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ANDERMATT: Toter war ranghoher Militär

Am Samstag hat sich ein Mann nach einem Vorfall häuslicher Gewalt das Leben genommen. Er war ehemaliger Polizeichef in Obwalden und Oberst in der Armee.
Carmen Epp

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Am vergangenen Samstag hat ein Mann in seiner Zweitwohnung in Andermatt Suizid begangen. Dies, nachdem er wegen Verdachts auf häusliche Gewalt von seinem Hauptwohnsitz in Sarnen weggewiesen worden war. Weil die Polizei in der Andermatter Wohnung Waffen vermutete, rückte die Sondereinheit Luchs aus (die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtete).

Nun ist klar: Beim 53-jährigen Mann handelt es sich um den in Andermatt aufgewachsenen Benno Russi. Er war aktuell Oberst im Generalstab und als stellvertretender Kommandant der Koordinationsstelle 2 für die Belegung von Waffenplätzen und Unterkünften der Territorial­region 2 verantwortlich. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) wollte sich auf Anfrage nicht äussern. Laut Todesanzeige, publiziert in unserer heutigen Ausgabe, behalte man Russi als «aussergewöhnlichen Menschen» in Erinnerung.

Was am vergangenen Wochenende in Sarnen vorgefallen ist, bleibt unklar. Die Polizei habe die gemeldete Situation deeskaliert, indem sie Russi aus seiner Wohnung in Sarnen weggewiesen habe, sagt Oberstaatsanwältin ­Esther Omlin auf Anfrage. Tags darauf wäre Russi zur Befragung bei ihr aufgeboten worden. Anschliessend wollte die Oberstaatsanwältin über die weiteren Schritte entscheiden. Das Verfahren wegen häuslicher Gewalt wird nun eingestellt. «Es gilt die Unschuldsvermutung», sagt Omlin.Weitere Fragen zum Einsatz in Andermatt, zu der bei Russi vermuteten Waffensammlung und ob eine Dienstwaffe im Zusammenhang mit dem Suizid steht, konnte Gusti Planzer, Stabschef der Kantonspolizei Uri, gestern nicht beantworten.

Rücktritt nach nur drei Jahren

Stellung nimmt Esther Gasser, die Anfang 2004, als Russi das Amt des Polizeikommandanten im Kanton Obwalden sowie des Stabchefs des kantonalen Führungsstabs antrat, als zuständige Obwaldner Sicherheitsdirektorin amtierte. Die Anstellung dauerte nicht lange: Am 2. April 2007 gab der Obwaldner Regierungsrat den Rücktritt von Russi bekannt. Wegen noch nicht eingezogener Ferientage räumte der Urschner gleichentags seinen Arbeitsplatz.

Russi habe den Wunsch verspürt, sich beruflich zu verändern. Krach oder Ungereimtheiten habe es keine gegeben, sagte die inzwischen zurückgetretene Obwaldner Regierungsrätin damals gegenüber der «Neuen Obwaldner Zeitung». Gasser bestätigte gestern auf Anfrage: Persönliche Probleme oder allenfalls Vorkommnisse von häuslicher Gewalt seien beim damaligen Rücktritt von Russi «absolut kein Thema» gewesen.

Eine Karriere in der Armee

Russi machte nach seinem ETH-Studium Karriere bei der Schweizer Armee. Er war unter anderem Kurskommandant der Zentralen Gebirgskampfschule in Andermatt, Sicherheitschef des Festungswachtkorps Region 5 in Andermatt und – bis zu dessen Auflösung 2003 – Kommandant des bekannten Urner Landwehrbataillons Geb Füs Bat 191.

Nach seinem Abgang in Obwalden kehrte Russi wieder zur Armee zurück. Von 2012 bis 2015 war er für verschiedene Projekte der Armee zuständig. Dazu gehörte unter anderem die «Conex 2015», eine zehntägige Volltruppenübung im September 2015.

Auch in Andermatt selber engagierte sich Russi in mehreren Ämtern. Bis zu seinem Stellenantritt als Polizeichef in Obwalden war er unter anderem im Talrat der Korporation Ursern. Bis 2008 sass er als deren Vertreter im Verwaltungsrat der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG.

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