Arztpraxis soll der neuen Göschener Gemeindekanzlei weichen

Am 27. September stimmen die Bürger von Göschenen über ein Kreditbegehren von 320'000 Franken ab. Die alte Gemeindekanzlei soll abgerissen und neu eingerichtet werden – auf Kosten der Arztpraxis «Villa Bergruh».

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(RIN) Am 12. Juli 1970 genehmigten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Göschenen – äusserst knapp mit 74 Ja gegen 73 Nein Stimmen – einen Kredit für das Erstellen einer Gemeindekanzlei. Der Büropavillon wurde als Provisorium für eine Dauer von zirka 10 Jahren erstellt. Aus dem Provisorium wurde ein «Providurium». Immer wieder wurden den Göschener neue Vorstösse und Projekte von Seiten Gemeinderat vorgeschlagen. «Nun ist die Baracke in die Jahre gekommen und es braucht dringend eine Lösung», schreibt der Gemeinderat Göschenen in einer Mitteilung.

So soll die neue Gemeindekanzlei von innen aussehen.

So soll die neue Gemeindekanzlei von innen aussehen.

Visual: PD

Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 29. November 2019 hat der Gemeinderat den Auftrag entgegengenommen, sich über eine neue Gemeindekanzlei Gedanken zu machen. An der Gemeindeversammlung vom 9. Juni 2020 hat der Gemeinderat den Stimmbürgern drei Vorschläge für einen möglichen Standort der Gemeindekanzlei unterbreitet. Die Stimmberechtigten haben sich für die Variante «Villa Bergruh» entschieden und der Gemeinderat hat eine Kommission gegründet.

Suche nach Arzt ohne Ergebnis

Ein Weiterführen der Arztpraxis sei laut dem Gemeinderat zurzeit ausgeschlossen. Die Suche nach einem Arzt sei stets ergebnislos verlaufen. Der Geschäftsführer des Elektrizitätswerk Göschenen werde ebenfalls in der neuen Gemeindekanzlei ein Büro erhalten und so können Synergien genutzt werden, so der Gemeinderat. Das Elektrizitätswerk Göschenen wird sich anteilsmässig an den Investitionskosten beteiligen. Die entsprechende Vereinbarung mit dem definitiven Kostenteiler wird nach Vorliegen der Schlussabrechnung abgeschlossen.

Die Raumaufteilung in der Arztpraxis «Villa Bergruh» muss laut dem Projektbeschrieb für die Umnutzung in Verwaltungsräumlichkeiten nicht angepasst werden. Alle bestehenden Schränke und Einbauten werden ausgebaut. Die Position Elektroarbeiten/Beleuchtung und Netzwerk schlägt rund 40'000 Franken zu Buche, dies aufgrund der Überalterung, der Nichtabsicherung von Schutzleitsystemen und der autonomen Trennung vom Hauptverteilsystem «Villa Bergruh». Die Hauptverteilung entspreche nicht mehr dem Stand der Technik und sei veraltet. Von Seiten Sanitär müssen die beiden neuen WC-Anlagen komplett neu eingerichtet werden, die Wände müssen neu verputzt und gestrichen werden.

Decken müssen wegen starkem Hall ausgebaut werden

Durch die neue Raumeinteilung im Korridor muss die heruntergehängte Decke im ganzen Korridor ersetzt und ergänzt werden. Auch in zwei Büros müssen aus akustischen Gründen – er herrsche extrem starker Hall – heruntergehängte Decken eingebaut werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Einen neuen Bodenbelag erhalten die Verwaltungsräumlichkeiten und die beiden Einzelbüros. Sämtliche Arbeitsplätze würden neu eingerichtet mit höhenverstellbaren Bürotischen und neuen Stühlen. Die vorhergesehenen Kosten dafür belaufen sich auf knapp 278'000 Franken.

Im Gesamtkredit ist der Abbruch der «alten Gemeindekanzlei» in der Höhe von 40'000 Franken eingerechnet. Das Gebäude würde im nächsten Frühling abgebrochen werden. Auf der Parzelle würden provisorische Parkplätze (Übergangslösung) für die Mieter der Garagen KWG und Kantonsbaracken durch das Astra realisiert werden.

«Zeit für etwas Neues»

«Nach einem halben Jahrhundert ist es nun an der Zeit für etwas Neues», heisst es in der Mitteilung. Der Gemeinderat und die Kommission «Zukunft Gemeindekanzlei» empfehlen den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern von Göschenen, das Kreditbegehren anzunehmen.