aufgeräumte Stimmung im Unteralptal: Der Strom fliesst seit kurzem aus dem Tessin durch einen Stollen zur Vermigelhütte. (Bild Tommy Dätwyler)

Aufgeräumte Stimmung im Unteralptal: Der Strom fliesst seit kurzem aus dem Tessin durch einen Stollen zur Vermigelhütte. (Bild Tommy Dätwyler)

Tommy Dätwyler

Kühlschrank, Abwaschmaschine, Licht, Ladestrom fürs Handy und Internet für immer mehr Gäste. Seit kurzem funkt es unter dem Alpenhauptkamm: Auf der Vermigelhütte hoch über Andermatt hat der SAC Zofingen am Wochenende den Anschluss ans Tessiner Stromnetz gefeiert. Für den Urschner Tal-Ammann Hans Regli ist die neue Stromversorgung auf 2050 Metern über Meer «eine gelungene Sache und eine Aufwertung für das Unteralptal». Der Präsident des SAC Zofingen, Beat Weber, bezeichnete den Anschluss ans öffentliche Stromnetz als «ein grosses Puzzle, das zeigt, zu was eine Gemeinschaft fähig ist». Und der Präsident der Baukommission, Robert Matter, erklärte den fünfzig geladenen Gästen, dass der Stromanschluss «ein weiterer, aber noch lange nicht der letzte Meilenstein in der Geschichte der Vermigelhütte» sei.

10 Kilometer Spezialkabel

Moglich gemacht haben die neue Stromversorgung ein fast 10 Kilometer langes Stromkabel unter dem Alpenhauptkamm hindurch ins Tessin, treue Projektpartner und -sponsoren sowie eine Vielzahl von freiwilligen Helferinnen und Helfern. Die 1973 erbaute SAC-Unterkunft hoch über Andermatt ist der erste Etappenort auf dem beliebten Vier-Quellen-Weg rund um das Gotthardmassiv. Die Korporation Ursern hat den Baurechtsvertrag mit dem SAC auch im Hinblick auf dieses Projekt bis ins Jahr 2045 verlängert.

4500 Arbeitsstunden

Mit dem Anschluss ans öffentliche Stromnetz hat die lange Suche nach einer nachhaltigen Energieversorgung ein Happy End gefunden. Die Basis dafür war der seit langem bestehende SBB-Wasserstollen zwischen dem Unteralptal und dem Ritomsee. Durch diesen Stollen konnte die Urner Hütte über ein 16-kV-Kabel mit dem Tessiner Stromnetz verbunden werden. Bis die Schalter umgelegt, Internet- und Telefonanschluss aufgeschaltet und die Abwaschmaschine zum ersten Mal gestartet werden konnten, mussten aber in Frondienst über 4500 Arbeitsstunden geleistet werden. Für Thomas Burri, SBB-Anlagechef Ritomsee, «eine Leistung, die grossen Respekt verdient».

Im dunklen und nassen Stollen

Die schwierigen Installationsarbeiten unter Tag wurden im vergangenen Jahr von über 80 freiwilligen Helferinnen und Helfern ausgeführt. Im Oktober 2015 war der Einsatz im dunklen und nassen Wasserstollen zwischen Andermatt und dem Ritomsee abgeschlossen, die elektrische Hauptschlagader, das knapp 10 Kilometer lange und 17 Tonnen schwere Mittelspannungskabel war installiert.

Weitere Investitionen nötig

Die neue Stromversorgung auf der Vermigelhütte hat rund 540 000 Franken gekostet. Und dennoch sind für den langfristigen Erfolg der Hütte und einen über Jahrzehnte zeitgemässen Betrieb noch weitere Investitionen nötig. Dazu gehören neben dem dringenden Anbau eines Hüttenwartzimmers auch die Anpassung der Brandschutzvorkehrungen und ein zeitgemässes Abwasser- und Klärsystem.

Eine Oase der Gemütlichkeit

Die Vermigelhutte der SAC-Sektion Zofingen wurde 1972/73 im Frondienst gebaut. Sie thront auf einer Hohe von 2050 Metern über Meer auf einer aussichtsreichen Terrasse der Alp Sunnsbiel zuhinterst im Unteralptal hoch über Andermatt. An der Quelle der Unteralpreuss bietet die Hütte 30 Schlafplätze in unterschiedlich grossen Zimmern. Die bei Wanderern, Bikern, Schneeschuh- und Skitourenlaufern gleichermassen beliebte Hütte ist Ausgangspunkt für zahlreiche Touren am Alpenhauptkamm und das erste Etappenziel der Weitwandertour auf dem Vier-Quellen-Weg rund um das Gotthardmassiv. Die Hutte ist auf gut ausgebauten Huttenwegen in rund 3 Stunden erreichbar.
Mehr Infos unter www.sac-zofingen.ch oder unter www.vier-quellen-weg.ch

red

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