Andermatter Chilbi: «Cha nit tanzä» zählt nicht (mehr)

Die «Woldmanndli» gehören zur Andermatter Kilbi wie das Amen in die Kirche. Am Samstag soll aber mit einem Schnupperkurs auch dafür gesorgt werden, dass künftig wieder mehr getanzt wird – zu Ländlermusik.

Drucken
Teilen
In Andermatt will man Jung und Alt das Tanzen – wie hier auch dem Urnerboden – näherbringen. (Bild: Franz Imholz (Urnerboden, 7. August 2018))

In Andermatt will man Jung und Alt das Tanzen – wie hier auch dem Urnerboden – näherbringen. (Bild: Franz Imholz (Urnerboden, 7. August 2018))

Am Wochenende feiert Andermatt Kilbi. Eröffnet werden die Aktivitäten am Samstag mit dem traditionellen Einzug der «Woldmanndli». Über hundert wilde Gestalten werden aus dem Gurschenwald Richtung Tal unterwegs sein und mit dreckverschmierten Gesichtern sowie in Gewänder aus grober Jute durch das Dorf ziehen. Mit mächtigen «Tryychlä», Bockshörnern aber auch kleinen Schellen werden die Waldmänner für ein eindrückliches und nicht zuletzt unüberhörbares Spektakel sorgen. Nach dem Umzug wird der Bevölkerung eine Suppe serviert.

Bis vor einem Jahr war der vom St.-Nikolaus-Verein organisierte «Woldmanndli»-Umzug eigentlich die einzige grosse Aktivität an der Andermatter Kilbi. 2017 wurde ein erster Versuch unternommen, die Kilbi mit zusätzlichen Veranstaltungen am Freitag und Samstag etwas zu beleben. «Das Rahmenprogramm mit Attraktionen im Dorf sowie mit viel Musik hat Anklang gefunden», sagt Franz Gehrig, Mitglied der Kulturkommission. «Auch am kommenden Samstag wird in Andermatt wieder einiges geboten.» Im Dorf, das von 14 bis 17 Uhr autofrei sein wird, gibt es neben Getränke- und Verpflegungsmöglichkeiten auch Attraktionen wie Bungee Trampolin, «Hau den Lukas» oder eine Hüpfburg für Kinder.

Schnupperkurs für Ländlertanz

Doch damit soll es nicht abgetan sein. Wer im Dorf so richtig in Kilbistimmung gekommen ist, für den kann es nahtlos weitergehen: In der Aula des Bodenschulhauses wird eine Festwirtschaft geführt. Und weil zu einer echten Kilbi im Urnerland auch Musik und Tanz gehören, werden auch Ländlermelodien zu hören sein. Ab 19.30 Uhr wird die Kapelle Schuler-Muheim zum Tanz aufspielen. «Ich cha nit tanzä» kann dann auch nicht mehr als Ausrede gelten. Denn von 17 bis 19 Uhr hat jeder die Möglichkeiten, im Bodenschulhaus einen Ländlertanz-Schnupperkurs zu besuchen. «Wir haben festgestellt, dass gerade auch die Jungen gerne tanzen würden, dies aber schlicht und einfach nicht können», sagt Gehrig. «Unsere Alterskategorie hat dies noch – wie die früheren Generationen – zuhause in der Stube gelernt», sagt der passionierte Ländlermusikant und Tänzer. «Das gibt es heute kaum mehr.» Beim Schnupperkurs der Kulturkommission Andermatt – unterstützt von Trachtenleuten – erhalten Jung und Alt die Möglichkeit, Grundkenntnisse zu erwerben, um danach gekonnt über die Bodenschulhaus-Bühne zu fegen und sich mehr und mehr zum gewieften Ländler-, Walzer-, Polka-, Mazurka- oder Schottisch-Tänzer zu entwickeln. Eine Anmeldung für den Schnupperkurs, ist nicht nötig. Der Kurs ist ausserdem kostenlos. (pd/bar)