Armee übt mit Helikoptern über Wildruhezonen

Die Schweizer Luftwaffe und deutsche Armee-Grosshelikopter führen über Wildruhezonen und Jagdbanngebieten im Kanton Uri Übungsflüge durch. Den Behörden sind die Hände gebunden.

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Ein Helikopter des Typs Cougar, hier bei einem Demoflug. (Bild: Keystone)

Ein Helikopter des Typs Cougar, hier bei einem Demoflug. (Bild: Keystone)

Wenn Zivilisten in die Wildruhezonen eindringen, kann der Kanton einschreiten. Gleitschirmflieger, Deltasegler, Skifahrer, Snowboarder, Schneeschuhläufer und Wanderer können mit Bussen bis zu 150 Franken bestraft werden. Wenn aber die Armee über die Wildruhezonen düst, bleiben den Kantonsbehörden die Hände gebunden.

Aktivitäten zur Landesverteidigung – und offenbar auch Übungsflüge der Deutschen Bundeswehr im Rahmen des so genannten «Cross Country Trainings» – stehen über dem kantonalen Recht. Das ergab ein Gutachten, das die Urner Regierung in Auftrag gab.

Es bleibt der «Weg des Dialoges»

Zwar muss auch der Bund den Schutz von Umwelt, Wild, Natur und Heimat beachten. Doch kann er im Rahmen der Luftfahrt übergeordnete Interessen beanspruchen. Kurz gesagt: Kantonale Wildruhezonen sind für ihn keine Verpflichtung. Ihr stehe deshalb einzig «der Weg des Dialoges» mit den zuständigen Bundesstellen offen, schreibt die Regierung in einer am Donnerstag publizierten Stellungnahme zu einem Vorstoss im Kantonsparlament. So sei die Luftwaffe unter anderem darüber informiert worden, wo Helikopterflüge eher unproblematisch sind.

Luftwaffe der Problematik bewusst

Wiederholt habe man das Thema mit Vertretern der Luftwaffe besprochen, heisst es weiter. Man habe empfohlen, die Piloten auf die Probleme der Wildtiere mit dem Flügen hinzuweisen, Kreten nicht im Tiefflug zu überfliegen, Hänge nicht zu nahe anzufliegen, Schwebeübungen zu unterlassen. Die Vertreter der Luftwaffe haben laut Urner Regierung auch in diesem Jahr wiederum bestätigt, dass sie sich der Problematik bewusst seien. Sie wollten auch prüfen, ob die kantonalen Jagdbanngebiete in die Lufthinderniskarten eingetragen werden könnten. Mehr als den Bund darauf hinzuweisen, dass auch er verpflichtet sei, die Regeln des Umwelt- und des Wildschutzes zu beachten, könne sie aber nicht tun, hält die Urner Regierung fest.

sda/rem