Abwasserreinigungsanlage Göschenen stellt Betrieb ein

Das Abwasser wird nun nach Altdorf geleitet und dort gereinigt. Der Leitungsbau sorgte für einige Überraschungen.

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Mit einem Knopfdruck nimmt Betriebsleiter Daniel Geisser die ARA Göschenen ausser Betrieb und schickt das Abwasser aus Göschenen auf die Reise zur ARA Altdorf.

Mit einem Knopfdruck nimmt Betriebsleiter Daniel Geisser die ARA Göschenen ausser Betrieb und schickt das Abwasser aus Göschenen auf die Reise zur ARA Altdorf.

Bild: PD

(RIN) Rund einen Monat nach der Aufhebung der ARA Wassen hat Abwasser Uri die Anlage am vergangenen Montag, 9. Dezember, in Göschenen ausser Betrieb genommen. Das Abwasser aus Göschenen fliesst nun in der neu erstellten Abwasserleitung nach Altdorf und wird auf der dortigen ARA gereinigt. Damit erreicht das Projekt Ableitung der Abwässer aus dem Urner Oberland ein weiteres wichtiges Etappenziel.

«Der Fahrplan stimmt – mit der Aufhebung der ARA Göschenen konnte ein weiteres Zwischenziel erreicht werden», stellt Beat Furger, Geschäftsführer der Abwasser Uri, zufrieden fest.

Felsiger Untergrund erschwert die Arbeiten

Der Bau der Abwasserleitung zwischen Göschenen und Wassen sei anspruchsvoll gewesen. «Ziel war es, die Leitungen möglichst ausserhalb der Kantonsstrasse zu verlegen», erklärt Daniel Geisser, Projektleiter der Abwasser Uri. Damit sollte der Verkehr möglichst wenig behindert werden. Gleichzeitig konnten mit diesem Vorgehen auch Kosten gespart werden.

Herausfordernd sei vor allem der felsige Untergrund und die Querung der Reuss sowie das Überwinden der zahlreichen seitlichen Geländeeinschnitte und Bachrunsen gewesen. «Hier war jeweils viel Geschick und Improvisation gefragt», sagt Geisser. Beispielsweise wurde nördlich des Standeltunnels die neue Abwasserleitung über weite Strecken an den bestehenden Stützmauern aufgehängt und mit Überdachungen vor Witterungseinflüssen und insbesondere der Schneeräumung geschützt.

ARA dient in Zukunft als Pumpwerk

Mit der Ableitung des lokal anfallenden Abwassers wird der Betrieb der ARA Göschenen hinfällig. Die Anlage wird deshalb in den nächsten Wochen umfangreich technisch zurück- und umgebaut, um künftig als Pumpwerk zu funktionieren und bei erhöhtem Abwasseranfall dieses vor der Weiterleitung nach Altdorf zwischenzuspeichern. Äusserlich werden diese Veränderungen nicht sichtbar sein. «Wir nähern uns mit grossen Schritten dem Projektende und freuen uns bereits heute, in rund einem halben Jahr auch die Abwasserleitung zwischen Andermatt und Göschenen in Betrieb nehmen zu können», so Geisser. Damit werde das Generationenprojekt nach rund acht Jahren Bauzeit seinen erfolgreichen Abschluss finden.