ANDERMATT/SEDRUN: Vereinigtes Skigebiet ist auf Kurs

Mit der Inbetriebnahme der Sesselbahn Oberalppass–Calmut hat das neue Skigebiet einen weiteren Schritt gemacht. Dank des Einsatzes von Pferden können Wintersportler bereits in diesem Winter nach Sedrun.

Urs Hanhart
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Andermatt_Sedrun_2015

Andermatt_Sedrun_2015

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Die Verantwortlichen der Skiarena Andermatt-Sedrun strahlten gestern auf dem Oberalppass mit der Sonne richtiggehend um die Wette. Allen voran Investor Samih Sawiris. Die Anwesenden hatten auch allen Grund dazu. Denn die kürzlich fertig erstellte Porsche-Sechsersesselbahn startete gestern zu ihrer offiziellen Jungfernfahrt vom Oberalppass hinauf zum Calmut. Die Bahn überwindet eine Höhendifferenz von 258 Metern und weist eine maximale Förderleistung von 2400 Personen pro Stunde auf. Und die Wintersportler dürfen sich auf die integrierte Sitzheizung freuen.

Mit dabei waren nebst Sawiris auch Skilegende Bernhard Russi, Regierungsrätin Heidi Z’graggen, Silvio Schmid, CEO der Skiarena Andermatt-Sedrun, und Ex-Miss-Schweiz Dominique Rinderknecht. Vor dem Vergnügen gab es jedoch noch ein ­bisschen Arbeit. Sawiris, Russi und Z’graggen sowie der Sedruner Gemeindepräsident Beat ­Roeschlin durchschnitten gemeinsam ein Band und gaben die Sesselbahn symbolisch frei für die Inbetriebnahme.

Gestern kam es im Oberland noch zu einer weiteren Premiere: In diesem Winter besteht erstmals eine Verbindung zwischen dem Skigebiet Nätschen und dem Oberalppass – und damit zwischen dem Skigebiet Andermatt und jenem in Sedrun.

Pferdekutschen in Hochsaison

Möglich ist dies nicht etwa durch technische Anlagen, sondern durch den Einsatz von echten Pferdestärken. Gestern Vormittag fuhr eine Pferdekutsche vom Gütsch in Richtung Schneehüenerstock. Fahrgäste waren einige Skifahrer, darunter auch Samih Sawiris. Vom Endpunkt der Kutschenfahrt raste die Gruppe dann über den momentan noch spärlich vorhandenen Schnee hinunter zum Oberalppass. Die etwas weniger Wagemutigen liessen sich von einem Helikopter runterfliegen. Solche Pferdekutschenfahrten sollen künftig regelmässig in der Hochsaison im Januar und Februar für Besucher angeboten werden.

Dazu sagte Sawiris: «Mit diesem attraktiven neuen Angebot können wir schon jetzt zeigen, was Wintersportler erwartet, wenn die Skiarena Andermatt-Sedrun einmal fertig erstellt ist.» Franz-Xaver Simmen, CEO der Andermatt Swiss Alps AG, verriet: «Zu dieser Premiere ist es gekommen, weil Samih Sawiris die Geduld verloren hat. Für seinen Geschmack dauert es in der Schweiz viel zu lange, bis Bewilligungen für neue Anlagen erteilt werden. Ich bin sehr froh um diese Idee. Aber selbstverständlich haben wir die Ambition, diese Pferdeverbindung irgendwann wieder aufzulösen und die richtige Skigebietsverbindung Andermatt–Oberalppass–Sedrun ins Leben zu rufen.»

Weitere Anlage ist startbereit

Projektleiter Peter Furger wies darauf hin, dass die Skiarena nun einen ganz grossen Schritt vorangekommen sei. Die neue Sesselbahn auf dem Oberalppass sei ein zentraler Bestandteil der künftigen Skigebietsverbindung. Furger sprach von einem Meilenstein. Die Hauptsaison in der Skiarena Andermatt-Sedrun startet am kommenden Sonntag.

Nebst der neuen Sesselbahn Oberalp–Calmut wird dann auch der ebenfalls neue Sessellift Unter Stafel–Gütsch in Betrieb genommen. Er ersetzt den Skilift Grossboden, hat eine Länge von 595 Metern, überwindet 203 Höhenmeter und verfügt über eine Förderleistung von 2000 Personen pro Stunde. Diese Anlage ist ebenfalls mit Sturmhauben ausgestattet, hat jedoch keine Sitzheizung. Ausserdem sind die Beschneiungsanlagen im Gebiet ­Tiarms-Calmut-Oberalp und bei der Talabfahrt Gurschen–Andermatt fertig erstellt und bereits in Betrieb. Naturschnee ist auf dem Oberalppass momentan nur ganz wenig vorhanden. Die dortige Piste besteht praktisch nur aus Kunstschnee.

Das Gesamtprojekt Skiarena Andermatt-Sedrun wird voraussichtlich auf die Wintersaison 2018/19 fertiggestellt. Die Verbindung, Modernisierung und Erweiterung der Skigebiete auf über 120 Pistenkilometer kostet rund 130 Millionen Franken. Damit wird die Skiarena zum grössten Skigebiet der Zentralschweiz.

Die Bergstation der neuen Sesselbahn. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Die Bergstation der neuen Sesselbahn. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Der ägyptische Investor nimmt auf der neuen Sesselbahn Platz. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Der ägyptische Investor nimmt auf der neuen Sesselbahn Platz. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Bernhard Russi verlässt den Sessellift im Gebiet Calmut auf 2350 Meter über Meer. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Bernhard Russi verlässt den Sessellift im Gebiet Calmut auf 2350 Meter über Meer. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Das Gebiet ist bereit für die Skifahrer und Snowboarder. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Das Gebiet ist bereit für die Skifahrer und Snowboarder. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Blick auf die Bergstation Calmut. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Blick auf die Bergstation Calmut. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Die Landschaft des zukünftig erschlossenen Skigebiets unterhalb des Schneehünerstocks. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Die Landschaft des zukünftig erschlossenen Skigebiets unterhalb des Schneehünerstocks. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Blick auf die Sesselbahn der neuen Skiarena Andermatt-Sedrun. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))

Blick auf die Sesselbahn der neuen Skiarena Andermatt-Sedrun. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 15. Dezember 2016))