ANRAINERKANTONE: Mudry stellt Idee einer Gotthard-Expo vor

Parlamentarier der vier Gotthard-Anrainerkantone haben am Montag in Andermatt die Leitlinien für die künftige Entwicklung der Region festgelegt. Bundesrätin Doris Leuthard begrüsste die innovative Zusammenarbeit.

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Bundesrätin Doris Leuthard im Gespräch mit San-Gotthardo-Projektleiter Jean-Daniel Mudry. (Bild Keystone)

Bundesrätin Doris Leuthard im Gespräch mit San-Gotthardo-Projektleiter Jean-Daniel Mudry. (Bild Keystone)

Die vier Kantone der Gotthardregion wollen bei der wirtschaftlichen, touristischen, sozialen und kulturellen Entwicklung an einem Strang ziehen. Eine aktive partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bergkantonen sei nicht mehr ein «nice to have», sondern ein «must», begrüsste die Urner Landespräsidentin Annalise Russi die Teilnehmer der ersten Gotthardkonferenz. Die gemäss Mitteilung über 150 angereisten Parlamentarier und Regierungspräsidenten der vier Kantone verabschiedeten in der Folge die Charta «San Gottardo».

Der Abwanderung entgegenwirken
Diese bilde für die symbolträchtige Region im Herzen der Alpen ein Leitbild für die künftige Entwicklung und interkantonale Zusammenarbeit. Der Urner Landammann Isidor Baumann betonte denn auch, dass sich die Region trotz vier Kantonen, vier Regionen und vier Sprachen in Vielem einig sei. Zur Verhinderung der Abwanderung und angesichts der wirtschaftlichen Herausforderung sei ein grosser Wurf zwingend. Die Charta bedeute aber keineswegs eine politische Privilegierung des Gotthardraumes in den einzelnen Kantonen, sondern solle als Projekt Modellcharakter für ähnliche erfolgreiche regionale Kooperationen aufweisen.

Der Leiter des Projekts «San Gottardo» Jean-Daniel Mudry stellte den Anwesenden als erstes konkretes Ergebnis der seit vergangenem März laufenden Umsetzung des Programmes einen Prospekt mit touristischen Angeboten der vier Regionen Goms, Tre Valli, Surselva und Urserental vor. Zudem stehe die Aufschaltung einer mehrsprachigen Website kurz bevor. Zudem informierte Mudry über die Idee einer allfällige Expo zur Eröffnung der neuen Gotthard-Alpentransversale unter dem Titel «Gottardo 2020». Die zweite Gotthardkonferenz soll zudem in einem Jahr im Tessin stattfinden.

Leuthard spricht von Innovation
Bundesrätin Doris Leuthard zeigte sich erfreut über die Initiative der Kantone. Die Charta sei eine handfeste Innovation in und an der Demokratie, sagte sie gemäss vorab veröffentlichtem Redetext. Hier werde die Bildung einer Grossregion von Legislative, Wirtschaft und Bevölkerung mitgetragen und aktiv vorangetrieben. Diese erfreuliche Entwicklung werde mit der Neuen Regionalpolitik (NRP) unterstützt. Es brauche neben dem reinen Ausgleich natürlicher und besiedlungsbedingter Benachteiligungen Anreize für Initiativen, mit denen ländliche Räume, Berggebiete und Grenzregionen zu Spitzenleistungen motiviert werden können. Dabei könne und wolle der Bund mit der NRP den Regionen die Verantwortung nicht abnehmen. Er wolle aber jene Gebiete in der Schweiz aktiv unterstützen, wo Eigeninitiative und Eigenleistung nicht ausreichen.

Mit den laufenden Initiativen ist der Gotthardraum in diesem Wettbewerb gut «aufgestellt» und weit entfernt von einer «alpinen Brache», wie die Volkswirtschaftsministerin sagte. Zwar habe die Porta Alpina die eigentliche Initialzündung zum gemeinsamen Vorgehen dargestellt, die Regionen und Kantone hätten aber erkannt, dass ein Ja oder ein Nein zu diesem Projekt nicht schicksalbestimmend sei, da es noch viele andere Ideen mit Entwicklungspotenzial gebe.

ap