ANDERMATT: «Woldmanndli» huldigen altem Brauch

Mit bösen Geistern haben sie nichts zu tun, trotz ihres lautstarken Auftritts: Einmal im Jahr werden die «Woldmanndli» in Andermatt begeistert empfangen.

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Die «Woldmannndli» sorgten bei prächtigem Wetter für ein ohrenbetäubendes Spektakel. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Die «Woldmannndli» sorgten bei prächtigem Wetter für ein ohrenbetäubendes Spektakel. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Es waren komische Kauze, die sich am Samstag um die Mittagszeit im Bannwald oberhalb der Urschner Metropole herumtrieben, allesamt mit Jutesäcken bekleidet und mit einer Kuhschelle oder einem Ziegenhorn ausgerüstet. Just, als die Kirchturmuhr einmal schlug (für 13 Uhr), machten sie sich als Gruppe auf den Weg ins Dorf hinunter. Dabei wurde getrychelt und getutet, was das Zeug hielt. Es war ein Höllenlärm, den die rund 60 merkwürdigen Gestalten auf ihrem zielgerichteten Marsch veranstalteten.

Der Brauch geht auf folgendes historisches Faktum zurück: Ende des 14. Jahrhunderts wurde der verbliebene Rest des Waldes oberhalb von Andermatt in Bann gelegt. Jegliche Nutzung war unter Androhung hoher Strafen strengstens untersagt. Um diesem Verbot Achtung zu verschaffen, brauchte es Leute, die den Wald vom Frühjahr bis zum Wintereinbruch pflegten und Übertretungen meldeten. Bei diesen handelte es sich meistens um Taglöhner, die von den Einheimischen «Woldmanndli» genannt wurden. Dem rauen Klima im Urserental entsprechend, trugen sie aus Jute hergestellte Arbeitskleider. Und zur Verständigung untereinander benutzten sie Ziegenhörner.

Urs Hanhart

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Urner Zeitung.