ANDERMATT/SEDRUN: Am Schneehüenerstock-Flyer hängt der erste Sessel

Am Schneehüenerstock-Flyer ist der erste Sessel montiert worden. Im optimalen Fall sollte Ende Februar die einseitige Verbindung von Andermatt nach Sedrun durchgehend befahrbar sein.
Bruno Arnold
Am Schneehüenerstock-Flyer werden zurzeit die Sessel montiert. (Bild: PD (Andermatt, 5. Februar 2018))

Am Schneehüenerstock-Flyer werden zurzeit die Sessel montiert. (Bild: PD (Andermatt, 5. Februar 2018))

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Mit der geplanten Verbindung der Skigebiete von Andermatt und Sedrun geht es vorwärts. Am vergangenen Montag ist der erste Sessel des neuen Schneehüenerstock-Flyers montiert worden. «Frühestens Ende Februar soll der Sechser-Sessellift von der auf rund 2000 Metern über Meer gelegenen Talstation Vordere Felli hinauf zur Bergstation am Schneehüenerstock auf rund 2600 Metern über Meer in Betrieb genommen werden», sagte Stefan Kern, Leiter Kommunikation bei Andermatt Swiss Alps, gestern auf Anfrage.

Eigentlich hätte der Schneehüenerstock-Flyer, der pro Stunde rund 1600 Personen transportieren kann, bereits Ende Januar eröffnet werden sollen. Wegen schlechter Witterungsverhältnisse mit intensiven Schneefällen im Spätherbst respektive im Winter mussten aber die Bauarbeiten immer wieder eingestellt werden. Mit der Inbetriebnahme des Schneehüenerstock-Flyers wird die einseitige Verbindung von Andermatt nach Sedrun mit Ski durchgehend befahrbar sein.

Zur Bergstation am Schneehüenerstock wird in Zukunft nicht nur der demnächst betriebsbereite Flyer führen, sondern ab dem kommenden Winter auch eine Gondelbahn vom Oberalppass aus. «Die Bauarbeiten für dieses Vorhaben werden im Frühling 2018 aufgenommen, sodass die Bahn zum Start der Saison 2018/19 zur Verfügung stehen wird», so Kern. «Nach Abschluss dieses Projekts wird dann die beidseitige Verbindung der Skigebiete Sedrun und Andermatt/Nätschen in Betrieb sein.»

Bereits kurz vor Weihnachten 2017 war im Urserntal ein wichtiger Meilenstein im Projekt Skiverbindung Andermatt–Sedrun gefeiert worden. Mit der neuen Gondelbahn Gütsch-Express können seither pro Stunde rund 2400 Schneesportler vom Bahnhof Andermatt direkt ins Skigebiet Nätschen/Gütsch transportiert werden.

Das Gesamtprojekt der Skigebietsverbindung Andermatt–Sedrun mit 120 Pistenkilometern umfasst den Bau von insgesamt 14 Transportanlagen. Die 2015 gestartete erste Etappe der Modernisierung und des Ausbaus der Skiarena Andermatt-Sedrun kostet rund 130 Millionen Franken. 82 Millionen werden durch die Skiarena selber finanziert, die Kantone Uri und Graubünden sprachen A-fonds-perdu-Beiträge in der Höhe von 5 beziehungsweise 3 Millionen Franken. Weitere 40 Millionen Franken wurden als rückzahlbare NRP-Bun­des- darlehen zur Verfügung gestellt.

Erstmals rollenden Prozess durchgeführt

Die Planung für das gesamte Projekt dauerte von 2009 bis 2014. Die Ausführungsprojekte wurden vom Bundesamt für Verkehr (BAV) in einem rollenden Prozess geprüft und bewilligt. Nach Ablauf der gesetzlichen Einsprachefrist konnte jeweils mit dem Bau begonnen werden. Dieses zweiteilige komplexe und zeitaufwendige Gesamtbewilligungsverfahren kam in der Schweiz erstmals zur Anwendung. Die Bauarbeiten selbst laufen seit 2015.

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