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Die Urner Ärztelandschaft ist in Bewegung

Im Gesundheitswesen verändert sich einiges: Gruppenpraxen sind auch in Uri im Vormarsch. Die Unterstützung, die das kantonale Gesetz ermöglichen würde, wird jedoch kaum in Anspruch genommen.
Philipp Zurfluh

In Uri mangelt es an Hausärzten. Der Kanton hat nach wie vor schweizweit die geringste Ärztedichte. «Wir haben zwar keinen Notstand und keine Versorgungs­lücke», betont Beat Planzer von der Gesundheitsdirektion Uri. «Doch von Seiten der Ärzteschaft, der Gemeinden und des Kantons müssen die Anstrengungen aufrechterhalten bleiben, um die bestehende ärztliche Versorgung auch weiterhin sicherstellen zu können.» In den kommenden Jahren erreichen viele Urner Hausärzte das Pensionsalter. Bei einigen sind Nachfolgelösungen aufgegleist.

Die Gesundheitsdirektion könne nur bedingt eingreifen. Planzer sagt:

«Die Ärzte sind freie Unternehmer, sie sind unserer Direktion gegenüber nicht auskunftspflichtig.»

Die Gemeinden hätten aber einige Instrumente, mit denen sie unterstützend eingreifen können. «Die Gemeinden können beispielsweise Darlehen, Bürgschaften, Mietzinsvergünstigungen oder eine Anschubfinanzierung geben. Der Kanton kann den Gemeinden einen paritätischen Beitrag leisten.»

Gruppenpraxen bringen diverse Vorteile

Es ist augenfällig, dass im Urner Gesundheitswesen Gruppenpraxen als Geschäftsmodell auf dem Vormarsch sind. «Heutzutage möchten vor allem junge Ärztinnen Teilzeit arbeiten können, damit sie Beruf und Familie besser vereinbaren können», sagt Planzer. Das hänge auch mit der «Feminisierung» des Berufsfeldes zusammen. Rund 70 Prozent der Medizinstudenten sind heute Frauen. Gruppenpraxen hätten auch den Vorteil, dass sie längere Öffnungszeiten zuliessen, und man auf externe Ferienvertretungen verzichten könne.

«Junge Ärztinnen und Ärzte suchen vermehrt nach neuen Geschäftsmodellen, weil die Zusammenarbeit immer wichtiger wird», sagt Planzer. Zwar werde es auch in Zukunft noch allein praktizierende Hausärzte geben, doch die Tendenz gehe klar Richtung Gemeinschaftspraxen. Die Bristenpraxis in Altdorf habe eine markante Veränderung in die Urner Ärztelandschaft gebracht. Die leitenden Ärzte Reto Kummer und Gregor Waser planen im Winterbergareal nun sogar eine Grossgruppenpraxis mit mehr als 10 Hausärzten, wo Teilzeitarbeit möglich sein soll.

Vorzeigeprojekt in Bürglen hat sich bewährt

In Uri können innovative Projekte von der Gesundheitsdirektion finanziell unterstützt werden. Gute Erfahrungen hat man mit dem Pilotprojekt «Nurse Practitioner» (NP) gemacht. In der Hausarztpraxis Bürglen, die kürzlich an die Bristenpraxis übergegangen ist (siehe Ausgabe vom 1. Mai), hat Claudine Lüscher im August 2017 ihre Arbeit als NP aufgenommen. Sie ist dort einmal in der Woche tätig. Es handelt sich dabei um eine Pflegefachfrau mit Master-Studium-Abschluss: Ihre Kompetenzen reichen über jene einer medizinischen Praxisassistentin hinaus, sie ersetzt aber keinen Arzt.

Laut Beat Planzer läuft das Projekt noch bis Ende 2020. Er könne sich durchaus vorstellen, dass in Zukunft ein ähnliches Projekt auf die Beine gestellt werde. «Dies geschieht aber in Zusammenarbeit mit den Ärzten und bedarf einer fundierten Bedarfsabklärung.» Von der finanziellen Unterstützung, die das Gesetz möglich macht, habe bisher noch kein Arzt Gebrauch gemacht.

Der Kanton und die Gemeinden würden einiges unternehmen, um die medizinische Grundversorgung zu gewährleisten, so Planzer. 2013 wurde das Projekt Gesundheitsnetzwerk Uri gestartet. Im Rahmen von Teil-Projekten sollen Massnahmen zur Förderung und Erhaltung der medizinischen Grundversorgung durch Hausärzte entwickelt und umgesetzt werden. «Wichtig ist, dass die kantonalen Akteure mit einbezogen werden», sagt Beat Planzer.

Ein weiteres Teilprojekt trägt den Namen «Urimed – Junges Ärztenetzwerk Uri». Dieses richtet sich an junge Urner im Medizinstudium sowie während der Assistenzzeit. Das Ziel sei es, die angehenden Ärzte dazu zu motivieren, später einmal in Uri zu praktizieren. «Hausarzt ist ein vielseitiger und attraktiver Job und soll es auch bleiben», sagt Planzer mit Überzeugung.

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