Urner Baugewerbe klagt über angespannte Auftragslage

Der Baumeisterverband Uri hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Dem Plus im Hochbau steht ein deutlicher Rückgang im Tiefbau gegenüber.

Alex Piazza
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Der Preiskampf habe sich verschärft, der Markt sei noch rauer geworden – Odilo Gamma, Präsident des Baumeisterverbandes Uri, findet in seinem Jahresbericht klare Worte.

Der Preiskampf habe sich verschärft, der Markt sei noch rauer geworden – Odilo Gamma, Präsident des Baumeisterverbandes Uri, findet in seinem Jahresbericht klare Worte.

Bild: Apimedia

Die auf den 16. April angesetzte Generalversammlung des Baumeisterverbandes Uri (BVU) wurde infolge der tiefgreifenden Coronavirus-Massnahmen frühzeitig abgesagt. Dem Jahresbericht von Präsident Odilo Gamma ist zu entnehmen, dass 2019 für die Zentralschweizer Bauwirtschaft ein «ausgeglichenes Jahr» war. Der Preiskampf habe sich verschärft und der Markt sei noch rauer geworden, die Bautätigkeit bewege sich jedoch ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres.

Im Verbandsgebiet des Baumeisterverbandes Uri sind die Umsätze im Hochbau im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent gestiegen. Der Wohnungs- wie auch der Tiefbau verzeichneten jedoch deutliche Rückgänge von 9,9 respektive 23,9 Prozent. Zudem lässt der Arbeitsvorrat per 31. Dezember 2019 mit einem Rückgang von 57,3 Prozent ein schwieriges erstes und zweites Quartal 2020 erahnen.

Förderung des Nachwuchses stellt grosse Herausforderung dar

Zu den grossen Herausforderungen gehört weiterhin die Nachwuchsförderung. Gemäss Kurt A. Zurfluh, Geschäftsführer der Zentralschweizer Baumeisterverbände (ZBV), sank 2019 die Zahl der neu eintretenden Lernenden bei den Maurerlehrhallen Sursee von 371 auf 342. Der Lichtblick: Im Kanton Uri starteten 17 Jugendliche eine Lehre im Bauhauptgewerbe, das sind gleich viele wie ein Jahr zuvor. «Trotzdem sind die Baumeister und ihre Berufsbildner angehalten, Jugendliche bei jeder Gelegenheit auf die attraktiven Lehrberufe und die guten Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten aufmerksam zu machen», betont der in Altdorf wohnhafte Zurfluh. Eine gute Werbeplattform sei die Zentralschweizer Bildungsmesse Zebi in Luzern, wo der ZBV-Stand auch im letzten November wieder für Spektakel sorgte.

Zum grossen Publikumsaufmarsch trug damals zweifellos die Regionalausscheidung der Maurer bei, bei der fünf junge Männer um die Teilnahme an den SwissSkills 2020 in Bern kämpften. Zudem fand im Herbst in Erstfeld der Berufsinformationstag statt, an dem die Implenia Schweiz AG und die Porr Suisse AG bei den Jugendlichen beste Werbung für die Bauberufe machten.

Informationssystem ist erfolgreich gestartet

Mit dem Informationssystem Allianz Bau (ISAB) versucht der Schweizerische Baumeisterverband zusammen mit dem Ausbaugewerbe und den Sozialpartnern, auf der Arbeitnehmerseite Transparenz im Markt zu schaffen und einen fairen Wettbewerb zu erwirken. Das elektronische Tool sei im vergangenen Jahr erfolgreich gestartet. «Die Entwicklung der ISAB-Datenbank dauerte zwar etwas länger als geplant, doch nun können die ISAB-Cards bestellt und die GAV-Bescheinigungen von allen dem Bauhauptgewerbe unterstellten Firmen selbstständig heruntergeladen werden», erklärt Odilo Gamma. «Wenn die Vergabebehörden nun noch ihrer Pflicht nachkommen und diese Bescheinigungen bei der Offerteingabe einfordern, sind wir dem Ziel, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichwertig zu schützen, einen grossen Schritt näher gekommen.»

Eine weitere Info aus dem nationalen Verband: Im öffentlichen Beschaffungswesen hat das eidgenössische Parlament einen Paradigmenwechsel eingeläutet. Mit diversen Massnahmen soll nun bei den Anbietern von Leistungen das Bewusstsein geweckt werden, dass es nicht mehr nur um den Preis gehen darf. Kurz: Nicht das günstigste, sondern das vorteilhafteste Angebot soll künftig den Zuschlag erhalten.