Angebote des Hilfswerks der Kirchen Uri werden rege genutzt

Das Hilfswerk der Kirchen Uri blickt auf ein gelungenes Geschäftsjahr 2019 zurück. Projekte wie «Tischlein deck dich» oder «Mitenand» stiessen auf grosses Interesse.

Drucken
Teilen
Am Streetfood-Festival des Urner Flüchtlingstags 2019 schlemmten sich die Besucher durch Spezialitäten aus Somalia, Eritrea, Afghanistan, Syrien und Ski Lanka.

Am Streetfood-Festival des Urner Flüchtlingstags 2019 schlemmten sich die Besucher durch Spezialitäten aus Somalia, Eritrea, Afghanistan, Syrien und Ski Lanka.

Bild: Remo Infanger, Altdorf, 15. Juni 2019

(RIN) Die jährliche Mitgliederversammlung des Hilfswerks der Kirchen Uri hätte am Freitag, 22. April, stattfinden sollen. Die aktuelle Lage rund um das Coronavirus machte der Versammlung jedoch einen Strich durch die Rechnung und zwang die Verantwortlichen, ihre Mitglieder schriftlich um die Genehmigung der Geschäfte zu bitten. Gegen die Hälfte aller Vereinsangehörigen sind der Bitte gefolgt. Die Organisation hat den grossen Rücklauf und das damit zum Ausdruck gebrachte Interesse mit Freude zur Kenntnis genommen, wie es in der Mitteilung des Hilfswerks der Kirchen Uri heisst. Auch werde die Annahme sämtlicher Geschäfte als Vertrauensbeweis gewertet. Das Hilfswerk bedankt sich herzlich.

Der in den vergangenen Tagen veröffentlichte Jahresbericht verweist auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019. In seinem Vorwort schreibt der Präsident Hans Gnos, dass die Basisaufgaben auf der Anlaufstelle für Menschen in sozialen Notlagen trotz personellem Wechsel mit Erfolg umgesetzt werden konnten. Entgegen dem budgetierten Defizit von rund 20'000 Franken konnte eine knapp ausgeglichene Rechnung präsentiert werden. Der Vorstand führt die positiven Entwicklungen nicht zuletzt auf die unzähligen Unterstützungsleistungen von Dritten zurück, die mit Überzeugung mit angepackt hätten. Dazu gehörte auch das im vergangenen September aufgeführte Benefizkonzert des in Uri aufgewachsenen Musikers und Musikhistorikers Hans Jörg Jans. Seine Musik sei zu einem eigentlichen Geburtstagsgeschenk zum 15. Betriebsjahr geworden.

Rund 600 Beratungsgespräche geführt

Der Geschäftsbericht weist gegen 600 Beratungsgespräche aus. Zu den hauptsächlichsten Auslösern zählten finanzielle Sorgen und Schwierigkeiten im Umgang mit rechtlichen und administrativen Belangen. Die dahinter verborgenen Notlagen bezogen sich auf Krankheit, prekäre Arbeitsverhältnisse, Arbeitsplatzverlust, geringe Bildung oder auch ungenügende Integration. Das Hilfswerk zeigt sich dankbar für die grosszügige Unterstützung von Seiten diverser Fonds und Stiftungen, die nebst den eigenen Spenderinnen und Spendern viel zur Entlastung der armutsbetroffenen Menschen beigetragen hatten.

Rund 200 Personen konnten dank des Projekts «Tischlein deck dich» regelmässig ihr knappes Budget schonen. Dabei ist das Sortiment dank neuer Lebensmittelspenden erneut gewachsen. Im Projekt «Mitenand» waren rund 30 Tandems unterwegs in der Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund. Das Projekt kann dank einer Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Uri in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Überdurchschnittliche Besucherzahlen verzeichneten der «Flüchtlingstag» und die offene Weihnachtsfeier. Als sehr positiv bewertet die Institution zudem die in der Förderung der Begegnung zwischen den diversen Bevölkerungsgruppen neu entstandenen Initiativen. Grosse Freude bereite, dass das für 2020 geplante Flüchtlingstheater mit Lory Schranz an dem auf August verschobenen Flüchtlingstag aufgeführt werden kann.

Workshops zum Thema «Food-Waste» durchgeführt

Das Hilfswerk hat auch seine Zusammenarbeit mit den Pfarreien um ein Projekt erweitert. Mit Schülerinnen und Schülern des katechetischen Unterrichts und gemeinsam mit «Tischlein deck dich» wurden Workshops zum Thema «Food-Waste» zur Umsetzung im laufenden Jahr entwickelt.

Aufgrund des Coronavirus mussten in diesem Frühjahr diverse Aktivitäten abgesagt oder sistiert werden. Wie das Hilfswerk schreibt, konnte dadurch aber auch der nötige Raum geschaffen werden, um die Türen für die von der aktuellen Krise betroffenen Menschen offen zu halten. Personen, welche bereits vor der Zeit des Coronavirus in prekären Verhältnissen lebten, würden in dieser ausserordentlichen Situation umso mehr mit Ungewissheiten und handfesten Sorgen konfrontiert. Die Institution bietet ergänzend zu den staatlichen Hilfen ihre Unterstützung an, wo Betroffene in die Lücken fallen. Den Spenderinnen und Spendern gehöre deshalb ein grosser Dank für ihre fortgesetzte Treue. Das Hilfswerk der Kirchen Uri erwarte ausserdem, die diversen von persönlichen Begegnungen lebenden Projekte und Aktivitäten bald wieder auf den Weg in die gelebte Praxis zurückzuführen.