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ARBEITSMARKT: Migranten sollen besser integriert werden

In Uri wurden bereits einige Massnahmen ergriffen, um Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Ab diesem Jahr soll zudem beim SRK ein Case Management eingeführt werden, das individuelle Unterstützung bieten soll.
Zwei Asylsuchende in der Küche des Zentrums im Foribach. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Zwei Asylsuchende in der Küche des Zentrums im Foribach. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue OZ)

150 anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene im Erwerbsalter, die im Kanton Uri wohnen, haben keinen Job. Zieht man davon Frauen mit Familienarbeit, Personen unter 25 sowie Arbeitsunfähige ab, bleiben 75 Personen übrig, die gerne einer Erwerbstätigkeit nachgehen würden. Wie das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) schätzt, wären 25 Personen zu einer Berufslehre bereit. Diese Aufschlüsselung geht aus der Antwort der Regierung auf eine Interpellation von Nora Sommer (SP, Altdorf) hervor. In ihrem Vorstoss machte die Landrätin auf die Wichtigkeit der beruflichen Integration aufmerksam, um spätere Sozialkosten zu vermeiden.

Auch die Regierung weiss um die Wichtigkeit. Wie sie aufzeigt, wurden in Uri einige Massnahmen ergriffen. Im Jahr 2017 nutzten Migranten die Angebote wie folgt: Einen Deutschkurs besuchten 152 Personen; das «Sprungbrett» 12; das Schulrestaurant Fomaz 12; das Integrative Brückenangebot BWZ Uri 15; das Integrative Brückenangebot Zug 6; Praktika inklusive Bildungsangebot bei der «JLT Company» 4; Praktika im ersten Arbeitsmarkt 5; den SRK-Lehrgang Pflegehelfer/in 5; eine Berufslehre 18 und sonstige Massnahmen 4.

Case Management steht allen Migranten offen

«Um die Arbeitsmarktintegration von Migranten koordiniert und nachhaltig zu gestalten, wird im Rahmen des kantonalen Integrationsprogramms 2018 bis 2021 (KIP 2) ein Detailkonzept Arbeitsmarktintegration ausgearbeitet und umgesetzt», hält die Regierung in ihrer Antwort fest. Kernelement dieses Konzepts ist ein Case Management für ausländische Personen. Dieses soll sowohl von Migranten aus EU/Efta- und Drittstaaten als auch von vorläufig aufgenommenen und anerkannten Flüchtlingen genutzt werden können. Das Case Management ist dem SRK angesiedelt.

Auf der Grundlage einer Potenzialabklärung soll für jede Person ein individueller Integrationsplan ausgearbeitet und regelmässig überprüft werden. Zu den Aufgaben des Case Managements gehört auch die Prüfung der Finanzierung von Massnahmen. Ausbildungen sollen wenn möglich über die anerkannten Bildungsinstitutionen erfolgen. Für die Vermittlung in den Arbeitsmarkt ist in der Regel das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig. Sobald die Migranten als arbeitsmarktfähig eingestuft werden, können sie sich anmelden, werden beraten und in den Arbeitsmarkt vermittelt. Das Case Management bleibt aber auch nach erfolgreicher Vermittlung aktiv, in dem es als Ansprechstelle für die Klienten zur Verfügung steht – in Ergänzung zum RAV.

Motivation ist wichtiges Kriterium

Grundsätzlich stehe das Case Management allen in Uri lebenden Migranten offen, so die Regierung. «Ein wichtiges Kriterium ist die Motivation der Klienten.» Der Zugang zum Case Management soll niederschwellig gestaltet sein. Dadurch, dass es dem SRK angegliedert sei, erreiche man die Personen. Das RAV ist zudem angehalten, Personen zu melden, die als nicht arbeitsmarktfähig eingestuft werden.

Die Interpellantin fragte zudem, weshalb sich der Kanton Uri nicht an einem Pilotprojekt für eine Integrationsvorlehre beteilige. Dies sei aufgrund der wenigen Betroffenen nicht realistisch, erklärt die Regierung. Denn die Vorlehren seien branchenspezifisch ausgerichtet.

Die in Uri wohnhaften Migranten können aber das Projekt anderer Kantone besuchen. Die Regierung hält zudem fest: «Der Kanton Uri wird durchaus in Zukunft proaktiv Gesuche bei Projektausschreibungen des Bunds einreichen.» (zf)

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